Neues Angebot für Flüchtlinge

Führung durchs Kreismuseum auf Arabisch

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Präsentieren gemeinsam den neuen Kreismuseums-Flyer auf Arabisch (v.l.): Bochra Alamouri, Maher Kassas, Zakie Abdulhaq, Dr. Ralf Vogeding (Kreismuseum), Mathias und Sinje Landwehr (Lions), Gabriele Caspers. 

Syke - Von Frank Jaursch. Normalerweise, so verkündete Dr. Ralf Vogeding, lese er alles, was vom Kreismuseum veröffentlicht wird, vorher noch Korrektur. „Das ist mir diesmal doch etwas schwer gefallen“, räumte der Museumsleiter mit einem Schmunzeln ein. Grund: Der Text auf dem druckfrischen Kreismuseums-Flyer ist in arabischer Schrift verfasst.

Auf dem neuen Flyer sind die Gebäude des Areals an der B 6 aufgezeichnet – mit deutscher und arabischer Bezeichnung. Ein scheinbar kleiner Service – mit großer Wirkung. Der Din-A-4-Zettel könne einen Einstieg darstellen, ist sich Vogeding sicher, einen „kleinen Angelpunkt in der neuen Heimat vieler Menschen“.

Parallel zum Handzettel werden auch Führungen durch das Museum in arabischer Sprache angeboten. Am Mittwoch lief die erste Führung dieser Art – mit einer bunt gemischten Gruppe. Bochra Alamouri hatte sich sofort bereiterklärt, die Führung zu leiten. Elf Erwachsene und vier Kinder aus unterschiedlichen Kulturkreisen sahen sich eine Stunde lang die Exponate in der Bauerndiele an.

Und waren anschließend, unabhängig von ihrer Herkunft, ganz angetan von dem Angebot. Schon während der Führung fand ein reger Austausch statt. „Die Kinder fanden es toll, sie haben viel gelernt“, übersetzte Zakie Abdulhaq. Mit großem Interesse hätten sie gesehen, mit welchen Maschinen früher zum Beispiel Stoffe hergestellt wurden.

„Aldi, Tedi, Tafel – wie furchtbar!“

Die Idee zum Flyer und zu den Führungen hatte Gabriele Caspers. Im Rahmen der Flüchtlingshilfe hatte die Kunst- und Kulturbeauftragte den Flüchtlingen wichtige Orte gezeigt. Irgendwann dämmerte es ihr: „Aldi, Tedi, Tafel – wie furchtbar! Was haben die Menschen nur für ein Bild von unserer Region?“

Mit ihrer Idee von einem Kreismuseums-Flyer mit arabischer Übersetzung rannte sie bei Ralf Vogeding offene Türen ein. Schnell war mit Mahmoud Ataya ein Freiwilliger gefunden, der die Übersetzung vornahm. Und auch über einen Sponsoren konnten sich Caspers und Vogeding freuen: Der Lions Club Sulinger Land unterstützte das Projekt spontan.

„Wir finden es toll, wenn dieses Haus allen Menschen zur Verfügung steht“, erklärte Vogeding. Und auch Landrat Cord Bockhop war voll des Lobes: Den Neubürgern aus arabischen Staaten werde damit ermöglicht, „etwas an Kultur zu erleben, was ihnen sonst nicht zugänglich wäre“.

Wer die Flyer mit dem Hinweis auf Führungen in arabischer Sprache haben und bei sich auslegen möchte, kann sich beim Kreismuseum unter 04242/2527 melden

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