Gründer über Hilfe und Hetze 

Facebook-Gruppe "Syke - lebendige Stadt im Grünen" hat 2.300 Mitglieder

Mutter Ina (rechts) und Tochter Sissy Gogoll - Foto: Detlef Voges

Syke - Von Detlef Voges. „Syke trifft sich im Netz“ lautete die zweite Veranstaltung der Erzählcafe-Reihe Menschen und Medien. Der Arbeitstitel mag auf den ersten Eindruck etwas überzogen klingen, trifft auf den zweiten aber ziemlich genau das Thema. Im Spieker des Cafes Alte Posthalterei ging es am Donnerstagabend um die Facebook-Gruppe-Syke, repräsentiert durch die Initiatorinnen Ina und Sissy Gogoll.

Die beiden Sprecherinnen im Facebook-Sprachgebrauch auch Administratorinnen genannt, zeigten sich selbstbewusst. Kaum verwunderlich, stehen sie doch einer Gruppe vor, die zurzeit etwa 2.300 Mitglieder zählt, die überwiegende Mehrzahl davon aus Syke. Das entspricht immerhin rund zehn Prozent der Syker Einwohnerzahl.

Selbst Gerd Thiel, Gastgeber des Vereins Rund ums Syker Rathaus, äußerte sich beeindruckt von der Größe der Syker Fangemeinde dieses sozialen Netzwerks im Internet.

Gegründet hat Ina Gogoll (44) die Syker Facebook-Gruppe vor viereinhalb Jahren gemeinsam mit ihren Kindern Sissy und Dustin. Die Geschäftsfrau aus dem Ruhrgebiet wollte die Kommunikation in ihrer neuen Heimat mittels moderner Technologien verbessern und dabei soziale Netzwerke wie Facebook auf kommunaler Ebene nutzbar machen.

Kurz vor der Auflösung

Ins Leben gerufen haben die drei Gogolls eine digitale Syker Kontaktbörse, auf der sich die Mitglieder austauschen können. Dabei geht es offenkundig nicht immer gesittet zu. „Vor gut acht Wochen standen wir kurz vor der Auflösung“, erzählt Ina Gogoll. Ein Troll hatte versucht, die Gruppe zu spalten. „Wir haben seine Beiträge gelöscht“, so die Gruppen-Gründerin. In ihrer Eigenschaft als Administratorin kann sie das. „Wir arbeiten ja nicht in einem rechtsfreien Raum. Wir haben Gruppenregeln und respektieren andere Menschen. Hetze lassen wir nicht zu“, so Ina Gogoll.

Die Geschäftsfrau ist aber realistisch genug, die Schwächen des Netzwerks zu sehen und zu benennen. Nichts ist bei ihr rosarot. Die meisten Mitglieder sind anonym. Die Administratoren müssen die Beiträge auf den Wahrheitsgehalt und die Quellen abklopfen, quasi die Gesprächslandschaft säubern, bildhaft die Spreu vom Weizen trennen.

„Das ist oft zwischen Weinen und Lachen“, sagt Tochter Sissy, denn manche Facebooker spielten ihre Spiele, andere hätten keine gute Kinderstube genossen. Mitunter entstehen Streiterei und Beschimpfungen aus banalen Anlässen wie der Frage nach dem Wohl von Hunden. „Da muss man dann einfach entspannt drüberlesen“, meinte eine Besucherin.

Das Positive überwiegt. Die Gruppe ist für Ina Gogoll zu einem Stück Heimat geworden. Die Mitglieder treibt alles um, was um sie herum geschieht. Beispielsweise der nächtliche Einsatz eines Hubschraubers mit Suchscheinwerfer über Syke. „Da bin ich unruhig geworden“, erklärte eine Besucherin. Über ihre Syker Facebook-Gruppe, in der auch Mitglieder der Polizei und Feuerwehr sind, habe sie dann den Grund erfahren. „Dann konnte ich beruhigt ins Bett gehen“, so die Frau.

So vielschichtig die Themen sind, so bunt ist auch die Gruppe selbst. Das Einstiegsalter liegt bei 17 bis 18 Jahren. Hauptklientel sind die 25- bis 40-Jährigen, gefolgt von den 40- bis 55-Jährigen. Das älteste Mitglied ist 88 Jahre alt.

Obwohl mit 2.300 Mitgliedern ein Stück Syke repräsentierend, fühlt sich die Gruppe laut Ina Gogoll von der Syker Politik nicht ernst genommen. „Wir wünschen uns sehr, dass der neue Stadtrat das Forum Facebook nutzt und uns künftig rechtzeitig über Vorhaben informiert, damit wir mitdiskutieren können“, äußerte die Geschäftsfrau zum Abschluss einen Wunsch. Vielleicht wird der ja gehört, ist doch Bürgermeisterin Suse Laue Mitglied der Syker Facebook-Gruppe.

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