Im DRK-Seniorenheim Barrien entsteht begehbarer Kaninchenstall

Hoppels Traum

Thorsten Kerth (l.), Leiter des DRK-Seniorenheims, und Haustechniker Berndt Franz vor dem Bereich, in dem in den kommenden Wochen das zwölf Quadratmeter große Freigehege für die Kaninchen entstehen soll. - Foto: Ehlers

Barrien - Von Frank Jaursch. Knopfaugen, ein niedlich zuckendes Näschen und soo ein flauschiges Fell: Bei vielen löst der Anblick eines Kaninchens einen spontanen Schmusereflex aus. Auch das Barrier Seniorenheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hält zwei Kaninchen in einem kleinen Stall auf dem Außengelände.

Daran soll sich etwas ändern: Den Tieren wird in den kommenden Wochen ein neues, geräumiges Domizil gebaut – zum Wohl der Tiere und der Bewohner. Bislang, so erzählt Einrichtungsleiter Thorsten Kerth, habe man die kuscheligen Säugetiere zum Beispiel bettlägerigen Bewohnern auf die Bettdecke gesetzt – zum Streicheln. Mittlerweile weiß Kerth, dass das völlig falsch sei und die Tiere einem enormen Stress aussetze.

Der Griff mit den Händen sei für die Tiere wie der lebensbedrohende Griff des Raubvogels. „Die Tiere sind auf Flucht getaktet“, erklärt Kerth. Wer unter dem Fell den flatternden Herzschlag des Kaninches fühlt, kann sich vorstellen, welche Ängste es – aller Domestizierung zum Trotz – durchlebt.

Eine zufällige Bekanntschaft bei den Bewohnern führte dazu, dass das DRK-Heim in Kontakt mit Thomas Schürzeberg kam. Der Bremer hat sich der artgerechten Haltung der Tiere verschrieben und betreibt unter anderem eine Homepage zum Thema (www.kanincheninfo.eu).

Leben, so wie ich es mag: In einem geräumigen Außengehege fühlen sich die Kaninchen wohl und erleiden weit weniger Stress als bei konventioneller Haltung. - Foto: Markus Scholz/dpa

„Er hat uns die ganze Problematik erklärt“, berichtet Kerth. Die Bedürfnisse der Kaninchen erschöpfen sich eben nicht in Unterkunft und Futter: Die Tiere wollen graben und sich verstecken, sie brauchen Abwechslung, Bewegung und Ruhepausen.

Mit seinen Ideen begeisterte Schürzeberg die Belegschaft der Barrier Einrichtung. Kein Wunder: Seit Langem schon spielen Tiere am täglichen Leben der Bewohner immer wieder eine besondere Bedeutung. Mitarbeiter brachten ihre Hunde mit ins Heim (wir berichteten), Hühner laufen frei im Garten herum.

Dahinter steckt kein festes Konzept, betont Kerth. „Das passiert einfach – in so einem starken Team wie bei uns.“

Auch in Sachen Kaninchenstall ließen sich die Mitarbeiter begeistern. Ein zwölf Quadratmeter großes Areal direkt neben dem Speiseraum soll für die Kaninchen zur Verfügung gestellt werden – überdacht und begehbar, vor Fressfeinden und Ausbüx-Versuchen geschützt.

„Wir können die Bewohner mit dem Bett bis an den Käfig heranfahren, da können sie den Tieren beim Buddeln zusehen“, erklärt Kerth. Auf die Bettdecke sollen die Tiere künftig nicht mehr kommen. „Das Fühlen kann man auch mit einem Kaninchenfell besorgen.“

Haustechniker Berndt Franz ist Tischler, er übernimmt den Bau der Anlage. Eine Bewohnerin sagte spontan die Übernahme der Materialkosten zu, ein handwerklich beschlagener Bewohner will beim Bau helfen, ein befreundeter Elektriker signalisierte weitere Hilfe. In zwei bis drei Wochen soll das Gehege entstehen.

Beim Bau werden die Handwerker beobachtet – nicht nur von den interessierten Bewohnern, sondern auch von Fernsehkameras. Pünktlich zum Baubeginn in der kommenden Woche hat sich das TV-Team der Vox-Sendung „hundkatzemaus“ angekündigt.

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