Einziges Mitglied im Landkreis Diepholz

Ethia will Tier-Leid beenden

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Jens Feeken

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. „Menschenrechte sind untrennbar von Tierrechten und mit dem Einsatz für unser aller Lebensgrundlage, die Natur, verbunden. Nichts davon lässt sich isoliert betrachten“, so fasst die erst fünf Monate alte Partei Ethia ihre Philosophie in zwei Sätzen zusammen. Einziges Mitglied im Landkreis Diepholz bisher: Jens Feeken (49). Bundesweit habe Ethia zurzeit etwa 60 Mitglieder, sagt er. „Aber es kommen täglich neue dazu.“

Bei der Kommunalwahl am 11. September tritt Ethia aber noch nicht an, will erst Strukturen wie Landes- und Kreisverbände schaffen.

Es war das Schicksal des jungen Wolfes „Kurti“, das den Syker Jens Feeken zu der neuen Tierschutz- und Menschenrechts-Partei führte: „Ich habe gegen Umweltminister Stefan Wenzel Anzeige erstattet wegen der Tötung von Kurti.“ Genau das habe die Bundesvorsitzende von Ethia, Bettina Jung, auch getan. Feeken nahm Kontakt zu ihr auf – und stellte fest: „Das passte sehr gut!“ Denn das Programm von Ethia stimme in vielen Punkten mit seinen Grundsätzen überein, sagt der 49-Jährige, der als Sachbearbeiter im Jobcenter tätig ist: „Ethia möchte den Finger in die Wunde legen – dahin, wo es weh tut!“

Engagement für Wolfsschutz

Eine solche Wunde ist für den Syker „die politische Fehlentscheidung, Kurti zu töten“. Der 49-Jährige hält selbst zwei Hunde, die aus einer rumänischen Tötungsstation gerettet wurden – und er engagiert sich für den Wolfsschutz. Der Fall Kurti müsse restlos aufgeklärt werden, fordert Feeken: „Es spricht vieles dafür, dass am Anfang ein Fehlverhalten des Menschen stand.“ Will heißen: Womöglich hat Kurti als Welpe Zutrauen zu Menschen gefasst – mit fatalen Folgen.

„Der Mensch will sich nicht ändern, will sein Verhalten und seine Lebensweise nicht aufgeben“, kritisiert der Syker. Nutztierhalter bekämen aber sowohl Zäune als auch die Anschaffung von Herdenschutzhunden bezahlt. Sie seien Unternehmer – und Unternehmer müssten auch investieren.

Gegen Umweltminister Wenzel seien insgesamt 166 Strafanzeigen erstattet worden, kommt der 49-Jährige auf Kurtis Schicksal zurück. „Das war der erste Aufschlag“ sagt er – und berichtet von 51 000 Unterschriften für die Petition, die Landtagspräsident Bernd Busemann bereits erhalten hat: „Wir fordern einen Untersuchungsausschuss“, so Feeken, der sich bei Ethia auf den Wolf und den Wildtierschutz spezialisiert hat.

Der Wolf polarisiert

Restlose Aufklärung – das fordert Feeken auch für das Schicksal von Kurtis Schwester, die tot aufgefunden worden war. Die Ursache sei ungeklärt: „Die Obduktionsergebnisse werden nicht freigegeben!“ Deshalb sei Strafanzeige gegen das Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) erstattet worden.

Feeken weiß, dass der Wolf polarisiert – einerseits Faszination, andererseits Angst auslöst. „Der Wolf ist kein Kuscheltier, aber er tut euch nichts“, ist die Botschaft des Ethia-Mitglieds. Entscheidend sei der Respekt dem Tier gegenüber und natürlich der richtige Umgang mit ihm: „Wenn Sie mit einem Hund falsch umgehen, dann beißt er Ihnen womöglich ins Bein“, nennt das Ethia-Mitglied ein Beispiel.

Feeken ist unbedingt dafür, den Wolf frühzeitig zu vergrämen – im Interesse des Tieres selbst. Anders ausgedrückt: Die Vergrämung ist der Weg, den Wolf vor dem Menschen zu schützen.

„Das Leid in der Massentierhaltung ist untragbar!“

Ethia macht sich ebenso stark, um das Leid anderer Tiere endlich zu beenden: Zirkustiere und gnadenlos ausgebeutete Nutztiere, die zum Teil ohne die vorgeschriebene Betäubung geschlachtet werden. „Das Leid in der Massentierhaltung ist untragbar!“, sagt Feeken. Ethia wolle aber nicht mit radikalen Aktionen, sondern mit fachlicher Stärke dagegen vorgehen. „Aber wir würden natürlich auch vor einem Schlachthof demonstrieren.“

Isst er Fleisch? Feeken bejaht. „Aber wir haben unseren Konsum stark eingeschränkt und versuchen, Fleisch aus artgerechter Haltung zu bekommen.“

Ethia geht es auch um die Menschenwürde. Zu den Forderungen der Partei gehören beispielsweise das bedingungslose Grundeinkommen und nachhaltige Verbesserungen für Menschen in Pflegeberufen – politischer Einsatz für ein menschenwürdiges Leben.

Und das Leben nach dem Tod? Glaubt Jens Feeken daran? Nicht im klassischen Sinne, so gibt er zu verstehen – und formuliert es so: „Ich glaube nicht daran, dass Energie verloren geht.“

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