Anbieter Ewetel informiert im Ortsrat Ristedt: Internet-Ausbau in Sörhausen lohnt sich für Anbieter nicht

Selbst bezahlen oder auf Fördermittel warten?

Ristedt - Von Michael Walter. Selber Geld in die Hand nehmen oder warten, ob es Fördermittel vom Bund gibt? – Vor dieser Gewissensfrage dürften demnächst die Anwohner von Sörhausen stehen, die über zu langsame Internet-Verbindungen klagen. Das war am Mittwoch Abend Thema im Ristedter Ortsrat.

Das Problem erklärte Andreas Roshop vom Internet-Anbieter Ewetel: Durch Sörhausen verläuft sozusagen ein kommunikationstechnischer Graben. Während der einen Hälfte des Orts schnelle Anschlüsse mit bis zu 50 Mbit/sek zur Verfügung stehen, bewegt sich die andere im Schneckentempo durchs Internet. Denn sie hängt an einem anderen Kabelverzweiger, und der steht gut einen Kilometer weiter weg in Leerßen. Durch diese größere Entfernung sind schnellere Verbindungen als 12 Mbit/sek nícht möglich.

„Wir müssten diese Hälfte von Sörhausen komplett neu erschließen“, so Roshop. Bei der geringen Einwohnerdichte im Ort lohnt sich das für das Unternehmen aber nicht. „Diese Investition bekämen wir allein durch neue Verträge nicht wieder rein.“

Die für Roshop entscheidende Frage ist daher: Wir groß ist der Leidensdruck der Betroffenen? Ist er eher hoch, wäre eine Beteiligung der Anwohner an den Erschließungskosten denkbar. Könnten sie sich jedoch noch eine längere Zeit mit den gegenwärtigen Zuständen arrangieren, würde man abwarten, ob die Stadt Syke in den Genuss von Fördermitteln kommt, die sie dafür investieren könnte. Die Bundesregierung stellt gerade einen Fördertopf mit drei Milliarden Euro dafür zur Verfügung. Der Haken: Praktisch ganz Deutschland bewirbt sich darauf.

Peter Pawlik von der Stadtverwaltung informierte in diesem Zusammenhang: Im September gibt es in Syke dazu eine Info-Veranstaltung des Landkreises für alle Kommunen im Nordkreis. „Der Landkreis überlegt, einen Zweckverband zur Finanzierung des Internet-Ausbaus zu gründen“, so Pawlik. Nach dieser Info-Veranstaltung könne man mehr zum Thema Fördergelder sagen.

Andreas Roshop sicherte zu, in der Zwischenzeit einmal grob auszurechnen, was die Erschließung in Sörhausen ohne Fördermittel kosten würde und wie hoch der Anteil für die Anlieger dann in etwa wäre. Ortsbürgermeister Claus Bruhm schlug vor, das Ergebnis bei einer Bürger-Info vorzustellen.

Und was gab’s sonst? – Der Ortsrat empfahl einstimmig einen Antrag von Anwohnern des Meyerswegs zur Einführung eines Tempolimits von 30 km/h. Die Straße liegt außerhalb der geschlossenen Ortschaft. Daher ist dort derzeit Tempo 100 erlaubt.

Rubriklistenbild: © dpa

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