Hoher Sanierungsbedarf am Syker Hallenbad

Altes Schätzchen braucht Frischzellenkur

Sinnbild für den Sanierungsstau im Syker Hallenbad. Seit Jahren ist der Sprungturm wegen Baufälligkeit gesperrt. - Foto: Husmann

Syke - Von Andree Wächter. Das 40 Jahre alte Hallenbad am Lindhof ist in die Jahre gekommen. An vielen Stellen ist es ein Sanierungsfall. Um eine Übersicht zu bekommen, soll jetzt ein Bäder-Fachmann die Einrichtung begutachten und Vorschläge unterbreiten.

Sichtbarer Mangel für jeden Badegast ist zum Beispiel der Drei- und Fünf-Meter-Turm: Er ist geschlossen. Gefühlt seit Ewigkeiten. „Der komplette Turm muss grundsaniert werden“, erklärt Projektkoordinator Heinrich Sievers von der Stadtverwaltung. Sprungplattform und Mauerwerk sind baufällig. Allein dafür hat die Stadtverwaltung bereits voriges Jahr die Kosten auf mindestens 75 000 Euro geschätzt.

Nicht enthalten sind in dieser Summe die Kosten für neue Geländer. Die alten entsprechen nicht mehr dem heutigen Sicherheitsstandard und müssten ersetzt werden.

Damit nicht genug: Weitere Sanierungsfälle sind die Elektrik und die Lüftungsanlage. Sie stammt noch aus dem Eröffnungsjahr 1975. Und hier beginnt das eigentliche Problem. Denn bei den technischen Anlagen spielt die gegenseitige Abhängigkeit eine Rolle. Tauscht man ein Teil aus, zieht das fast immer einen Rattenschwanz an Folgen nach sich. Denn Geräte aus dem Jahr 2016 sind mit denen aus den 1970er-Jahren meist nicht kompatibel.

Zusätzlich zum technischen Sanierungsbedarf müssten auch Umkleiden für weibliche Mitarbeiter eingerichtet werden. „Vor 40 Jahren hat keiner daran gedacht, dass auch Frauen Schwimmmeister werden“, sagt Sievers.

Unklar ist, welche Summe in den Haushalt eingestellt werden müsste, um alle Arbeiten zu erledigen. Die Gelder für Sanierungen wurden erst einmal auf Eis gelegt. „Das ist politisch so abgestimmt“, sagt Sievers. Daher wurden sie vorläufig aus dem Investitionsplan gestrichen.

Jetzt holt sich die Stadt Hilfe bei einem externen Bäder-Fachmann: Der soll die Einrichtung inspizieren und der Verwaltung auflisten, was genau alles gemacht werden müsste. Sievers: „Realistisch rechnen wir Ende des Jahres mit ersten Ergebnissen.“

Im Anschluss muss die Politik dann sagen, wie es weiter geht. In einem ersten Schritt müsste der Rat Planungskosten bereitstellen, meint Sievers. Und dann müsste der Rat entscheiden: Sollen alle Arbeiten auf einmal gemacht werden oder in Etappen?

Trotz allem ist die Hallenbadsaison 2016/17 gesichert. „Technisch ist alles funktionsfähig“, sagt Sievers. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem die Sommerferien für Reparaturarbeiten genutzt. So werden laut Betriebsleiter Stefan Sebode regelmäßig Fliesen neu verfugt. Die Filteranlage wurde bereits modernisiert. Ebenfalls auf Stand ist das Ein-Meter-Brett. Als „dicken Brocken“ hat das Hallenbad eine neue Heizungsanlage bekommen.

Das Hallenbad Syke hat über 300 Tage pro Jahr geöffnet. Nach der langen Laufzeit sieht die Stadt die bekannten Mängel als normalen Verschleiß. Laut Stefan Sebode gibt es vergleichbare Bäder, die nach nur etwa der Hälfte der Syker Laufzeit neugebaut werden mussten. Die regelmäßige Pflege hat dem Syker Bad die lange Lebensdauer ermöglicht. Ein Mitte der 70er-Jahre gebautes Auto dürfte heute ein H-Kennzeichen führen. H für historisch.

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