Schülersprecher an Gymnasium, Realschule und GTS 2001 engagieren sich für ihre Mitschüler

„Ein bisschen wie Politik“

Die GTS-Schülersprecher Nadine Voß, Alieke Dauen, Hannah Feldmann, Lucas Fitz, Nico Vißer und Nathalie Häfker.
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Die GTS-Schülersprecher Nadine Voß, Alieke Dauen, Hannah Feldmann, Lucas Fitz, Nico Vißer und Nathalie Häfker.

Syke - Von Frank Jaursch. Eigentlich haben die Schüler schon genug um die Ohren – Hausaufgaben, Praktika, Referate, Büffeln für die Prüfungen. Schließlich legen sie mit ihrer Schulbildung die Grundlage für ihr Berufsleben. Und doch gibt es sie immer wieder und an jeder Schule: Jugendliche, die sich für ihre Mitschüler engagieren. Wir stellen die Schülervertretungen von GTS 2001, Realschule und Gymnasium vor.

„Ich will helfen, hier ein Klima zu schaffen, bei dem sich alle wohlfühlen“, erklärt Alieke Dauen ihre Motivation, als Schülervertreterin zu kandidieren. Die Wahl an der GTS 2001 (Haupt- und Realschule) ist ein purer Akt der Demokratie: Jeder Schüler stimmt ab, wen er in der Schülervertretung (SV) haben möchte. Und die Jugendlichen werben um die Stimmen – Wahlplakate und -reden inklusive.

Die 13-jährige Alieke gehört zu den sechs Jugendlichen, welche die meisten Stimmen von den knapp 400 Schülern aus Haupt- und Realschulzweig bekommen haben. Die Wahl ist ein großes Kompliment, aber auch eine Verpflichtung. Denn nicht alles läuft perfekt.

„Da besteht schon manchmal noch Verbesserungsbedarf“, umschreibt es Hannah Feldmann. Die Zehnklässlerin bekam die meisten Stimmen – und hat schon ein paar Jahre Erfahrung in SV-Dingen.

Auf einige Erfolge können die Jugendlichen zurückblicken. „Bis vor zwei Jahren gab es hier noch ein Handyverbot“, erzählt Hannah. Nicht zuletzt auf SV-Initiative ist das Vergangenheit.

Die Bandbreite der Probleme ist groß: vom kleinen Disput zwischen Schülern und Lehrern über verdreckte Toiletten bis hin zum Wunsch nach freiem WLan. Die Schüler haben das Gefühl, mit ihren Anregungen von Lehrern und Schulleitung ernst genommen zu werden. Auch wenn sich nicht alles umsetzen lässt.

Hannah und ihr Mitschüler Nico Vißer sind in ihrem letzten Jahr an der GTS. Dabei kann es passieren, dass sie selbst gar nicht mehr als Schüler miterleben, wie einer ihrer Pläne umgesetzt wird. Nicht schlimm, findet Hannah. „Die anderen können das ja weiterführen.“

Nico mag die Chance, selbst zu gestalten. „Es ist ein bisschen wie Politik“, findet der 16-Jährige. „Etwas zu besprechen, bei Veränderungen mitzuwirken.“

Ähnlich klingen die Aussagen von Bjarne Altenburg, Schülersprecher im Gymnasium. „Ich wollte das schon immer machen, ich fand das voll cool“, erklärt der Elftklässler. „Das hat‘s mir angetan, auch trockene Themen. Es gibt hier so viel zu tun.“

Am Gymnasium Syke vertreten (v.l.) Nicolas Schultze, Leon Frauenheim, Elif Gündogan, Bjarne Altenburg und Paulina Zenkel die Schülerschaft.

Achtklässler Leon Frauenheim genießt die Gesellschaft seiner SV-Kollegen. „Man fühlt sich so zusammen.“ Doch die Sitzungen sind natürlich kein Selbstzweck – man will gestalten. Die fünf von der gesamten Schülerschaft gewählten Vertreter bringen unterschiedlichste Ideen ein. Nicolas Schultze zum Beispiel schwärmt von seinem Auslandsjahr: Das hätte ihm gezeigt, dass das Schulleben „viel intensiver sein könnte“. Er möchte mehr Programm für Schüler und mit Schülern – auch jenseits des Unterrichts.

Dass sich einiges getan hat in Sachen Schülervertretung am Gymnasium, zeigt sich nicht nur am renovierten SV-Raum oder an den jungen Verstärkungen wie Leon oder Elif Gündogan (6. Klasse). „Die SV hat sich verdammt gewandelt in den letzten Jahren“, findet Bjarne. Früher sei man „wahrgenommen, aber nicht ernst genommen worden“.

Mittlerweile funktioniere der Austausch zwischen Lehrern, Eltern, Schülern und Förderverein viel besser. „Wenn was ist, wird meistens schnell angepackt“, so Nicolas.

Übereinstimmend loben die Schüler die Schulleitung und einen großen Teil der Lehrerschaft, „die das wahrnimmt und auch würdigt, was wir machen“, so Bjarne.

Den guten Draht zu den Lehrern loben auch Joana Gierth und Maximilian Kelhar. Die beiden bilden in diesem Schuljahr das SV-Duo der Realschule. „Die sind alle sehr offen uns gegenüber“, erklärt Joana.

Das Wesen der Schülervertretung präsentiert sich hier ein wenig anders als an den anderen beiden Schulen: In der Realschule gibt es keine Direktwahlen. Vielmehr werden die Schülervertreter von den Klassensprechern gewählt.

Das Schülersprecher-Duo der Realschule: Joana Gierth und Maximilian Kelhar.

Die Realschulsprecher kommen immer aus dem Kreis der Zehntklässler. Grund: Ihre Hauptaufgabe liegt in der Organisation der Veranstaltungen rund um den Schulabschluss. Sie sorgen für die Versorgung der Absolventen mit Pullovern oder T-Shirts und stellen den Abschlussball auf die Beine. Die beiden 15-Jährigen sehen sich nicht so sehr als Ansprechpartner für ihre Mitschüler bei Problemen. „Meistens gehen die Schüler dann zu den Lehrern“, erklärt Maximilian.

Dennoch ging es ihnen genauso wie wohl allen, die zum illustren Kreis der SV gehören: Die Wahl – und das damit verbundene Vertrauen der Mitschüler – schmeichelt ihnen. „Es ist schon was Besonderes“, räumt Maximilian ein. Balsam für die Eitelkeit? Bjarne Altenburg verneint. „Aber geil ist es trotzdem.“

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