Kaum Resonanz auf Ausschreibung der Mittagsverpflegung

Mensa am Lindhof: Stadt sucht jetzt nach eigenem Koch

Syke - Von Michael Walter. Zwei Ausschreibungen verliefen ohne Ergebnis – jetzt denkt die Stadtverwaltung um: Ein eigener Koch soll das Mittagessen an der Grundschule am Lindhof zubereiten. Nächsten Dienstag (ab 17 Uhr im Ratsaal) befasst sich der Schulausschuss erstmalig damit.

Die Chefetage im Rathaus hat schon eine ganze Weile mit dieser Idee geliebäugelt. Grund: Die ausgeprochen mäßige Resonanz auf die Ausschreibungsverfahren.

Auf das erste hatte es überhaupt kein Echo gegeben. Im zweiten hat die Stadt dann von sich aus bei einem knappen Dutzend möglicher Anbieter angefragt. Ganze zwei davon haben ein Angebot abgegeben. Das eine betrachtet die Verwaltung als unwirtschaftlich – also als viel zu teuer – beim zweiten würde es auf das Aufwärmen von vorgekochtem Essen hinauslaufen. Und das widerspricht dem, auf das sich Stadt, Politik, Schulleitung und Elternvertreter von Anfang an verständigt hatten: Wird die Grundschule zur Ganztagsschule, dann soll das Mittagessen für die Kinder dort auch täglich frisch gekocht werden.

Dass es dafür eigenes Personal erfordern würde – davon war man im Rathaus bisher jedoch nicht ausgegangen. Der Plan war vielmehr: Ein Unternehmen übernimmt das im Auftrag und bringt dazu seine eigenen Leute mit. Davon hat sich die Verwaltung jetzt verabschiedet. „Eine erneute Ausschreibung erscheint derzeit vor dem Hintergrund der bisherigen Angebote im Frischküchenkonzept als wenig zielführend“, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss.

Stattdessen soll nun also ab August 2017 ein stadteigener Koch samt Hilfspersonal für das Mittagessen sorgen. Für die Übergangszeit schlägt die Stadt vor, den Vertrag mit dem jetzigen Caterer – das ist der Schützen- und Reiterhof in Okel – entsprechend zu verlängern.

Das wäre schon rein organisatorisch die einfachste Lösung. Denn: „Ein weiterer Wechsel zu einem anderen Caterer für die Übergangszeit würde für die Kinder eine jeweils neue Gewöhnungsphase an Speisen und Abläufe bedeuten. Ebenso müssten die Eltern eine wechselnde Satzung mit verschiedenen Gebühren akzeptieren“, so die Vorlage.

Stadt bittet um Prüfungsauftrag

Ein Hintergedanke, der die Idee vom eigenen Koch noch attraktiver erscheinen lässt: Die Grundschule könnte dann auch die stadteigenen Kindergärten mit Essen beliefern. Die werden zurzeit ebenfalls extern beliefert. Würden sie ihr Essen von der Grundschule bekommen, bliebe das Geld dafür sozusagen in der Familie.

Stichwort Geld: Zurzeit zahlen die Eltern eine Essenspauschale von rund 50 Euro pro Monat. Das macht runtergerechnet 2,80 Euro pro Essen. Das wird allerdings – wie bereits erwähnt – fertig angeliefert. Frisch gekocht wäre es teurer. Dafür verspricht sich die Stadt aber „eine deutliche Verbesserung der Qualität“. Die Stadt kalkuliert derzeit mit 3,50 Euro pro Essen, bereits inklusive eigenem Personal.

Für die Stadtverwaltung geht es jetzt erst einmal darum, vom Schulausschuss einen Arbeitsauftrag zu erhalten, um dieses Modell näher zu untersuchen. „Das ist ja viel komplexer, als man zunächst vielleicht denkt“, sagt Erster Stadtrat Thomas Kuchem dazu. „Neben den personellen Fragen wären zum Beispiel auch noch steuerrechtliche Fragen zu klären.“

Keinen Zweifel hat Kuchem, dass sich geeignete Bewerber finden würden. „Koch an der Grundschule wäre eine attraktive Stelle. Man hätte sehr geregelte Arbeitszeiten und immer dann frei, wenn die Köche in der Gastronomie arbeiten müssen: abends und an den Wochenenden.“

Rubriklistenbild: © dpa

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