Erster dauerhafter Blühstreifen in Stelle

Ein Fest für Schmetterlinge und Bienen

Ein neuer Blühstreifen am Bassumer Weg in Stelle (v.l.): Manfred Diephaus, Ulrike Ehlers, Gerhard Schröder und Dieter Plate. - Foto: Wilke

Stelle - Von Theo Wilke. Im Mai wurde eingesät, auf gut 500 Metern an der Straße Zur Rabenwiese und am Bassumer Weg in Stelle. Zurzeit steht der neu angelegte Seitenstreifen in der Blüte, zieht unter anderem Schmetterlinge wie den Admiral und Wildbienen an. „Wir wollen für die Zukunft etwas Dauerhaftes anlegen“, erklärt die städtische Agenda-Beauftragte Ulrike Ehlers vor Ort.

Seit einigen Jahren forciert die Stadt Twistringen bereits gemeinsam mit Landwirten und der Agenda-Gruppe den Schutz von Wegeseitenrändern. Denn sie dienen vor allem als Nahrungs-, Brut-, Rückzugs- und Überwinterungsgebiet.

Vor dem 1. Juli dürfen diese Bereiche grundsätzlich nicht gemäht werden. „Sie bieten vielen Pflanzen, Insekten, Vögeln und auch Säugetieren einen (Über-)Lebensraum“, betont Ehlers von der Stadtverwaltung. Besonders im Winter und während der Erntezeit, so Ehlers weiter, würden die Wegeraine häufig die einzigen noch vorhandenen Strukturen darstellen, in die sich die Feldbewohner zurückziehen könnten. Die Stadt sei bemüht, diese Struktur zu erhalten und zu verbessern. In Zukunft werde die Stadt auch weiterhin gezielt Blühstreifen anlegen.

Vor der Einsaat muss der Boden sauber sein

Im vergangenen Jahr hat die Kommune schon am Beerenlehrpfad die neue Einsaat getestet, aber „mit mäßigem Erfolg“, bedauert Ulrike Ehlers. Sie kennt auch den Grund: „Es waren noch zu viele Quecken im Boden.“ Wenn man Blühstreifen anlegen wolle, müsse der Untergrund richtig gepflügt und alle Quecken entfernt werden. Die Agenda-Beauftragte weiter: „Man braucht dabei auch viel Geduld, bis sich die Blumen so richtig entfalten.“ Auch nach Jahren steckten noch unerwünschte Pflanzen im Boden, der zuvor lange Zeit beackert worden sei. Ganz wichtig: Vor der Einsaat muss der Wegeseitenstreifen sauber sein.

Über den Erfolg am Bassumer Weg freut sich denn auch Manfred Diephaus vom Steller Schießsport- und Heimatverein. Der Boden für den Blühstreifen wurde im Frühjahr auf rund 1400 Quadratmeter Fläche von den Landwirten Dieter Plate aus Borwede und Walter Weymann aus Stelle mit Maschinen vorbereitet. Sie haben den Ackerrandstreifen, der der Stadt gehört, zunächst abgefräst.

Zum ersten Mal, so Ehlers und Diephaus, habe man zum Teil eine dauerhafte Saatmischung eingebracht. „Die ist sehr hochwertig“, ergänzt Dieter Plate. Fünf Sorten seien verwendet worden, unter anderem eine Blumengartenmischung mit Schmetterlings- und Wildblumensamen sowie amerikanischer Landblumen. Daneben blühen inzwischen auch Einjährige.

Organisiert hat der Steller Heimatverein das Blühstreifen-Projekt, die Kosten hat die Twistringer Agendagruppe übernommen. Und der ortskundige Gerhard Schröder wird in Zukunft ein wachsames Auge auf diesen und weitere Wegeseitenstreifen haben.

„Das Ergebnis kann sich sehen lassen und erstaunt heute schon Ausflügler und selbst Einwohner von Stelle“, weiß Manfred Diephaus noch zu berichten. Schließlich appelliert er an alle, die im besagten Bereich unterwegs sind beziehunsgweise auf den Feldern arbeiten müssen: „Bitte die Blühstreifen nicht überfahren, erst recht nicht mit schweren landwirtschaftlichen Maschinen.“

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