Regisseurin aus Syke plant Serie über Sci-Fi-Roman 

Filmemacher mit Ambition: Trailer für „Universe of Gods“

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Claudia Seib und Paul Thieml möchten ihr bislang größtes Projekt verwirklichen: die Serie „Universe of Gods“. 

Landkreis Diepholz - Von Robin Grulke. Claudia Seibl und Paul Thiem sind ein gutes Team. Die gebürtige Sykerin lernte den Flensburger bereits am ersten Tag an der Hochschule kennen, sie verstanden sich auf Anhieb. Nachdem sie schon während des Studiums einige Film-Ideen gemeinsam realisierten – sie studierte Regie, er Kamera –, setzt das junge Paar „vom Film“ alles daran, einen ganz besonderen Traum zu verwirklichen: die Verfilmung des Science-Fiction-Romans „Kernstaub“ von Marie Graßhoff.

Obwohl Claudia sich bereits in der Schulzeit am Syker Gymnasium bei Regie-Aufgaben in der Theater-AG einbrachte, wählte sie nach dem Abitur zunächst ein Jura-Studium. Doch schon da schrieb sie viel, vornehmlich in Online-Foren. Eine oft genannte Rückmeldung: „Das liest sich wie ein Drehbuch.“

Als die heute 29-Jährige aber das Staatsexamen nicht bestand, orientierte sie sich neu. Nach Abwägen ihrer Stärken und Schwächen wurde ihr klar, dass ihre Durchsetzungskraft zusammen mit einer kreativen Ader ideale Voraussetzungen für eine Karriere als Regisseurin sind. Sie bewarb sich erfolgreich an der privaten Macromedia-Hochschule in München, um das Handwerk eines Filmemachers zu erlernen.

Die gleiche Filmsprache

Pauls Werdegang führte ebenso über Umwege zum Ziel. Zwar interessierte sich der Flensburger schon früh für die Kamera und das geschossene Bild, allerdings absolvierte er nach der Schule erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr im sportlichen Bereich. Nach dem Jahr war er aber fest entschlossen, sich an der selben Hochschule wie Claudia, für den Studiengang „Film- und TV-Kamera“ einzuschreiben.

Nach mehrmaliger Zusammenarbeit schlossen Claudia und Paul das Studium mit dem Abschlussfilm „Lost and Found“ ab. Die Arbeit daran bezeichnet Claudia als „spaßig, aber anstrengend“. Sicher kam den beiden dabei ihr blindes Verständnis für einander zugute: „Wir sprechen die gleiche filmische Sprache“, meint Paul. Der Film wurde vom Film-Fernseh-Fonds Bayern mitfinanziert und vom Bayrischen Rundfunk koproduziert. Mittlerweile hat er einige Preise gewonnen, lief auf den Hofer Filmtagen und wird aktuell auf vielen verschiedenen Filmfestivals weltweit präsentiert, neben New York und China auch in Indien.

Verschiedene Realitätsebenen

Auf diesen Lorbeeren möchten sich die beiden allerdings nicht ausruhen. Das aktuelles Projekt lautet „Universe of Gods“ und hat die Verfilmung der Buchreihe „Kernstaub“ von Marie Graßhoff zum Ziel. Darin geht es um Mara. Sie ist eine Art „Überbleibsel“ einer vergangenen Welt und eine Gefahr für die neue – wenn sie den Kreislauf der Wiedergeburten beendet und erlöst wird, stirbt mit ihr alles Leben. Sie ist an der Seite ihres einzigen Freundes Juan seit Hunderten von Jahren auf der Flucht vor Wächtern, deren einziges Ziel es ist, sie umzubringen.

Die Geschichte spielt in unterschiedlichen Zeit- und Realitätsebenen. Rückblenden an historisch bedeutsame Orte, wie Deutschland während des zweiten Weltkriegs, verbinden Fiktion mit Geschichte. Kritiker loben vermehrt die besonders bildliche Sprache und den Detailreichtum in Marie Graßhoffs Roman. Die Liebe zum Detail ist ein Kernelement und soll in der Verfilmung durch verschiedene Punkte wie Kameraführung, CGI-Effekte (computergenerierte Bild-Effekte) und außergewöhnliche Drehorte zur Geltung kommen.

Dabei haben die „Perfektionisten“ hohe Ansprüche. Mindestens 20 .000 Euro sammeln sie auf der Crowdfunding-Seite „Startnext“ von Unterstützern, welche zu gerne die Welt von „Kernstaub“ außerhalb von Buchseiten erleben würden. Allerdings reicht dieser Betrag lediglich für die Produktion des Trailers, denn: „Universe of Gods“ soll visuell „sehr anspruchsvoll“ sein, sagt Claudia. Neben eindrucksvollen Effekten darf es auch dem Cast, also der Rollenbesetzung, an nichts fehlen. Dafür sind Paul und Claudia erst kürzlich nach London geflogen. „Wir hatten ein sehr erfolgreiches Casting-Wochenende“, sagt Claudia und ist froh, bald die Besetzung für den Dreh festzulegen. Für die 29-Jährige ist die Arbeit mit den Schauspielern „das Beste an dem Job“.

Bis zum 11. August läuft die Kampagne auf der Webseite „Startnext“ noch. Ist das Ziel bis dahin erreicht – bislang wurden rund 12.000 Euro gespendet – sollen die Dreharbeiten nach Plan im Oktober beginnen. Dabei arbeiten Claudia und Paul nicht nur mit einer Crew von mehr als 20 Personen, sondern auch mit der Autorin selbst. Marie Graßhoff ist ein fester Bestandteil des Projektes. Sie kennt die Charaktere aus „Kernstaub“ am besten und sei in der Lage, mögliche Entscheidungen der Figuren zu bewerten und eventuell für den Dreh anzupassen. „Manche Szenen sind im Buch toll, verfilmt als Serie allerdings nicht“, weiß Claudia.

Mit der knapp zweiminütigen Vorschau für die Serie möchte das Film-Team bei großen Streaming-Diensten und Produktionsfirmen um eine Finanzierung werben, ganz nach dem Motto: „Guckt mal, wir geben euch nicht nur ein Drehbuch, sondern haben auch schon viel praktische Arbeit geleistet. Wir können das!“

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