E-Mobilität Thema beim Syker Business-Lunch

Elektrisierende Entwicklung

Referent Jens Tiekenheinrich (v.l.), Sykes Erster Stadtrat Thoms Kuchem und Konstantin von Kuczkowski (IHK) als Veranstalter hatten auch eine Reihe von E-Autos als Anschauungsmaterial beim Business-Lunch dabei. - Foto: Ehlers

Syke - Von Frank Jaursch. Beim Syker Business-Lunch stehen meist Themen im Mittelpunkt, die vor allem für die Unternehmerseite von Interesse sind. Diesmal nun kam ein klassisches Verbraucherthema aufs Tapet: die Entwicklung der E-Mobilität. Die Resonanz zeigte, dass das Fahren mit Strom längst eine elektrisierende Entwicklung genommen hat. Rund drei Dutzend Teilnehmer hatte die Veranstaltung bei Nino zu verzeichnen.

Jens Tiekenheinrich von der Avacon übernahm den Part des Impulsgebers: In einem kurzen Referat umriss er das E-Home-Projekt des Energie-Unternehmens. Seit 2011 läuft das auf zehn Jahre angesetzte Projekt mit mehr als 30 Modellhaushalten bereits. Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie sich die Haushalte in Zukunft verändern werden. Das betrifft Klimatechnik oder Batteriespeicher im Haushalt, aber eben auch den Bereich E-Mobilität.

Nach mittlerweile fünf Jahren gibt es eine Reihe spannender Erkenntnisse. Eine davon ist: Die neue Technologie wird von den Autofahrern überraschend schnell angenommen. Die „banale Befürchtung des Liegenbleibens“ habe sich fast komplett als unbegründet erwiesen, so Tiekenheinrich. Nur in einem einzigen Fall musste ein Fahrzeug abgeschleppt werden, weil der Saft fehlte. „Man gewinnt ein Gefühl dafür, wie weit man kommt“, erläuterte Tiekenheinrich.

Die eingesetzten Fahrzeuge, die eine Reichweite von etwa 120 Kilometern haben – im Winter weniger – haben sich als absolut alltagstauglich erwiesen. Eingesetzt wurden sie allerdings explizit als Pendlerfahrzeug oder Zweitwagen im ländlichen Bereich. Für die dort eingesetzten Strecken reiche die Energie allemal aus. „Zugegeben, man plant ein bisschen mehr“, schränkte Tiekenheinrich ein. Schließlich gelte es, rechtzeitig eine Ladestation zu erreichen.

Vertreter von drei Autohäusern (BMW Cloppenburg, Mercedes-Benz Anders und Renault Wessel) steuerten weitere Erfahrungsberichte und hilfreiche Hinweise bei. „Man kann problemlos bis München fahren“, erklärte etwa Wilke Wessel. Die Ladestationen seien im Navi des Fahrzeugs eingespeist, das die Route gleich entsprechend anpassen würde. „Man muss nur mehr Zeit einplanen – für die Ladevorgänge“, fügte Wessel hinzu.

Viel zu tun gebe es, so Tiekenheinrich, in Sachen Infrastruktur. Das Netz der Ladestationen müsse erheblich ausgebaut werden – gerade wenn die Anzahl an Elektroautos in den kommenden Jahren steige. Immerhin ist die Technik mittlerweile so weit, dass zumindest europaweit einen weitgehend einheitlichen Standard bei den Ladeanschlüssen gebe.

Weitgehend einig waren sich die Experten aus Energie- und Autobranche über die Akku-Entwicklung in den kommenden Jahren. Die Vertreter der Autohäuser rechnen mit einer Erhöhung der Reichweite im Hausgebrauch auf etwa 350 Kilometer in zwei bis drei Jahren, bei Avacon erwartet man eine Verdopplung der Kapazität auf bis zu 450 Kilometer bis 2020.

Davon abgesehen, sei mit dem Fahren eines Elektroautos ein Fahrgefühl verbunden, „das man selbst erleben muss“, betonte Tiekenheinrich – und schlug damit die Brücke zu den Elektro-Fahrzeugen, die die teilnehmenden Autohändler mit zum Business-Lunch gebracht hatten.

Und so stand für manche Teilnehmer im Anschluss ans Essen noch eine hautnahe Begegnung mit der neuen Technik auf dem Zeitplan für die Mittagspause.

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