Heiko Haake (SPD) versteht Kirchturmpolitik keineswegs negativ

„Barrien? – Da steh’ ich zu!“

Wenn Heino Haake nicht gerade Autos überprüft oder sich mit Kommunalpolitik beschäftigt, werkelt er leidenschaftlich gern in seinem Garten. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Michael Walter. Er kandidiert zum ersten Mal für den Rat der Stadt. Dennoch ist Heino Haake politisch ein alter Hase. Seit mehr als 30 Jahren ist er in der SPD. Und 2011 hat er sich in den Barrier Ortsrat wählen lassen, wurde sogar zum stellvertretenden Ortsbürgermeister.

Haake ist gebürtiger Barrier. Der 54-Jährige ist gelernter Kfz-Mechaniker, hat nach der Lehre sein Fachabitur nachgeholt und in Bremen Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Beruflich gelandet ist er danach beim TÜV Rheinland in Düsseldorf. Nach fünf Jahren wechselte er zur KÜS. Das Kürzel steht für Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger. Und in dieser Funktion arbeitet er heute als Prüfingenieur in Barrien.

1999 zog es ihn vom Rhein zurück nach Norddeutschland. „Der Liebe wegen.“ Haake hatte eine Frau kennengelernt und war zu ihr nach Lilienthal gezogen. „Aber ich wollte immer zurück nach Barrien.“ 2010 hat es geklappt: Haake fand ein Grundstück, hat gebaut und zog mit Frau und Sohn in seinen Geburtsort zurück.

An die SPD geraten ist Heino Haake als junger Mann aus Opposition zu den Eltern, die beide stramm auf CDU-Linie waren. Das Barrier Urgestein Walter Huntemann (damals noch in der SPD) hatte ihn 1985 dann dazu bewogen, tatsächlich in die Partei einzutreten. „Damals lief in Barrien nicht alles so, wie ich mir das vorgestellt hatte“, erzählt Haake. Ein Streitobjekt sei zum Beispiel die Bahnüberführung an der alten B 6 gewesen.

„Ich habe all die Jahre nie einen politischen Posten bekleidet“, sagt Haake. „Bis Peter Cohrsen mich 2011 ansprach, ob ich nicht für den Ortsrat kandidierern wolle, bin ich immer nur passives Mitglied gewesen.“

Dass er jetzt für den Rat der Stadt kandidiert, liegt an seinem dritten kommunalpolitischen Ziehvater Peter Jahnke. „Ein großes Thema im Ort ist das Barrier Hallenbad“, sagt Haake. „Es wäre ein Unding, wenn unsere Kinder nicht mehr in Barrien Schwimmen lernen könnten. Ich hoffe, dass der Förderverein das zum Guten hinbekommt.“

Auch die Neubaupläne der Kirchengemeinde hat er im Blick: Er will unbedingt das Alte Pfarrhaus erhalten. „Wenn die Kirchengemeinde das nicht mehr nutzen möchte, muss es andere Möglichkeiten geben. Hans Göbel von der Barrier Butze zum Beispiel sucht seit langem ein kleines Museum für seine Oldtimer.“ Wie das gehen könnte, weiß er noch nicht. Vielleicht über einen Trägerverein. „Man kann ja auch ein bisschen träumen.“

Bei so viel Gewicht auf Barrier Themen: Wächst da möglicherweise ein zweiter Walter Huntemann heran? „Könnte passieren“, sagt Haake und grinst. Dem Begriff „Kirchturmpolitiker“, mit dem sich Huntemann oft konfrontiert sah, steht Haake durchaus positiv gegenüber. „Da steh’ ich zu! Ich komme aus Barrien, ich wohne in Barrien – dann setze ich mich auch hauptsächlich für Barrien ein.“

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