After-Work-Rundgang durch Ausstellung

Syke und seine Säume sehen

Aneta Palenga (l.) und Kirsten Kosubek bei der Ausstellung „Am Saum“. - Foto: Dagmar Voss

Syke - Von Dagmar Voss. Sie hat sich mit Syke künstlerisch auseinandergesetzt und dabei immer das Thema „Saum“ im Hinterkopf gehabt. Denn der Syker Kunstverein hatte Kirsten Kosubek einen solchen Auftrag erteilt. Und Säume sind der Kunstschaffenden im Gebiet Sykes sehr viele begegnet, in der Natur und in von Menschen gemachten Zusammenhängen. Daraus entstanden 16 Gemälde und Collagen, die seit Ende Oktober im Volkshochschulgebäude zu sehen sind mit dem Titel „Am Saum“.

Bei diesem etwas anderen Projekt einer Ausstellung blieb es jedoch nicht bei der Vernissage Ende Oktober und dem ansonsten ja immer eher stillen Geschehen des Einfach-Hängen-Bleibens. Der Kunstverein hat noch einiges vor in diesen Zusammenhängen. So gab es Anfang der Woche einen After-Work-Rundgang durch die Ausstellung, eine Einladung zu Gesprächen bei Wasser oder Wein und kleinen Häppchen. Mit dabei sowohl die Künstlerin als auch die Vernissage-Laudatorin und Delmenhorster Kunstwissenschaftlerin Aneta Palenga.

Sie verglich das Arbeiten an diesem Auftrag mit dem „Vorgehen einer Forscherin, wenn sie sich systematisch mit dem Begriff auseinandersetzt und sich Wege zum Abschreiten markiert.“ Das hatte Kosubek tatsächlich getan und es in einem ihrer Werke dokumentiert, dem „Forscherpfade Syke“, einem Wandbehang aus Stoff mit Applikationen. Darauf sind erkennbar etliche grüne Wald- und Naturschutzgebiete, rote Bebauungsfelder, die Hache als blauer und ihre Wege als gelbe Fäden.

Sie ließ sich ein auf die Gegebenheiten vor Ort und bildete sie ab, manches Mal als quasi fotorealistische Acryl- oder Ölbilder, dann wieder als leicht verfremdete Collagen mit Naturmaterialien. Dabei stieß sie auf jede Menge verschiedener Säume, auf Ziersäume oder Treibgutsäume, auf Licht- oder Parkstreifensäume. Im Gespräch mit den Besuchern des Rundgangs konnten alle immer wieder die Orte erkennen, bei denen sich Kosubek inspirieren ließ. Plötzlich betrachtete manch einer das Hasselmann’sche Dach eher als Kunstwerk, denn als Störenfried in Barrien: „Ich sehe da den Kreislauf der Gesteine“, meinte Manfred Palm vom Kunstverein. „Schließlich vergehen diese Steine irgendwann ganz und werden zu etwas Neuem.“

Hommage an die Bordüre

Ebenfalls reichlich unterschiedliche Säume sah die Delmenhorster Künstlerin in Beton gegossene bei „Hansebeton & Krendel“ oder am Golfplatz, bei dem eine Betrachterin sofort Bahn 8 erkannte.

Selbst die Bordüre im Eingangsbereich der Alten Posthalterei wurde mit in das Projekt einbezogen, denn schließlich setzte sie sich auch mit dem Ort auseinander, an dem die Bilder in der Folge hängen sollen. „Da war ich zunächst eher unglücklich und empfand diese historische Dekoration im Gebäude sehr schwierig. Heraus kam allerdings ein Bild, das Kirsten Kosubek als „Hommage an die Bordüre“ ansieht. Es wirkt herrlich unklar, als ob man durch einen Nebel schaut. Oder durch ein Wasserglas, das bei dem zweiten Bild dazu noch stärker wird, dem „Bordüre-Fantasie“.

Weitere spannende Themen im Zusammenhang mit der Ausstellung sind vorgesehen: am 11. Dezember um 15 Uhr „Künstler sehen Syke“ mit Manfred Palm. Und am 22. Januar um 15 Uhr „Das Heilsame in der Kunst“ mit der Kunsttherapeutin und Dozentin Dorothea Lang. Ort ist immer die Alte Posthalterei.

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