Pfadfinderstamm aus 1970er-Jahren will Erinnerung an Jugendzeit aufleben lassen

Suche nach den „Schwarzen Husaren“

Die Meute namens „Wölflinge“ zu Beginn der 70er-Jahre im Zeltlager. - Foto: Karl-Heinz Finke

Syke - Von Ulf Kaack. Vor mehr als vier Jahrzehnten wurde in Syke der Pfadfinderstamm „Schwarze Husaren“ aus der Taufe gehoben. Bis Mitte der 80er-Jahre existierte diese Gruppierung. In Kürze wollen sich die ehemaligen Mitglieder treffen und gemeinsam die Erinnerungen an ihre Jugendzeit aufleben lassen. Einstige Mitstreiter werden noch gesucht.

Exakt am Sonnabend, 22. Oktober, findet das Ehemaligentreffen um 14.30 Uhr in Wessels Hotel statt. Initiator ist Karl-Heinz „Charly“ Finke, der seinerzeit die „Schwarzen Husaren“ gründete. Er ist seit Kindsbeinen an Pfadfinder mit Leib und Seele. Als Schüler schloss er sich 1954 dem Deutschen Pfadfinder Bund an und gründete in Syke den Stamm „Schwarze Husaren“.

„Bereits in den späten 1940er-Jahren gab es in der Hachestadt einen Stamm mit dem Namen ,Tiger‘, der sich am 21. Dezember 1950 mit den Stämmen aus Bassum, Oerdinghausen, Bruchhausen-Vilsen, Thedinghausen und Neubruchhausen zum ,Horst Grafschaft Hoya‘ zusammenschloss“, erklärt Charly Finke die Historie. „Das waren noch Zeiten, wenn es auf Fahrt ging: Klopapier? Da war man froh, wenn es trockenes Laub gab. Zahnbürste? Die wurde selbst geschnitzt. Duschen? Ein Sprung in die Hache musste ausreichen.“

Irgendwann in den 50er-Jahren löste sich der Stamm auf. Finke hielt weiterhin zur Stange und gründete 1964 mit einem Freund das Zentralarchiv der Deutschen Pfadfinder. Als seine Söhne Dirk und Jens im „pfadifähigen“ Alter waren, hatte er die Idee, in Syke eine neue Gruppe zu gründen. So rief Charly Finke 1974 den Stamm „Schwarze Husaren“ mit den Sippen „Wölflinge“ und „Pfadfinder“ ins Leben. Ihr Domizil war lange Zeit die alte Dorfschule in Schnepke.

Die erste große Stammesfahrt führte die Syker Pfadfinder 1975 nach Nordenham, natürlich immer adrett gekleidet im kornblauen Hemd mit blaugelbem Halstuch und Lederknoten. Es folgten diverse Zeltlager, Wanderungen, Kajak- und Fahrradtouren. Bis nach Dänemark und Korsika führte es die Jugendlichen. Sie lernten den Umgang mit Kompass und Karte, Feuermachen in der Wildnis, das korrekte Aufbauen von Kothen und Jurten. Abends am Lagerfeuer gehörten die Gitarre und die Mundorgel einfach dazu. Das pure Naturerlebnis und die Kameradschaft standen im Zentrum aller Aktivitäten.

„Die letzten Großfahrt der ,Schwarzen Husaren‘ zum Bundeslager nach Haselünne fand 1985 statt“, erinnert sich Charly Finke. „Danach war Schluss mangels Beteiligung.“ Der heute 76-Jährige verzog kurz darauf mit seiner Familie nach Bruchhausen-Vilsen. Dem internationalen Pfadfinderwesen blieb er aber treu: Er schloss sich der „Zentralgilde im Verband Deutscher Altpfadfindergilden“ an, deren Vorsitz er als Gründungsmitglied viele Jahre innehatte.

Beim Ehemaligentreffen soll es locker zugehen. Geplant ist eine Dia-Show aus dem reichhaltigen Fotoarchiv von Charly Finke. Außerdem wird er einen kurzen Vortrag über „Pfadfinder in der heutigen Zeit“ halten. Aber das formlose Klönen und Austauschen von Erinnerungen steht ganz klar im Vordergrund. Wer noch Fotoalben aus dieser Zeit hat: Mitbringen!

Interessierte ehemalige und auch aktive Pfadfinder aus anderen Verbänden sind herzlich zu dem Treffen eingeladen. Informationen und Bilder gibt es auf der Facebook-Seite „Stamm Schwarze Husaren“ im Internet. Anmeldungen nimmt Charly Finke telefonisch unter 04252/2527 oder per E-Mail entgegen.

pfeffersack-vilsen@t-online.de

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