Berufsorientierungs-Training „HOT“ an der Realschule

Mit Queen zum Job

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Eine Selbstpräsentation vor der eigenen Klasse stand im Mittelpunkt des letzten HOT-Tages.

Syke - Von Frank Jaursch. Diese Woche hatte es in sich für die Schüler aus den neunten Syker Realschulklassen: Vier Tage lang stand kein normaler Unterricht auf dem Lehrplan, sondern Training für die eigene berufliche Zukunft. Was sind eigentlich meine Stärken? Welche Berufsfelder kommen meinen Interessen entgegen? Und wie präsentiere ich mich vor anderen?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich bis Donnerstag das Projekt HOT. Hinter dem Kürzel verbirgt sich das „Handlungsorientierte Training für die Realisierung von Ausbildungswünschen“. Im Klartext: Wer bin ich, was kann ich, was will ich erreichen – und wie komme ich da hin?

Vier Tage – ein ordentlicher Brocken, auch für die Lehrer. „Der Unterrichtsverlust ist gewaltig“, sagt Rosenwinkel. So gab es zwar durchaus Widerstände, am Ende aber hätten alle Kollegen die Entscheidung mitgetragen.

Vertreter großer Arbeitgeber eingeladen

Diese Art der Berufsorientierung funktioniert am besten mit externen Experten, erklärt Schulleiter Rolf Rosenwinkel. „Die Akzeptanz der Schüler ist viel größer.“ Das Rotenburger Unternehmen Up-Consulting ist seit Jahren ein Partner der Schule; es hatte auch die Organisation des Projekts übernommen.

So wurden Vertreter von verschiedenen großen Arbeitgebern eingeladen, die den Schülern eine ganze Reihe von Berufsfeldern näherbrachten. „Das hat mir sehr gefallen“, fand Taschdin (14) am Ende von HOT, „da kann man direkt mit den Leuten reden und erfährt auch Sachen, die man nicht im Internet herausfindet.“

Die Begegnung mit potenziellen Arbeitgebern von übermorgen war aber nur einer von vielen Aspekten. Im Mittelpunkt stand meist der Schüler selbst. „Die Schüler haben viel über sich herausgefunden“, erklärt Projektmanager Uwe Sanwald (Up-Consulting).

So stand ein Tag ganz im Zeichen der Vorstellung: Was sind die eigenen Stärken, auf welche Hobbys sollte man bei einer Vorstellung lieber verzichten („Chatten, Chillen, Shoppen“) – und auf welche nicht (Team-Sportarten, Feuerwehr)?

Tests, Vorstellung und Selbstpräsentation

Die Begegnung mit unterschiedlichen Tests war ein weiterer HOT-Baustein. Vom normalen Einstellungstest bis zu Konzentrationsübungen reichte dort die Bandbreite. Die Trainer forderten den Jugendlichen einiges ab – und das auf unkonventionelle Weise: So ertönte bei einer Konzentrationsübung plötzlich laute Queen-Musik. „Es geht darum, sich Strategien für ein gutes Abschneiden zu überlegen“, sagt Sanwald.

Eine Selbstpräsentation stand Donnerstag für alle Teilnehmer an. Für viele gar nicht so einfach, diesen Schritt vor die eigene Klasse zu machen. Das bestätigt auch Vanessa. „Davor hatte ich schon Angst. Aber zu wissen, was meine Stärken sind – das hat mir Mut gegeben.“ Die 15-Jährige hat sich überwunden und es geschafft – wie übrigens alle Teilnehmer, wie Uwe Sanwald betont. „Keiner hat sich verweigert. Viele haben sich vielleicht die ersten 23 Sekunden nicht wohl gefühlt. Aber am Ende war es für alle total lehrreich.“

Einzige Kritik: Als etwas zu lang empfanden viele Beteiligte die Dauer des Projektes. Vielleicht wäre eine Splittung in zwei Zwei-Tages-Abschnitte sinnvoll? Am Ende aber zeigte sich Sanwald sicher, dass der Nutzen, den die Schüler hatten, den Unterrichtsausfall mehr als kompensiere. „Die Schüler haben von den vier Tagen etwas mitgenommen, wovon auch die Lehrer profitieren.“

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