Das (fast) vorbildliche Quartett

Vier Syker Ratsmitglieder fehlen nur einmal

Syke - Von Frank Jaursch. 46 Sitzungen hat der aktuelle Syker Stadtrat seit seiner konstituierenden Sitzung im November 2011 hinter sich gebracht. Ein Blick auf die Anwesenheitsliste zeigt, welche Ratsdamen und -herren am seltensten gefehlt haben. Eine ganz weiße Weste hat kein Ratsmitglied zu bieten, doch gleich vier Syker Kommunalpolitiker sind in knapp fünf Jahren mit einer einzigen „Fehlstunde“ ausgekommen: Gisela Einhaus, Brigitte Haase, Wilken Hartje (alle CDU) und Dr. Onno Buurman.

Von den 34 im Jahr 2011 gewählten Ratsmitgliedern sind 26 nach wie vor im Amt. Von der konstituierenden Sitzung am 17. November 2011 bis heute absolvierte der Stadtrat insgesamt 46 Sitzungen. Nur auf vier Sitzungen waren tatsächlich alle Mitglieder anwesend. Meist gab es eine bis drei Personen, die fehlten – aus den unterschiedlichsten   Gründen.

Allerdings nahm der Rat insgesamt seine Aufgabe bemerkenswert ernst. Immerhin 15 Ratsdamen und -herren fehlten im Schnitt nur maximal einmal pro Jahr.

Drei Ratsherren – Karsten Bödeker (SPD), Reinhard Hansemann (FDP) und Ulf Walek (Grüne), fehlten insgesamt nur jeweils zweimal. Das (fast) vorbildliche Quartett Buurman/Einhaus/Haase/Hartje allerdings übertraf die drei noch: Applaus für so viel Pflichtbewusstsein!

W. Hartje

Dabei sah es für Hartje tatsächlich lange Zeit nach einem makellosen Durchmarsch aus: Erst im Oktober 2015 gönnte sich der Sprecher der CDU-Fraktion seine Auszeit. Und er weiß auch noch ganz genau, wofür: „Das war eine Podiumsdiskussion bei der VHS in Hoya zum Thema nachhaltige Landwirtschaft“, erinnert er sich. Die habe er ungern absagen wollen. Und so traf Hartje nach ausgiebigem Studium der Tagesordnung seine Entscheidung.

„Ratsabsagen mache ich eigentlich ungern“, betont Hartje. Trotz seiner langen Arbeitstage gelinge es ihm, genügend Zeit freuzuschaufeln – für die Sitzungen, aber auch für die Vorbereitung darauf.

Eines, so Hartje, habe er auch den neuen Bewerbern um ein Ratsmandat klargemacht: „Das ist mehr Arbeit, als man glaubt.“ Dennoch ist er weiter mit Feuereifer dabei: „Das Schöne am Stadtrat ist, dass man tagtäglich sieht, worüber man diskutiert. Man bekommt ständig den Spiegel vorgehalten: Was hat man beschlossen, und was ist draus geworden?“

O. Buurman

Hartje ist der einzige aus dem Quartett, der auch im neuen Rat sitzt. Knapp gescheitert ist Dr. Onno Buurman. Der Mediziner, der 2001 aus dem Rat ausgeschieden war, weil sich die Ratsarbeit nicht mit seiner beruflichen Tätigkeit vereinbaren ließ, stürzte sich 2006 wieder in die Kommunalpolitik. Und das mit einer nahezu makellosen Bilanz: Nur am 2. Februar 2012 fehlte sein Name auf der Anwesenheitsliste. Für Buurman ist diese Einstellung eine Selbstverständlichkeit: „Das wird doch auch von einem erwartet, wenn man gewählt wird.“

Treffsicher zeigte sich der SPD-Mann bei seinem Tipp, wer denn wohl noch eine so hohe Präsenz in den Ratssitzungen gezeigt haben könnte: „Brigitte Haase?“, kommt seine Antwort wie aus der Pistole geschossen. Stimmt!

B. Haase

Haase hat sich gegen eine neue Kandidatur entschieden; sie freut sich auf die Zeit ohne Studium der Sitzungsvorlagen. „Mal ein Jahr nur zuzuhören, ist auch nicht schlecht.“ Sie bestätigt den großen Arbeitsaufwand, den die Feierabend-Politiker zum Wohl der Stadt auf sich nehmen. „Ich sag ja immer, mit dem Ehrenamt sollte man lieb und nett umgehen.“

An den Grund für ihren Fehltermin – den 30. Mai 2013 – erinnert sich Haase nicht mehr. „Wie gut, dass ich meine Bücher noch hab“, schmunzelt sie. Da wolle sie doch mal nachsehen, was sie wohl von der weißen Weste abhielt...

G. Einhaus

Als Gisela Einhaus von ihrer Spitzenposition erfährt, lacht sie schallend. Für sie sei die Arbeit im Stadtrat immer Ehrensache und Verpflichtung gewesen, erklärt die CDU-Ratsfrau. „Ich hab’s immer hingekriegt, trotz der vielen Arbeit.“ Einhaus hätte gern noch einmal fünf Jahre im Rat mitgemacht; sie freue sich aber auch „für die jungen Leute“, die den Sprung ins höchste Gremium der Stadt geschafft hätten. „Ich hoffe, dass die den gleichen Biss haben.“

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