Die Angst vor dem Alltag

Leiterin der Grundschule am Lindhof appelliert an Ausschuss

Syke - Von Frank Jaursch. Die Sitzung des Schulausschusses am Dienstagabend hat Ursula Buchwald-Wachendorf, Leiterin der Grundschule am Lindhof, zu einem Appell in Richtung Kommunalpolitik genutzt. Im Rahmen der Einwohnerfragestunde richtete sie im Ratssaal die fast flehentliche Bitte an die Mitglieder des Ausschusses, „sich keine Ruhe zu gönnen“.

Hintergrund ihres Appells sind die Erfahrungen, die die Schule in den ersten sieben Wochen im Ganztagsschul-Betrieb gemacht hat. „Das Konzept war und ist gut“, betonte Buchwald-Wachendorf. Sie bescheinigte zudem den beteiligten Personen einen großen Elan.

„Das Konzept war und ist gut – aber...“

„Wir haben die ersten Hürden überlebt“, sagte die Schulleiterin und fügte hinzu, das sei nicht einfach gewesen, weil man als GTS gestartet sei, ohne die dafür nötigen Räume zur Verfügung bekommen zu haben.

Auf zwei zentrale Probleme ging Buchwald-Wachendorf näher ein: Lehrkräfte und Erzieher sollten – und wollten – zwar ein Team bilden, dürften aber nicht miteinander reden, weil sie unterschiedliche Arbeitgeber hätten. Sie wünsche sich einen Kooperationsvertrag mit Arbeitnehmer-Überlassung, der ihr eine Weisungsbefugnis gebe. „Das ist kein Freibrief, aber wir könnten dann beginnen, in einem Team zusammenzuarbeiten.“

Auch die Raumnutzung stelle sich weit komplizierter dar als zunächst gedacht. Einzelne Räume am Lindhof dürften von der Schule nicht genutzt werden – obwohl sie in der Planung dafür vorgesehen waren. „Das führt dazu, dass wir richtig Probleme haben“, erklärte die Schulleiterin. Den Sprachförderkindern und Sonderpädagogen fehle daher ein Raum. Sie habe mittlerweile ernsthafte Bedenken, „dass wir den Alltag nicht hinbekommen.“

Selbstkritische Reaktion

Ausschussmitglied Horst Wülbern (CDU) reagierte selbstkritisch auf die Aussagen der Schulleiterin. „Es scheint, wir haben das Thema Ganztagsschule bisher noch nicht zuende gedacht“, sagte er. „Wir müssen das lernen.“ Um die Probleme zu bewältigen, sei auch ein Zeitrahmen bis zu den Osterferien „schon ganz schön kurz“.

Fachbereichsleiterin Delia Kraemer brachte ihre Hochachtung zum Ausdruck vor dem, was in der Schule bereits geleistet werde. Für einige der Probleme gebe es bereits Lösungsansätze – so müssten die Schulräume so ausgestattet werden, dass sie keinen gesetzlichen Vorgaben widersprechen, damit auch eine Nutzung von beiden Seiten möglich sei. „Es ist völlig klar, dass die Schule auch diese Räume nutzen wird.“

Für einen weiteren Teil der Probleme, etwa die ortsnahe Lagerung von Förderunterrichts-Materialien in abschließbaren Regalen, gebe es noch keine Idee. „Wir müssen dem rechtlichen Reglement dessen, wie diese Räume ausgestattet sein sollen, Rechnung tragen.“ Ziel sei es, das Miteinander zu gestalten. Im Interesse der Kinder müsse man daher miteinander reden, so Kraemer.

Ursula Buchwald-Wachendorfs Frage nach den Arbeitsverträgen blieb gleichwohl in der Sitzung bis zum Schluss unbeantwortet.

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