Kreismusikschule baut Pop-Bereich aus 

Bach, Beethoven, Brahms – und Beatles

Martin Stoeck (vorn), Ex-Drummer der Band „Pur“, ist jetzt Lehrkraft der Kreismusikschule – sehr zur Freude von Musikschuldirektor Uwe Wegert. - Archivfoto: Seidel

Syke/Diepholz - Von Anke Seidel. Bach, Beethoven, Brahms – und jetzt die Beatles: Die Musikschule des Landkreises Diepholz hat ein Pop-Team gegründet, um einen neuen Schwerpunkt in ihrem Angebot zu gestalten. Denn Popular-Musik, wie Bürger sie täglich im Radio oder im Internet hören, prägt künftig einen Teil des Unterrichtsprogramms. Musikschuldirektor Uwe Wegert will damit auf einen Trend reagieren. Die Beliebtheit der Pop-Musik sei an den Marktwerten der Musikindustrie klar ablesbar: „Diesen Bereich darf man nicht aussparen.“

Genau deshalb hat Wegert mit Martin Stoeck, Ex-Drummer der erfolgreichen Band „Pur“, bereits eine Lehrkraft aus dem Pop-Bereich verpflichtet. An jedem Mittwoch erteilt Stoeck Schlagzeug-Schülern der Kreismusikschule in Diepholz Unterricht – und an jedem Dienstag in Syke.

„Das Angebot in Syke bauen wir gerade aus. Wir können noch Schüler aufnehmen“, sagt der Musikschuldirektor. Weitere Infos erhalten Interessierte unter Telefon 04242/976 4143 oder im Internet.

Geplant sei außerdem, mit „Schülern der oberen Leistungsstufe“ einen Studio-Workshop zu gestalten.

Zweite Lehrkraft im Bereich der aktuellen Musik ist Markus Sobota, der sich auf Musical fokussiert hat. Eine dritte Lehrkraft für den Bereich Pop-Gesang will die Kreismusikschule noch verpflichten. „Wir wollen dafür eine Top-Kraft aus der Pop-Szene gewinnen“, kündigt Wegert an.

Die Politiker im Betriebsausschuss der Kreismusikschule stehen voll hinter diesem Konzept. Das beweist ihr Beschluss, der Einrichtung insgesamt 40.000 Euro für die Erweiterung des Angebotes bereitstellen zu wollen – jeweils 20.000 Euro für Betriebskosten (Lehrkraft-Honorare) und für Investitionen (Instrumente und Eqipment). Denn: „Das Instrumentarium, die Verstärker- und Beschallungs-Anlagen sind veraltet oder nicht vorhanden. Für die Beschaffung des Instrumentariums wie Synthesizer, Percussion, Übertragungsanlagen sowie der Computertechnik – Notebooks und Aufnahme-Software – sind Neuanschaffungen unumgänglich.“

Andererseits, so betont Wegert, habe die Kreismusikschule Verantwortung für das „Kulturerbe“ zu tragen, sprich für den klassischen Bereich mit ihren berühmten Komponisten. „Um dieses Kulturerbe beneiden uns viele Menschen in der Welt“, weiß der Musikschuldirektor.

Diesem Bereich und genauso der Popular-Musik Raum zu geben, „ist ein Spagat“, betont Wegert. Er hat für einen ganz anderen Bereich einen weiteren Partner ins Boot geholt: Den Kreis-Chorverband. Genau der fördert ein Projekt für Erst- und Zweitklässler an der Grundschule in Heede – das gemeinsame Singen. Eine Lehrkraft der Kreismusikschule kommt eine Stunde pro Woche in die Schule, um Kinder für das Singen zu begeistern. „Wir wollen eine Verbindung schaffen zu den örtlichen Chören“, beschreibt Wegert das Ziel dieses Projekts. Auch an anderen Grundschulen könne es angeboten werden, wenn Interesse bestehe.

www.musikschule-diepholz.de

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