Rainer Köster tritt nicht wieder für den Posten des JFK-Vorsitzenden an

Vor der 13 ist Schluss

Rainer Köster hat ab September wieder mehr Zeit, sich seiner Plattensammlung zu widmen. Der 65-Jährige tritt nicht wieder für den Posten des JFK-Vorsitzenden an. - Foto: Detlef Voges

Syke - Er hat es eigentlich so gar nicht mit dem Aberglauben. Das 13. Jahr als Vorsitzender des Musikvereins Jazz Folk Klassik, kurz JFK, wollte Rainer Köster dann aber doch nicht wagen. Deshalb tritt er, durchaus augenzwinkernd, was die 13 angeht, auf der Jahreshauptversammlung des Vereins im September nicht wieder für den Chefposten an.

Wie in einem gut geführten Verein üblich, ist die Nachfolge wenig strittig. Der JFK-Vorstand schlägt Gerd Harthus vor. Der ist ohnehin schon auf der Chefetage tätig und inspirierender Macher des erfolgreichen Festivals Jazz Folk & Bike.

Köster, ein gebürtiger Westfale, kam 1967 aus Hagen nach Syke und war bis zu seiner Pension 2013 Lehrer in Bassum. Ein Mann mit Zielen, besonders in der Kultur. Deshalb passte die Gründung des Musikvereins JFK 1995 in die Vita des Pädagogen. Köster füllte damals mit Gleichgesinnten eine Lücke: Die Stadt Syke hatte sich aus der Finanzierung der Kleinkunst- und Konzertreihe im Kreismuseum zurückgezogen. JFK übernahm nicht nur, sondern mischte den Markt in jeder Hinsicht qualitativ auf. Mit Jazz, Folk und Klassik in bisher in Syke nicht oft gehörter Weise.

Stadt erkennt positives Potenzial

Die öffentliche Skepsis war greifbar, der Erfolg machte alle zweifelnden Geister stumm. Die Stadt erkannte das positive Potenzial, integrierte JFK ins Stadtmarketing und bezuschusst den Verein großzügig, Mitglieder und Sponsoren halten ebenso die Treue. Erstaunlich ist der Erfolg des heute gerade mal 50 Mitglieder starken Vereins nur auf den ersten Blick. Köster zögert auch keineswegs mit der Erklärung: „Das Team“, sagt er. Wichtig seien kompetente Vorstandskollegen und eine funktionierende Arbeitsteilung. Die Chemie stimmt, das Konzept auch. Wenn irischer oder schottischer Folk, dann die Originale – wenn Jazz, dann nicht den rundgeschliffenen für das Kaffeekränzchen.

Eine interne Krise 1998 war reinigend. JFK startete danach durch und hatte mit der Kreissparkasse einen kongenialen Partner, der seinen Saal für die Konzerte zur Verfügung stellte. Heute muss JFK mitunter sogar in das noch größere Theater umziehen, um alle Fans unterbringen zu können.

Seit 1995 hat der Musikverein über 300 Konzerte veranstaltet. Die Liste der Bands, die in Syke spielen wollen, ist lang. „Wir könnten zwei Konzerte am Tag anbieten, wenn wir alle Offerten realisierten“, erklärt der Vereinschef und spricht von einem guten Namen, den JFK in der Szene genieße. „Darauf sind wir schon stolz“, so Köster. Die ersten Jahre waren geprägt von einer dominierenden Folk-Szene. Besonders die Bands aus Osteuropa versetzten das Publikum in Euphorie. „Das hatte man hier noch nicht gehört“, so Köster. Inzwischen hat sich der Musikschwerpunkt verschoben. JFK setzt mehr auf Jazz. „Der Folk-Trend hat sich totgelaufen. Bands spielen heute in jeder Dorfscheune“, erklärt der 65-Jährige.

Dass der Wechsel reibungslos erfolgte, hat für Köster besonders mit Gerd Harthus zu tun. Der sei unglaublich gut in der Szene vernetzt. Da sei es über einen Anruf möglich, kurzfristig so hervorragende Musiker wie Adam Baldych und Vladyslav Sendecki zu einem Konzert bei Jazz Folk & Bike zusammenzubringen.

Das könne man nur mit einer guten Reputation, und die sei Ergebnis eines beharrlichen Festhaltens an einem anspruchsvollen Konzept. Davon ist Köster überzeugt.

Die Konzertliste seit 1995 ist Bestätigung genug. Da tauchen Namen auf wie Dominique Horwitz, Tim Fischer, Dave Holland, Nils Landgren, Brian Auger und Rokia Traore. Als Michael Wollny 2008 in Syke auftrat, war er nur Insidern bekannt. „Heute hätten wir Probleme, ihn bezahlen zu können“, so Köster, der sich aber keineswegs als „Geburtshelfer“ sieht. „Wir sind einfach gut in der Szene unterwegs“, sagt er.

Wer steht denn auf seiner Wunschliste oben? „Ich würde mal gern was mit Ulrich Tukur machen“, erklärt er und lächelt geheimnisvoll.

Zwölf Jahre Chef von JFK. Das ist und war Arbeit. „Es war aber eine gut investierte Zeit“, bilanziert er und spricht von einem guten Gefühl bei voll besetzen Sälen und begeistertem Publikum.

Von Detlef Voges

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