Seit drei Jahren Väter-Gruppe im Jugendhaus

Kein Platz für Alpha-Tiere

Bei den gemeinsamen Werkstattprojekten sind die Väter oft ganz überrascht, wie sicher ihre Kinder mit dem Werkzeug umgehen. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Michael Walter. Väter und ihre Kinder treffen sich einmal die Woche mit anderen Vätern und deren Kindern und unternehmen etwas zusammen oder tauschen sich aus, während die Kinder unter sich spielen: Im mittlerweile dritten Jahr bietet das Jugend-und Kulturzentrum am Lindhof jetzt dafür eine Gruppe an. Und Jugendhaus-Leiter Carsten Heine ist überzeugt: „Wir haben genau den Zeitgeist getroffen.“

Jeden Dienstag von 18 bis 20 Uhr ist das Jugendhaus Forum für diese Gruppe – und bei speziellen Aktionen nach Absprache auch mal länger. „Das läuft richtig gut“, sagt Heine. So gut, dass er und sein Kollege Fabian Körner diese Gruppe gerne auf Dauer anbieten würden. Denn bisher wird sie immer nur von einem Jahr zum anderen finanziert. Die Kosten teilen sich die Stadt Syke und der Landkreis.

Vor drei Jahren hatte Carsten Heine dieses Projekt auf Anregung der Syker Gleichstellungsbeauftragten Kathrin Stern initiiert. Der Gedanke dahinter: Für Frauen ist sowas selbstverständlich. Gruppen, in denen Mütter sich austauschen können, gibt es praktisch überall. Männer haben so ein Forum kaum.

„Das erste Jahr lief eher oberflächlich, was den Zusammenhalt betrifft“, blickt Carsten Heine zurück. „Seit dem zweiten Jahr wurden die Kontakte aber intensiver. Inzwischen hat sich eine ziemlich homogene Gruppe daraus entwickelt, deren harter Kern aus neun oder zehn Vätern besteht, die mindestens jedes zweite Mal dabei sind.“ Und etwa nochmal so viele nutzen das Angebot gelegentlich.

Dieses Jahr haben Väter und Kinder zum Beispiel zusammen Nistkästen und Bumerangs gebaut, Fahrräder repariert und getöpfert. Sie haben am Jugendhaus Bienenvölker angesiedelt, Film- und Spielabende veranstaltet, sind auf Radtouren gegangen und haben gemeinsam ein Wildnistraining absolviert.

„Die Gruppe ist für jeden offen“, betont Heine, „aber nicht jeder passt dazu. Hier ist kein Platz für Alpha-Tiere, die meinen, sie müssten jemandem etwas beweisen oder das Kommando übernehmen.“ Solche Fälle habe es vereinzelt gegeben. „Aber die sind dann sehr schnell nicht wiedergekommen. Das regelt die Gruppe von allein.“

Percy Bolte (45) aus Heiligenfelde ist schon fast von Anfang an dabei. Er schätzt den „festen Tag in der Woche, an dem man gemeinsam etwas unternimmt. Auch Sachen, auf die man sonst vielleicht gar nicht kommen würde. Etwa Angeln.“

Jörn Wendel (50) aus Syke sagt: „Wenn du von der Arbeit nachhause kommst, hast du normalerweise den Kanal dicht. Da sind oft nur noch Routinen für Abendessen und ins Bett gehen. Hier hast du die Möglichkeit, aus diesem Rahmen auszubrechen.“

Und noch etwas hat der Familienvater an dieser Gruppe schätzen gelernt: „Gehe ich mit meinem Sohn zum Sport, rede ich dort normalerweise nicht mit anderen Vätern über Erziehungsfragen. Hier kann ich das ganz ungezwungen. Es ist allein schon interessant, zuzusehen wie andere mit bestimmten Situationen umgehen.“

Mehr zum Thema:

Kruse mit Turban: Werder-Training am Mittwoch

Kruse mit Turban: Werder-Training am Mittwoch

Das sind die Kandidaten für die Rosberg-Nachfolge bei Mercedes

Das sind die Kandidaten für die Rosberg-Nachfolge bei Mercedes

Klassische Weihnachtsdeko im Trend

Klassische Weihnachtsdeko im Trend

Die besten iOS-Apps des Jahres 2016

Die besten iOS-Apps des Jahres 2016

Meistgelesene Artikel

Nordwohlder Weihnachtsmarkt kommt gut an

Nordwohlder Weihnachtsmarkt kommt gut an

Streit um das nächtliche Taxi – Unternehmer verurteilt

Streit um das nächtliche Taxi – Unternehmer verurteilt

RTL-Kult-Schäfer Heinrich feiert mit Stars und Diepholzer Fotobox

RTL-Kult-Schäfer Heinrich feiert mit Stars und Diepholzer Fotobox

Ingrid und Klaus kommen nach Diepholz

Ingrid und Klaus kommen nach Diepholz

Kommentare