Polizei fahndet nach kriminellen Schlachtern

Grausiger Fund auf Syker Schafweide: Tiere getötet und ausgeweidet

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Joachim Schröder mit einigen der Schafe, die nach der Schlacht-Aktion auf der Weide am Fahrenhorster Weg nun im sicheren Stall untergebracht sind.

Syke - Von Anke Seidel. Ein grausiger Fund auf einer Schafweide im Ortsteil Leerßen hat die Polizei auf den Plan gerufen. Dort wurden drei wahrscheinlich trächtige Tiere getötet und ausgeweidet. Jetzt wird nach den kriminellen Schlachtern gefahndet.

„Die haben sich richtig Mühe gegeben mit dem Abziehen. Der Kopf hing noch am Fell“, berichtet Heinrich Schröder über einen grausigen Fund: Die Schlachtabfälle von drei Schafen, die Unbekannte direkt auf einer Weide am Fahrenhorster Weg im Syker Ortsteil Leerßen getötet und ausgeweidet haben. Nur das Fleisch nahmen sie mit (wir berichteten schon kurz). Heinrich Schröder ist sicher: „Die haben das genau geplant!“

Das erkennt der 52-jährige Hobby-Schafhalter aus Syke am professionellen Vorgehen. Die Unbekannten hatten die Tiere nicht nur sorgfältig ausgeweidet: „Auch die Pfötchen waren abgetrennt.“

Mit großen Behältern müssen die kriminellen Schlachter ihre Beute, das Schaffleisch, abtransportiert haben. Denn in die Fänge gingen ihnen drei Schafe mit einem Gewicht zwischen 80 und 100 Kilogramm. „Wir wiegen die natürlich nicht jeden Tag“, sagt der 52-jährige Besitzer, der gemeinsam mit seinem Bruder Joachim (49) am Fahrenhorster Weg insgesamt 14 Schafe gehalten hat.

Tat entsetzt Hobbyzüchter

Professionell zurecht gelegt: Die Abfälle, die kriminelle Schlachter im Unterstand gelassen haben.

Joachim Schröder ist entsetzt über die Tat: „Das ist absolut daneben – sowas Feiges!“ Die anderen Tiere seien nach der Tat völlig verstört gewesen. Deshalb hat Schröder sie jetzt in den Stall gebracht. Nun weiden sie tagsüber auf einem angrenzenden Areal. Abends geht es zurück in den Stall.

Die Wiese der Brüder am Fahrenhorster Weg ist mit einem Elektronetz-Zaun gesichert und nicht ganz einfach zu erreichen: „Da muss man erst durch eine andere Weide“, sagt Heinrich Schröder. Gleichwohl liegt der Pferch in einem Bereich, der gern von Spaziergängern genutzt wird. Auch Joachim Schröder ist dort täglich mit seinem Hund unterwegs – wie am vergangenen Freitag um 18 Uhr.

„Da ist ihm noch nichts aufgefallen, das war alles ganz normal“, berichtet sein Bruder. Doch am nächsten Morgen gegen 9.30 Uhr fehlten drei Tiere – ihre Schlachtreste lagen säuberlich geordnet auf der Weide.

Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Getötet, so hat die Polizei ermittelt, haben die Täter die Tiere in einem fahrbaren Unterstand. „Das ist eine Weidehütte, die haben wir als Wetterschutz gekauft“, berichtet Heinrich Schröder – und ist empört darüber, dass die kriminellen Schlachter diesen Wetterschutz offenbar noch in eine optimale Position für ihre Straftat gerollt haben.

Zwei Schafe im Alter von eineinhalb Jahren gingen ihnen ins Netz – außerdem ein etwa vierjähriges. „Wir haben auf der Weide einen Bock und 13 Muttertiere gehabt“, berichtet Heinrich Schröder.

Als Hobbyzucht halten die Brüder die Schafe. Ab Mitte Januar beginnt die Lammzeit. Die Nachwuchs-Tiere nutzen sie selbst oder verkaufen sie an einen Viehhändler.

Tötung von trächtigen Tieren streng verboten

Die beiden Brüder gehen fest davon aus, dass die getöteten Schafe trächtig waren. Solche Tiere zu schlachten, ist streng verboten. „Man kann immer von zwei Lämmern ausgehen“, berichtet Joachim Schröder aus seiner Erfahrung. Deshalb sei der Schaden auch weit höher als die von der Polizei geschätzten 300 Euro. „Ein Lamm kostet ja schon 100 Euro“, argumentiert Joachim Schröder.

Haben die Brüder keine Angst vor dem Wolf? „So wirklich noch nicht“, antwortet Heinrich Schröder. Denn der Wolf sei in der Region Syke ja noch nicht gesichtet worden: „Wildeshausen ist ja ein bisschen weiter weg.“ Umso größer sei der Schock darüber gewesen, dass zweibeinige „Wölfe“ sich an der kleinen Herde vergriffen haben. 

Derweil sucht die Polizei (Telefonnummer 04242/9690) nach Zeugen, die sachdienliche Hinweise zur Tat geben können. Mit welchem Fahrzeug die Täter ihre Fleischbeute abtransportiert haben, ist unklar: „Es hatte in der Nacht ja gefroren. Da waren keine Spuren mehr zu erkennen“, erklärt Heinrich Schröder.

Die geschädigten Brüder hoffen, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Und: „Wir gönnen ihnen, dass das Fleisch richtig zäh ist!“

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