Kommunalwahl am 11. September

Fragen zur Wahl: Schulden machen oder abbauen?

Syke - Von Michael Walter. Welche Partei vertritt welche Position zu wichtigen Syker Themen? – Das wollten wir im Vorfeld der Kommunalwahlen am 11. September herausfinden. Wir haben den Parteien, die für den Syker Stadtrat kandidieren, sechs Fragen gestellt. Die Antworten veröffentlichen wir in dieser Woche. Jeden Tag eine.

Heute auf die Frage: Soll Syke angesichts des extrem niedrigen Zinsniveaus lieber neue Schulden machen und kräftig investieren oder lieber vorhandene Schulden abbauen?

Wilken Hartje (CDU)

Wilken Hartje (CDU): Wir haben hier keine Entweder/Oder-Einstellung. Investitionen in sinnvolle Projekte der Daseinsvorsorge und der Stadtentwicklung und in Projekte, die sich refinanzieren, sollten erfolgen. Wir sehen aber auch die Erfordernis, die Schulden stetig und maßvoll abzubauen.

Karsten Bödeker (SPD)

Karsten Bödeker (SPD): Entscheidungen über Investitionen sollten sich am Bedarf und Nutzen für die Stadt Syke orientieren. Daher ist es zu einfach gedacht, die Frage von Investitionen vom Zinsniveau abhängig zu machen. Wichtige Ausgaben, zum Beispiel für Infrastruktur, Bildung und Wirtschaftsförderung, dürfen nicht grundsätzlich ausgeschlossen oder pauschal verschoben werden. Die Stadt Syke muss weiterhin regelmäßig investieren, allein schon um Investitionsstaus und deren teure Folgen zu verhindern. Über Sondertilgungen kann bei Bedarf entschieden werden. Jede Kommune verkraftet eine gewisse Verschuldung.

Natascha Grossbach (Grüne)

Natascha Grossbach, (Grüne): In Syke gibt es einen Investitionsstau angesichts des erklärten Sparwillens der letzten Jahre. Im Bereich Schule und Kindergärten, sowie bei den energetischen Sanierungen von städtischen Gebäuden hinken wir hinterher. Durch den Niedrigzins sollten sinnvolle, zukunftsweisende Investitionen jetzt getätigt werden, da sie sich zum Teil schon nach wenigen Jahren amortisieren. Dennoch darf der Schuldenstand nicht aus dem Blick verloren werden und die gesparten Summen müssen zur Tilgung verwendet werden.

Christian Flor (FWG)

Christian Flor (FWG): Trotz großer Versuchung gilt es, dem „süßen Gift“ niedriger Zinsen im Zusammenhang mit weiteren Kreditaufnahmen – auch zur Finanzierung von Investitionen – zu widerstehen. Stattdessen bedarf es mit Blick auf die von der Stadt laufend zu erfüllenden Tilgungsverpflichtungen klarer Prioritäten und Grenzen für darlehensfinanzierte Investitionen. Mittelfristig ist die Verschuldung einzudämmen und langfristig zu verringern, um die Handlungsfähigkeit der Stadt auch in Zukunft nachhaltig zu gewährleisten.

Reinhard Hansemann (FDP)

Reinhard Hansemann (FDP): Auch niedrige Zinsen müssen zurückgezahlt werden. Neue Schulden machen kommt daher nicht in Frage! Da die Marke 20 Millionen Euro Schulden fast erreicht ist, sollte sich die Stadt darauf beschränken, nur notwendige Investitionen zu tätigen und in Zukunft vorhandene Schulden abbauen. Schon jetzt kann der Ergebnishaushalt nur mit großer Anstrengung ausgeglichen werden.

André Fieseler (Linke)

André Fieseler (Linke): Die Stadt Syke sollte die vorhandenen Schulden weiterhin schrittweise abbauen, sich dabei allerdings unter keinen Umständen kaputt sparen. Jede Stadt hat Pflichten, die sie erfüllen muss. Die kosten Geld und dürfen nicht vernachlässigt werden.

Weitere Fragen zur Wahl

Bezahlbarer Wohnraum im Stadtgebiet

Gängeviertel – selber machen oder machen lassen?

Ortsräte abschaffen oder behalten?

Welche Entwicklungen möchten Sie anschieben?

Mehr zum Thema:

Sane und Gnabry treffen für Werder

Sane und Gnabry treffen für Werder

Hundeschwimmen in Wagenfeld

Hundeschwimmen in Wagenfeld

Mehrere Schwerverletzte nach Klinikbrand außer Gefahr

Mehrere Schwerverletzte nach Klinikbrand außer Gefahr

Luftangriff auf nordsyrische Stadt Aleppo trifft Klinik

Luftangriff auf nordsyrische Stadt Aleppo trifft Klinik

Meistgelesene Artikel

Freie Fahrt auf der Kreisstraße 101

Freie Fahrt auf der Kreisstraße 101

Wieder Stange in Maisfeld

Wieder Stange in Maisfeld

Feuerwehr befreit schwer verletzte Ehrenburgerin

Feuerwehr befreit schwer verletzte Ehrenburgerin

Trecker Treck: Gelungene vierte Ausgabe

Trecker Treck: Gelungene vierte Ausgabe

Kommentare