Prozess: Handel mit Dopingmittel

Bodybuilder kommen mit blauem Auge davon

Syke - Von Dieter Niederheide. Es war ein komplizierter Strafprozess mit dem sich das Schöffengericht, die Obersstaatsanwältin und zwei Verteidiger im Syker Gerichtssaal auseinanderzusetzen hatten. Angeklagt waren zwei Männer aus der Bodybuilding-Szene, weil sie im Verdacht standen, gewerbsmäßig Arzneimittel zu Dopingzwecken in Umlauf gebracht zu haben. Einer von ihnen lebt in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen.

Ging es zunächst laut Anklageschrift um 18 Einzeltaten, blieb am Ende des mehrstündigen Strafprozesses eine Verurteilung für beide Angeklagten zu Geldstrafen wegen des Besitzes von Arzneimitteln die muskelaufbauend und -stärkend wirken in je zwei Fällen. Der Angeklagte aus der Samtgemeinde wurde zu 2 400 Euro verurteilt, der Mitangeklagte aus dem Oldenburger Raum bekam eine 600 Euro-Geldstrafe. Wehgetan haben wird den beiden Kraftsportlern, dass die bei ihnen gefundenen rund 6 000 Euro, eingezogen wurden. Sie verzichteten auf die Herausgabe aller sichergestellten Arzneimittel und des Bargelds.

Mit Beginn des umfangreichen Strafprozesses ging es dem Verteidiger des Angeklagten aus Bruchhausen-Vilsen darum, dass die Anklage beschnitten wurde, da sie jedes einzelne Medikament, das unter anderem bei Hausdurchsuchungen sichergestellt wurde, als Einzeltat ansah.

Mandanten vor einer Freiheitsstrafe bewahren

Auch den Vorwurf der Gewerbsmäßigkeit sah der Anwalt als nicht erwiesen an. Ein Ziel des Rechtsanwaltes war, den Mandanten vor einer Freiheitsstrafe zu bewahren. Hintergrund: Der Mann hat eine Freiheitsstrafe wegen Drogendelikten zur Bewährung ausstehen. Im Falle der Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe wäre nicht auszuschließen, dass er für einige Zeit hätte „sitzen“ müssen.

Nach gemeinsamen Gesprächen waren sich Gericht, Oberstaatsanwältin und die Verteidiger einig, dass es nur vier Anklagepunkte gab. Dabei ging es um eine Menge von Medikamenten, die zum einen bei zwei Durchsuchungen, zum anderen in einer Tasche und in einem Autokofferraum sichergestellt wurden. Ein Ergebnis der Gespräche war, dass am Ende für die Angeklagten eine Geldstrafe verhängt werden könnte, zudem die Straftaten aus den Jahren 2011 und 2012.

Arzneimittel in der Szene gang und gäbe

Der Vorsitzende Richter betonte, dass unter den Gesichtspunkten eines fairen Verfahrens gehandelt werde. Mit den Gesprächsergebnissen könnten alle Seiten leben. Der Angeklagte aus der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen, der in seiner Sportart erfolgreich war, gab an, dass die Arzneimittel, um die es im Strafprozess ging, in der Szene durchaus gang und gäbe sind. Er habe sie genommen, um Schmerzen durch Verletzungen zu bekämpfen und seinen eigenen Körper wieder aufzubauen. Auf keinen Fall habe er damit handeln wollen. Der Mitangeklagte hatte ihm in einem Fall eine Tasche mit Arzneimitteln gebracht und zudem in seiner Wohnung in einer Tasche Arzneimittel aufbewahrt.

In ihrem Plädoyer stellte die Oberstaatsanwältin unter anderem fest, dass eine prozessökonomisch vorteilhafte Lösung mit den Gesprächen gefunden wurde. Damit und mit ihren Geständnissen, ersparten die Angeklagten einen noch umfangreicheren Prozess. Seitens der Verteidiger gab es gegen ihre Ausführungen kein Veto. Einer der Anwälte stellte heraus, dass Sachverhalt und Rechtslage sich als sehr kompliziert erwiesen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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