Premiere für „Fastföhrt“ im Kreismuseum / 20. Produktion der Theaterwerkstatt

Urkomisch und ein bisschen gruselig

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Wilderer Raoul und Bauer Gerhard machen auf die Frauen unheimlich Eindruck.

Syke - Von Dagmar Voss. Ob es nun um Organhandel geht und alte Knochen, Eheanbahnung oder Wilderei – es macht wieder Spaß, dem bunten Mix der Syker Theaterwerkstatt zu folgen. Mit „Fastföhrt“ – auf Hochdeutsch: Festgefahren – hatte ihre 20. Produktion Premiere.

Der plattdeutsche „komische Triller“ nach dem Original „Gestrand“ der niederländischen Autorin Mary Bakker-Schoon bot seinen sieben Akteuren beste Gelegenheit, auf der kleinen Bühne im Kreismuseum ihr Bestes zu geben. Und so nahm – nach einer Begrüßung vom Hausherrn Ralf Vogeding – die Premiere ihren Lauf. Nur musste eben noch schnell Regisseur Frank Mithöfer augenzwinkernd erklären, dass sie sich kein Stück mit leidenschaftlichen Liebesszenen ausgesucht haben: „Aus dem Alter sind wir raus.“

In drei Akten dreht sich alles um vier Freundinnen: Marianne (Maren Kanther) und Christa (Sigrid Schmidt) machen sich mit ihren Schwestern Lisa (Saskia Wendt) und Theresa (Karin Wülbern) auf den Weg nach Hamburg zu den Chippendales. Auf dem Weg verfahren sie sich, landen nahe der holländischen Grenze in einer abgelegen Gegend und bleiben mit dem defekten Auto liegen. Sie gelangen an ein einsames Bauernhaus und machen sich dort breit, bis der miesepetrige Bauer Gerhard (Hans-Dieter Lüllmann) eintrifft. Der ist zwar angesäuert, lässt die Frauen aber eine Nacht lang bleiben.

Doch bald schon fängt der Grusel an, denn unter dem Bett entdecken sie einen Koffer mit alten Knochen und Schädeln. Sollte der mürrische Landwirt etwa ein Mörder sein? Am nächsten Morgen können sie ein Gespräch zwischen Gerhard, dem Wilderer Raoul (Christian Schröder) und dem Arzt Metz (Frank Mithöfer) belauschen, das sie glauben lässt, die drei handelten mit Organen. Es geht um die Bezahlung von vier Herzen und acht Nieren, dazu die Bemerkung: „Der Doktor operiert, der Bauer schlitzt sie auf.“ Sollen sie bleiben und ein Verbrechen aufdecken oder lieber so schnell wie möglich flüchten? Aber wie? Der Bauer ist viel freundlicher als am Abend davor und lädt das Quartett ein, doch zu bleiben. Wilderer Raoul bringt Zutaten für ein Mittagessen, das sie kochen sollen.

Derweil stellt sich heraus, dass Saskia und Theresa eigentlich überfällig seien, was Männer anbetrifft. Bis Saskia ihrer Freundin gesteht, dass sie Frauen lieber möge. Theresa schmeißt sich an Raoul ran, weil sie ihn nicht aus den Augen verlieren will wegen des Organhandels. Den Knalleffekt vor der Pause liefert Bauer Gerhard: mit blutgetränkter Schürze und einem Herzen in der Hand.

Wie sich das Ganze dann aufklärt, soll hier nicht verraten werden. Und vor allem der umwerfend komische Auftritt der drei Herren zum Schluss: einfach zu Lachtränen rührend. Da können sich die Damen die Weiterfahrt zu den Chippendales schenken.

Weitere Auftritte: 6. März, 16Uhr; 9. März, 20 Uhr; 19. März, 20 Uhr; 20. März, 16Uhr; 28. März, 16 Uhr.

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