Septett „7 of 8“ beeindruckt mit intensivem Konzert 

Nachtlied für Schlaflose

Mit der Formation 7 of 8 um Andreas Willers (l.) hatte der Musikverein Jazz Folk Klassik eine musikalische Herausforderung für die Zuhörer in den Konzertsaal der Kreissparkasse gebracht. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Detlef Voges. Sie waren einmal zu acht. Das war in den 90er-Jahren. Jetzt sind es noch sieben. An Spielenergie hat das Septett, das sich deutungsnah „7 of 8“ nennt, kaum etwas eingebüßt. Das bewies die Gruppe um ihren musikalischen Spielmacher Andreas Willers am Sonntagabend bei ihrem Konzert im großen Saal der Kreissparkasse. Gastgeber war der Syker Musikverein Jazz Folk Klassik (JFK).

Mit Matthias Schubert (Tenorsaxophon), Benjamin Weidekamp (Klarinette, Altsaxophon, Bassklarinette), Tom Arthurs (Trompete), Jörg Huke (Posaune), Meinrad Kneer (Bass) und Christian Marien (Schlagzeug) hat Kompositeur und Gitarrist Andreas Willers hochkarätige Musiker um sich versammelt.

Jeder der Musiker hat für sich in eigenen Bands und auch als Solisten bereits zahlreiche Erfolge eingefahren. Die Liste ihrer musikalischen Partner ist lang und klangvoll und reicht von Albert Mangelsdorff bis Herb Geller und Marc Ducret.

Bei Willers, selbst einer der bekanntesten Gitarristen und Komponisten in der Jazz-Szene, hat sich musikalische Vielfalt eingefunden, die auch in der Theater- und Filmbranche ihre Wurzeln hat.

Kein Wunder, dass die Musik der „7 of 8“ in ihrer Expressivität durchaus auch zur Untermalung oder Begleitung von Filmszenen dienen könnte. Ihre jazzigen Improvisationen sind wuchtig und fordernd.

Für die entsprechende Power sorgen die vier Bläser – entweder im Kollektiv oder als Solisten. Die Ausdrucksstärke des Spiels liegt dabei jenseits des Gängigen mit einer Betonung auf der reinen Musikalität. Das führt zu einem lernenden Kommunizieren.

Wer eingehende Harmonien wünscht, kommt bei „7 of 8“ zu kurz. Das Septett lotet auf seinen Instrumenten auch jene Bereiche aus, die das Gehör herausfordern und das mit einer Kraft, die auch in die Glieder fährt.

Da entlocken die Spieler Saxophon, Trompete und Posaune Geräusche, die an Dauer-Rauchen oder Jahre langes Whisky trinken erinnern. All das mit einer Intensität und Spielfreude, die fast etwas Jungenhaftes an sich hat.

Als Gute-Nacht-Beschallung wäre die Herrenriege um Andreas Willers allerdings eher nicht geeignet. Dabei gibt es das Stück „Schlaf du mein Erquicker“, das Willers auch mit einen süffisanten Lächeln ankündigte. Damit wären wir bei einem eher weniger erwarteten Aspekt der Band – der Selbstironie. Denn mit „Schlaf du mein Erquicker“ ist an Schlaf nicht zu denken.

„7 of 8“ spielt mit Kopf. Anspruchsvoll und ihr Handwerk beherrschend, weiden die Akteure in der musikalischen Landschaft – mal rockig, immer jazzig, mal bläser-dominant, mal zurückgenommen bei einem Dialog von Gitarre, Bass und Schlagzeug, aber stets ungemein spielfreudig.

Ein Abend für Fans. Verbunden mit einem Lob für den Gastgeber, der nichts unversucht lässt, dem Mainstream zu entkommen, auch wenn das die Kasse nicht voll macht.

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