André Fieseler (Die Linke) möchte sich für sozialen Wohnungsbau einsetzen

„Politik ist mein Hobby“

André Fieseler (21) möchte sich für Die Linke in den Rat der Stadt Syke wählen lassen.

Syke - Von Michael Walter. Es gibt da dieses Klischee von den wenig bis gar nicht mehr politisch interessierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen. André Fieseler könnte man dafür problemlos als Gegenbeispiel aufführen. „Politik ist mein Hobby“, sagt der 21-Jährige. Und das nicht erst seit gestern.

Schon als Schüler hat er regelmäßig die politischen Nachrichten verfolgt. Mit knapp 19 wurde er Parteimitglied bei den Linken. Und für die möchte er jetzt gern in den Rat der Stadt einziehen.

Warum wird ein 19-Jähriger Mitglied einer politischen Partei? „Damals war gerade die AfD stark im Kommen“, erklärt Fieseler. „Ich hatte mir gedacht: Dagegen muss man was unternehmen. Das war also praktisch eine Art Gegenreaktion.“ Und warum gerade bei der Linken? „Weil sie mir damals als die souveränste Partei von allen erschien.“

Was er damit meint, kann Fieseler aus dem Stehgreif anhand einer ganzen Reihe von Themen herleiten. „Die Linken stimmen im Bundestag als einzige gegen Kriegseinsätze der Bundeswehr“, erklärt er beispielsweise. „Und sie sind die einzige Partei, die keine Großspenden annimmt.“

Die historischen Wurzeln seiner Partei in der DDR findet der Syker nicht dramatisch. „Für mich ist die Linke keine Nachfolgeorganisation der SED“, sagt er. Dieser Vorwurf treffe seit dem Zusammenschluss der damaligen (ostdeutschen) PDS mit der (westdeutschen) Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) im Jahr 2007 nicht mehr. „Ich würde sogar behaupten, die Linke ist die zurzeit demokratischste Partei in der deutschen Parteienlandschaft.“

Dass er mit bundespolitischen Themen und Grundsatzfragen bei einer Kommunalwahl nicht viele punkten kann, ist Fieseler klar. Wichtigstes lokalpolitisches Thema ist für ihn der Komplex bezahlbarer Wohnraum und sozialer Wohnungsbau. Darüber hinaus möchte er sein Augenmerk auf den weiteren Erhalt und die Förderung des Schulstandorts Syke richten. Und grundsätzlichen Handlungsbedarf sieht er bei der Verbesserung des ÖPNV. „Es gibt in Syke Ecken, da kommst du ohne Auto nicht raus“, sagt er. „Henstedt zum Beispiel. Da fährt auch der Bürgerbus nicht hin.“

Wenn er gewählt wird, wäre Fieseler Einzelkämpfer im Rat. „Ich würde dann je nach Thema Verbündete suchen“, sagt er. Dialogbereit wäre er allen demokratischen Parteien gegenüber. „Ich bin da überhaupt nicht dogmatisch.“ Die Möglichkeit, auf Dauer mit anderen eine Gruppe zu bilden, um im Rat und seinen Fachausschüssen mehr Einflussmöglichkeiten zu bekommen, würde er sich aber offen halten.

Beruflich ist André Fieseler als Informatiker beim Landkreis Diepholz tätig. Sein Privatleben mag er nicht an die große Glocke hängen. Er ist Single und liest er historische Romane, Fantasy und Science Fiction – wenn er sich nicht mit seinem Hobby Politik beschäftigt.

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