Ein Jahr Syker Flüchtlingscafé 

Mimik, Gestik und Herzlichkeit

Jede Menge gute Laune – wie es sich für eine Geburtstagsfeier gehört: Gemeinsam begingen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund das einjährige Bestehen des Flüchtlingscafés.J Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Frank Jaursch. Flüchtlingscafé? „Gut gut gut!“ Auch Menschen, die sich eigentlich überhaupt noch nicht auf Deutsch verständigen können, bringen unmissverständlich zum Ausdruck, was der wöchentliche Treff im Gemeindehaus der Christuskirche für sie bedeutet. Seit einem Jahr ist das Café ein Treffpunkt für Menschen vieler Nationen. In dieser Zeit hat es sich zu einer festen, liebgewonnen Einrichtung gemausert.

In einem Jahr ist viel geschehen. Manche Besucher sind längst wieder verschwunden, andere kommen nur kurz. Aber viele bleiben, knüpfen Kontakte. Gerade viele Familien mit Kindern zählen zu eifrigen Besuchern.

„Wir sind ein großer Kreis geworden, es sind so viele Freundschaften entstanden“, umschreibt es Mandy Hayen, eine der Initiatorinnen des Cafés. Das gilt im übrigen nicht nur für die Beziehung von Helfern zu Flüchtlingen, sondern auch jeweils untereinander. Ein dichtes Helfernetz hat sich gebildet – von der Hilfe beim Briefeschreiben über Förderunterricht bis zur Unterastützung bei der Suche nach Wohnungseinrichtungen.

Ein Ort, um sich willkommen zu fühlen

Der originäre Grund aber ist ein ganz unmittelbarer. „Hier ist ein Ort, um sich willkommen zu fühlen“, so Hayen. Man spüre, dass hier alle gut miteinander umgehen. „Inzwischen merken natürlich auch die Flüchtlinge, dass sie nicht überall willkommen sind“, erklärt sie. Da ist das wöchentliche Treffen für viele ein Termin, der ihnen die andere, positive Seite vermitteln kann, die es eben auch gibt.

Und es klappt – auch wenn es nach wie vor sprachliche Barrieren gibt. Doch die werden wettgemacht – „über Mimik, über Gestik und über Herzlichkeit“, erklärt Mandy Hayen. Rund 200 Besucher erlebten das am Wochenende bei der „Geburtstagsfeier“ aus Anlass des einjährigen Bestehens.

Planung für Weihnachtsfeier begonnen

Ein internationales Büfett, zu der Menschen aus vielen Ländern etwas beigesteuert hatten, bildete die kulinarische Basis für einen gelungenen gemeinsamen Abend. Und bewies, dass jeder etwas beisteuern kann, das so ein Treffen bereichert.

Einen Beitrag leisteten auch Matt & Basti: Die beiden Syker Kinderliedermacher traten ohne Gage auf. Noch andere Künstler trugen zur ausgelassenen Stimmung bei, die in einem ausgelassenen Kreistanz unter freiem Himmel mündete.

Nach dem Fest ist vor dem Fest. Die Organisatoren beginnen nun schon mit der Planung für eine gemeinsame Weihnachtsfeier. „Wie könnt ihr eine Weihnachtsfeier mit Moslems feiern?“ – solche Fragen lösen bei Mandy Hayen Kopfschütteln aus. „Das wäre doch falsche Rücksichtnahme“, findet sie. Gerade um eine Integration zu ermöglichen, sei es ein Muss, diese christliche Tradition zu zeigen.

Im vergangenen Jahr hatte das Vorwerk Räume für eine Weihnachtsfeier zur Verfügung gestellt – sehr zur Freude der Initiatoren. „Wir hoffen, auch in diesem Jahr eine besöndere Örtlichkeit zu finden“, sagt Mandy Hayen.

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