TSV Barrien und Förderverein können sich nicht einigen

Zwist ums Barrier Bad

Barrien - Von Frank Jaursch. „Ich habe das Gefühl, man will das Barrier Bad an die Wand fahren.“ Gerhard Mey macht seinem Unmut mit deutlichen Worten Luft. Der Vorsitzende des TSV Barrien sieht seine Versuche, den Weiterbetrieb des kleinen Hallenbades zu unterstützen, torpediert – und zwar ausgerechnet vom Förderverein, dem künftigen Betreiber des Barrier Hallenbades.

Eigentlich sollte die ganze Sache längst in trockenen Tüchern sein: Die Stadt Syke gibt das Hallenbad an den Förderverein ab – und der übernimmt den Betrieb. Die Initiative fand viel Lob und Unterstützung in der Bevölkerung und in den Sportvereinen. Das für Anfang dieses Jahres drohende Aus fürs Bad war abgewendet.

Doch die Sache zieht sich –bis heute: Nach wie vor ist kein Betreibervertrag zwischen Stadt und Förderverein unterzeichnet. Grund: Die Steuerberater der Beteiligten beraten noch über das wirtschaftlich beste Modell. „Die Einigung kommt, die Frage ist nur, wann“, bestätigt Hein Sievers, der Projektkoordinator der Stadtverwaltung.

Doch auch zwischen dem neuen Betreiber und einem wichtigen Nutzer – dem TSV Barrien – knirscht es gewaltig. Das Problem: Jeder Verein, der das Bad nutzen möchte, muss im Rahmen seiner Aufsichtspflicht die Rettungsfähigkeit nachweisen. Der Förderverein fordert ein Rettungsschwimm-Abzeichen Silber. Genau das kann der TSV Barrien aber derzeit noch nicht für alle Gruppen vorweisen.

„Wir sind dabei, DLRG-Leute zu bekommen“, betont Mey. Doch gerade für die frühen Zeiten vor 8 Uhr gestaltet sich die Suche schwierig. Mey hoffte auf ein Entgegenkommen durch den Förderverein: Schließlich seien die Wassergymnastikgruppen in dem Bad nicht in der Maximaltiefe (zwei Meter) unterwegs.

Für therapeutische Schwimmbäder gelten andere Bestimmungen – die Anforderungen ans Aufsichtspersonal müssten dort deutlich niedriger sein, so die Argumentation des TSV.

Rettungsfähigkeit bleibt Streitpunkt

Der Förderverein folgte dieser Schlussfolgerung nicht. Der Grund: Der Vorstand des Vereins hat Angst davor, bei einem Unfall in Regress genommen zu werden. „Es gibt keine Vorschriften von Seiten des Gesetzgebers“, erklärt Peer Schmidt, Vorsitzender des Fördervereins. „Ein Richter orientiert sich dann an dem, was die Sachverständigen sagen.“ Und die könnten sagen: Das Barrier Bad hat einen Boden, der eine Wassertiefe von zwei Metern ermöglicht – also ist das Rettungsschwimmabzeichen Silber erforderlich.

Der TSV Barrien bot noch einen weiteren Kompromiss an: In einer Übergangsphase bis Ende 2018 könnte statt des Silber-Rettungsabzeichens auch die „kombinierte Rettungsübung“ als Anforderung ausreichen; die Richtlinie R 94.05 der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen sieht diese Alternative ausdrücklich vor. 

Doch auch darauf will sich der künftige Betreiberverein nicht einlassen. Schmidt verweist als Begründung auf einen Vortrag eines DLRG-Justiziars aus Hannover, der das Rettungsschwimmabzeichen als einzigen Nachweis akzeptierte. Die daraus entstandenen Zweifel im Vorstand habe anschließend keine Expertise ausräumen können.

„Ich habe den Eindruck, der Förderverein sucht nur die Contras, statt die Pros herauszuarbeiten“, sagt Mey. Er kritisiert diese Haltung als „nicht kompromissbereit“. Wenn der TSV keine qualifizierten Aufsichtskräfte abstellen könne, drohen einzelne Kurse auszufallen. „Und dann trifft es wieder die Falschen – vor allem die älteren Mitglieder.“ Die wären als Teilnehmer an Aquagymnastik-Kursen ganz besonders betroffen.

Das Murren in Reihen des TSV Barrien werde größer, berichtet Mey. Schließlich hatte der TSV sich noch Anfang dieses Jahres dafür ausgesprochen, den Förderverein mit einem „Soli“ zu unterstützen – immerhin mit insgesamt rund 13.000 Euro im Jahr. „Da werden Mitglieder bald fordern: 'Weg mit dem Soli'“. glaubt der Barrier Vereinsvorsitzende.

So ein Szenario wäre weder im Sinne der Barrier Sportler noch des Fördervereins. Dessen Vorsitzender Peer Schmidt mag sich nicht mit einem Zerwürfnis mit dem TSV Barrien befassen. „Wir wollen nicht als Konkurrenz für andere Vereine auftreten. Wir wollen das Bad erhalten – und so etwas nicht an Zwistigkeiten scheitern lassen.“

Für den Fall der Fälle allerdings stellt Schmidt auch klar: „Wir haben jetzt schon Nachfragen nach mehr Zeiten. Die Stunden werden weggehen wie warme Semmeln. Der Bedarf ist da.“

Für Hein Sievers ist die Situation ganz klar. „Ab 1. Januar ist der Förderverein Betreiber. Er kann die Bedingungen festlegen – und dann ist das halt so.“ Die strengeren Vorgaben haben auch Auswirkungen auf die Schul-Schwimmstunden, für die die Stadt zuständig ist. Eigentlich reicht laut Kultusministerium das Bronze-Abzeichen; nun muss auf Silber nachgebessert werden. Sievers: „Wir werden dafür sorgen, dass es entsprechend qualifiziertes Personal gibt.“

Rubriklistenbild: © dpa

Mehr zum Thema:

BVB holt mit starkem 2:2 bei Real den Gruppensieg

BVB holt mit starkem 2:2 bei Real den Gruppensieg

Bayer holt sich mit 3:0 gegen Monaco Selbstvertrauen

Bayer holt sich mit 3:0 gegen Monaco Selbstvertrauen

Widerstand der Rebellen in Aleppo bricht immer mehr zusammen

Widerstand der Rebellen in Aleppo bricht immer mehr zusammen

Kruse mit Turban: Werder-Training am Mittwoch

Kruse mit Turban: Werder-Training am Mittwoch

Meistgelesene Artikel

Nordwohlder Weihnachtsmarkt kommt gut an

Nordwohlder Weihnachtsmarkt kommt gut an

Streit um das nächtliche Taxi – Unternehmer verurteilt

Streit um das nächtliche Taxi – Unternehmer verurteilt

RTL-Kult-Schäfer Heinrich feiert mit Stars und Diepholzer Fotobox

RTL-Kult-Schäfer Heinrich feiert mit Stars und Diepholzer Fotobox

Ingrid und Klaus kommen nach Diepholz

Ingrid und Klaus kommen nach Diepholz

Kommentare