15 Regialog-Teilnehmer erhalten ihre Zertifikate

Win-Win mit Urkunde

Rico Mecklenburg mit Marie-Christine Raddatz (M.) und Dr. Solveig Steffen vor ihren Projekt-Präsentationen. - Foto: Husmann

Syke - Von Frank Jaursch. „So was gibt es sonst nirgends in Deutschland.“ Für Rico Mecklenburg, Präsident des Kommunalverbands Ostfriesische Landschaft, ist das Regialog-Konzept ein echtes Erfolgsmodell. Seit 2003 bereitet das Fortbildungsprojekt Geistes- und Kulturwissenschaftler auf die immer umfassender werdenden Tätigkeitsfelder im Kultursektor vor. Am Ende der acht Monate steht eine hilfreiche Zusatzqualifikation. Gestern war das Kreismuseum das Forum für die Übergabe der Zertifikate an den aktuellen Jahrgang.

Insgesamt 345 Männer und Frauen haben bislang die mindestens acht Monate laufenden Kurse erfolgreich absolviert. Ihre Aufgaben bekommen sie von den teilnehmenden Kultureinrichtungen: dem Bremer Fockemuseum zum Beispiel, der Emder Kunsthalle – oder eben dem Kreismuseum in Syke. Die Regialogen erstellen Flyer oder Homepages, sie organisieren Ausstellungen oder Mitmach-Aktionen, konzipieren Wanderwege oder erhalten wertvolle Einblicke in das Kulturmarketing.

Die Zusatzqualifikation hat einen guten Ruf bei Arbeitgebern: Immerhin etwa drei Viertel der Regialogen haben bislang innerhalb von sechs Monaten nach Projektende einen Arbeitsplatz bekommen. „Sie werden hier umfassend ausgebildet“, lobt Rico Mecklenburg die Mischung aus praktischer Arbeit und Seminarblöcken.

15 Regialogen hoffen nun, bei künftigen Arbeitgebern mit ihrem gestern übergebenen Zertifikat ein zusätzliches Argument für eine Anstellung in den Händen zu halten. „Es ist eine absolute Win-Win-Situation für die Teilnehmenden und für die beteiligten Häuser“, erklärt Mecklenburg.

Ein Eindruck, den Kreismuseumsleiter Dr. Ralf Vogeding bestätigt. Das Syker Museum hat seit der eigenen Premiere im Jahr 2005 oft von der Arbeit der Regialogen profitieren können. Jüngste Beispiele waren die Präsentation der Wald-Wege-Zeichen und des Krendels – auf Flyern und im Internet.

Die aktuelle Regialogin Miriam Schulz hinterlässt ihre Spuren zum einen in der Neugestaltung der Handwerks-Ausstellung, zum anderen in der Museumspädagogik: Sie begleitete das Schulprojekt „Migration in Syke“ der GTS2001. Und das tat sie so gut, dass das Kreismuseum ihr sogar einen Werkvertrag anbot, der über die Zeit des Regialog-Projektes hinaus reicht.

Schulz fehlte gestern zwar kurzfristig; andere Regialoginnen verdeutlichen aber in ihren Aussagen, wie sehr das Projekt sie vorangebracht hat. „Man lernt, die Dinge nicht nur von der fachlichen Seite, sondern auch von der Empfängerseite zu sehen“, umschreibt zum Beispiel Dr.  Solveig Steffen, die bei der Kreis- und Stadtarchäologie Osnabrück tätig war. Und für Marie-Christine Raddatz, lange im Hochschulsektor tätig, war ihre Konzeptionierung der Sonderausstellung „Fliesenkultur“ im Braker Schifffahrtsmuseum so etwas wie der „willkommene Weg zurück ins Museale“.

Für die kommende Regialog-Ausgabe nimmt der Verein mit dem knackigen Namen „Verein zum Erfassen, Erschließen und Erhalten der historischen Sachkultur im Weser-Ems-Gebiet“ noch bis zum 12. Oktober Bewerbungen von Geistes- und Kulturwissenschaftlern entgegen.

www.regialog.de

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