Auf Tuchfühlung mit Biber und Fledermaus

Mit GIS und GPS der Natur auf der Spur: Gymnasiasten forschen im Nationalpark Müritz

Die Teilnehmer des Sommercamps vor dem Grünower See mit den GIS-Experten von Esri (hinten links) und den Lehrkräften Anna Sandra Binder und Georg Wedemeyer (hinten rechts). - Foto: privat

Syke - „Mit GIS und GPS der Natur auf der Spur“ – so lautete das Motto für 15 Schüler des zehnten Jahrgangs des Gymnasiums und zwei Lehrer, die in Mecklenburg-Vorpommern im Nationalpark Müritz eine außergewöhnliche Projektwoche erlebten. Thema: Zusammenhänge in der Natur mithilfe von GIS und GPS zu erforschen.

Bereits seit März ist das Gymnasium Syke Partnerschule der Esri Deutschland GmbH, eines Unternehmens, das sich auf die Konzeption und Entwicklung von GIS-Systemen spezialisiert hat und Schulen beim Einsatz unterstützt.

Die Abkürzung GIS steht für Geo-Informations-Systeme. Im Alltag kennt man sie etwa als interaktive Karte im Internet oder Routenplaner im Auto. Am Gymnasium werden solche Systeme schon seit vielen Jahren im Erdkundeunterricht eingesetzt und bei Wettbewerben oder Projekten genutzt.

Den Auftakt des Sommercamps im Jugendwaldheim Steinmühle am Grünower See bildete eine spannende Dämmerungswanderung, auf der die Gruppe die Flugakrobatik der Fledermäuse beobachten konnte und in die Geheimnisse des nächtlichen Waldlebens eingeweiht wurde.

Nach einem Vortrag über den Lebensraum und Nationalpark Müritz wurden die Syker am nächsten Morgen in ihre Aufgaben eingewiesen: die Erfassung von „Points of Interest“ mit mobilen Hightech-Geräten.

Biberburgen, Spechtschmieden und Wildschweinsuhlen

Auf mehreren vom Nationalpark-Ranger geführten Wanderungen durch Wald und Moor sammelten sie umfangreiche Geodaten und Informationen für einen Exkursionsführer. Biberburgen, Spechtschmieden und Wildschweinsuhlen wurden ebenso mit Hilfe von Tablets kartiert wie umgestürzte Bäume oder seltene Pflanzen.

Alle erfassten Daten werteten die Schüler aus und verarbeiteten sie zu digitalen Karten mit ansprechendem Layout. Zum Abschluss wurden die Ergebnisse der Schüler in der Bildungsstätte des Nationalparkamtes vor Publikum präsentiert und mit viel Beifall bedacht.

Nach der Rückkehr nach Syke zeigt sich Lehrer Georg Wedemeyer beeindruckt von der Einsazbereitschaft der Gymnasiasten, aber auch von der Vorbereitung durch das Partner-Unternehmen, das Unterkunft, Anreise und Verpflegung für die Syker Gruppe übernommen hatte.

Fahrt zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Bleibend in Erinnerung wird den Jugendlichen zum einen die Fahrt zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Neustrelitz geblieben sein, wo sie eine Reihe anschaulicher Experimente vornehmen durften. Eine weitere Erkenntnis war die Verbindung von Natur und Technik: „Dieser scheinbare Widerspruch ist offenbar sehr gut in Einklang zu bringen“, fand Wedemeyer.

Seine Schüler haben in der Woche das Know-how gesammelt, um bei entsprechender Ausrüstung digitale Karten auch aus der eigenen Region zu erstellen. „Es war wichtig, die Methodik kennenzulernen, die hinter den Karten steckt“, erläuterte der Lehrer.

Die auf zwei Jahre befristete Kooperation geht schon kommende Woche in eine neue Runde: Dann startet am Gymnasium ein GIS-Workshop für Schüler. Auch Lehrer-Fortbildungen und ein weiteres Sommercamp im Nationalpark Müritz sind als Bestandteile der Zusammenarbeit geplant. 

fj

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