Duo Zahltag präsentiert vor 200 Zuschauern „Liebe, Politik und andere Katastrophen“

Mäandern zwischen den Grauzonen der menschlichen Existenz

Ayako Ito – ja: sie kann auch lächeln – und Alexander Pluquett verschafften knapp 200 Gästen einen zauberhaften Sommerabend im Restaurant Maximilian. - Foto: Heinfried Husmann

Syke - Von Michael Walter. Schönes Wetter, leckeres Essen, kühle Getränke – was braucht es mehr zu einem traumhaften Sommerabend? Vielleicht ein bisschen anregende Unterhaltung? Auch das war am Sonntag im Restaurant Maximilian kein Problem: Dafür sorgte vor 200 Gästen im Sommergarten das Duo Zahltag mit seinem Kabarettprogramm „Liebe, Politik und andere Katastrophen“.

Sänger und Schauspieler Alexander Pluquett präsentiert überwiegend Lieder von Georg Kreisler. Seine Conférence zwischen den einzelnen Nummern gestaltet er weitgehend mit eigenen Texten, bedient sich aber auch an Vorlagen von Robert Gernhard, Heinz Erhardt und anderen, wobei er die Inhalte auch durchaus an die heutige Zeit adaptiert. Pluquetts gleichermaßen souveräne musikalische Begleitung wie Sidekick mit gottvoll todernster Mimik ist die japanische Pianistin Ayako Ito.

Warum Liebe und Politik beim Duo Zahltag Katastrophen sind, erklärt Pluquett dem Publikum gleich zu Beginn: „Romeo und Julia wäre nie so ein Erfolg geworden, wenn nicht am Ende alle tot gewesen wären.“ Und weiter: „Wir mäandern in diesem Programm zwischen den Grauzonen der menschlichen Existenz.“ So wechseln die Themen in den folgenden zweieinhalb Stunden also munter hin und her. Vom Islamischen Staat zum nächtlichen Flirt an der Bar, von da zur Klimakonferenz von Paris und zum ganz normalen Wahnsinn der Bürokratie.

Dieses Mäandern ist gleichsam der Rote Faden, an dem Pluquett und Ito die Lieder aufreihen. Es ist aber gleichzeitig auch ein Schwachpunkt. Denn bei diesem ständigen Hin und Her geht ein wenig geht verloren, wo Pluquett eigentlich hin will –oder besser: worauf hinaus.

Die eingestreuten Kabbeleien mit Ayako Ito erweisen sich als netter Running Gag und wären durchaus noch ausbaufähig.

Die lautesten Lacher hatte Pluquett indes bei seinem Tango mit einer Gummi-Sexpuppe zum Kreisler-Song „Sie ist ein herrliches Weib (aber ach: sie kann nicht kochen)“. Und als Gastgeber Toni Seferi kurz vor Schluss auch noch den Schalter für die Bühnenbeleuchtung fand, stand einem Zugabenpaket nichts mehr im Wege.

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