Fast 100 Menschen lassen sich in unerforschte Welten entführen

Blick hinter die Leinwand des irdischen Lebens

Der Andrang ist groß im Twistringer Cinema: Rund 100 Menschen sind zum ersten medialen Abend im Landkreis Diepholz gekommen, den Katja und Arndt Hünniger in einem Kino veranstaltet haben. - Foto: Seidel

Twistringen - Von Anke Seidel. Es war ein Blick hinter die Leinwand des menschlichen Lebens – aber direkt vor der Leinwand des Twistringer Kinos. Und die Resonanz entsprach der einer James-Bond-Premiere: Nur ein paar versprengte Einzelplätze waren noch frei im rund 100 Besucher fassenden Cinema, als Katja und Arndt Hünniger ihren medialen Abend eröffneten – den ersten seiner Art im Landkreis Diepholz. Die letzte Plätze waren erst nach zwei Stunden besetzt, weil deren Inhaber nach einem Unfall auf der Autobahn im Stau ausharren mussten. Zufall oder Bestimmung? Auch um diese Frage ging es während der knapp dreistündigen Reise in unerforschte Welten.

Zwei goldfarbene Sessel vor der Kino-Leinwand und projizierte Bilder – schlichte Kulisse für das „Interview“, in dem sich das Ehepaar persönlich vorstellt und über Schlüsselerlebnisse berichtet. Beispielsweise bei ihrem Kennenlernen: „Sie hat mir sofort Dinge erzählt, die konnte sie einfach nicht wissen“, staunt Arndt Hünniger über die nur ihm bekannten Eigenschaften seines längst verstorbenen Hundes, die Katja ihm sofort aufgelistet habe.

Medium, Kontakt zur Welt der Seelen – Einbildung oder eine Ausnahmeerscheinung? „Jedes Kind sieht bis zu seinem achten Lebensjahr“, erklärt Katja Hünniger, „aber es wird nicht ernst genommen, wenn ein Kind sagt: Da ist jemand in meinem Zimmer.“ So werde fast ausnahmslos allen die Fähigkeit, Seelen zu spüren, schlicht und einfach abtrainiert. Bei ihr sei es anders gewesen: „Ich habe es angenommen. Es hörte nicht auf“, berichtet die ehemalige Twistringerin, die vor wenigen Wochen mit ihrem Mann nach Bremen gezogen ist, dem Publikum. Menschen aus verschiedenen Altersstufen sitzen im Kinosaal. Es könnte auch ein ganz normales James-Bond-Publikum sein – aber das hätte möglicherweise einen deutlich höheren Männeranteil.

Dann sind auf der Leinwand zwei Mädchen zu sehen, die einen Baum betrachten. „Das sieht meine Freundin“, sagt Katja Hünniger – und betont, als plötzlich ein konturloses, weißes Wesen auf der Leinwand erscheint: „Das sehe ich.“

Das Ehepaar ist ein eingespieltes Team. Sie berichtet von der Arbeit als Krankenschwester und mit Sterbenden, er von seiner Kindheit ohne religiöse Erziehung und seinen Weg zur Medialität, den beide seit vier Jahren gemeinsam gehen.

Aber wie funktioniert Medialität? Das Ehepaar erklärt es am Beispiel eines Radios, das als Resonanzkörper unsichtbare und nicht spürbare Funkwellen in Musik und Sprache verwandelt. So ein Resonanzkörper, erfahren die Zuhörer, sei die 33-Jährige für die Seelen Verstorbener. Eine Kommunikation über Energie: „Thesen der Quantenphysik zufolge ist die geistige Welt eine Art hochfrequenter Energiezustand, der unsere materielle Welt umgibt.“ Auch das Universum bestehe aus elektromagnetischen Wellen: „Schwingungsfrequenzen, die zwar körperlich nicht spürbar, aber wissenschaftlich messbar sind.“

Was passiert, wenn ein Mensch stirbt? Und was geschieht, wenn das „Ich“ aus dem Körper herausgetreten ist? Was erlebt die Seele? Um bildlich zu erklären, warum das von den Umständen des Todes abhängt, liest Katja Hünniger eine lange Passage aus ihrem Roman „Die Botschafterin der Unsichtbaren.“

Ein skeptischer Zuhörer verschränkt mit kritischem Blick die Arme vor der Brust. Mehrere Frauen schließen die Augen. Nicht um zu schlafen, wie eine von ihnen später erklärt, sondern um das Gesagte tief in sich wirken zu lassen.

Es sind ungewöhnliche Fragen, die Katja Hünniger aus ihrem eigenen Erfahren beantwortet: Wer begleitet mich auf der Erde und in den Himmel? Können Tote ihre Lieben auf der Erde besuchen? Gibt es Engel? „Ja“, stellt das Medium in diesem Punkt klar: „Jeder Mensch hat einen Schutzengel, der ihn das gesamte Leben lang begleitet.“ Die Zuhörer erfahren von unsichtbarer Unterstützung in Zeiten der Krisen und des Schocks, von Schattenseiten im Jenseits und von negativer Energie, die Menschen krank machen kann.

„Krieg, Folter und Leid haben so gewaltige negative Energien, dass sie noch viele Jahre an einem Ort hängen“, sagt die Referentin.

Selbst Streit, Angst und Trauer setzen demnach negative Energien frei. „Es stimmt. Schlechtes zieht Schlechtes an“, erklärt die 33-Jährige – und zeigt Wege auf, wie diese negativen Energien (spürbar als mulmiges Bauchgefühl, Unwohlsein oder Kopfschmerzen) entfernt werden können.

Dann die alles entscheidende Frage: Gibt es einen Gott? „Ja“, lautet die Antwort der Bremerin, die den Sinn des Lebens so beschreibt: „Es geht um das Fühlen!“

Nicht immer funktioniert an diesem Abend die Technik. Mal ist das Mikrofon zu leise, dann wieder fällt es ganz aus. Aber eines ist im Kinosaal kraftvoll, klar und deutlich zu hören: „Das Leben ist ein Geschenk. Und der Sinn des Lebens ist das Leben selbst – zu fühlen und an schmerzhaften Erlebnissen zu wachsen.“ Eine Botschaft ist außerdem, dass alle Menschen eine Veranlagung zur Medialität haben: „Der eine mehr, der andere weniger.“

www.spirit-is.life

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