Kreismuseum zeigt Bilder von vier Malern im Ackerbürgerhaus

Alte Gemälde erinnern an das Syke aus alten Zeiten

Wie Syke früher einmal aussah, vermittelt die aktuelle Gemäldeausstellung im Ackerbürgerhaus des Kreismuseums. - Foto: Heinfried Husmann

Syke - Von Dieter Niederheide. Zu einem Spaziergang durch Alt-Syke und seine Landschaft laden die Werke von vier Malern im Kreismuseum ein. Seit Sonntag haben die Besucher Gelegenheit, im Ausstellungsraum des Ackerbürgerhauses die ausdrucksstarken Gemälde von Werner Kühl, Carl Rau, Heinrich Hoyer und Hans Schein zu betrachten.

Die Ausstellung zeigt in Bildern (Öl und Aquarelle) die Kreisstadt Syke und ihre Umgebung bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Es sind Gemälde, in die man sich reinsetzen möchte, um ein Detail der Landschaft zu werden oder beispielsweise am Mühlenteich zu stehen und zu träumen.

Allen voran steht Sykes Vorzeigekünstler Werner Kühl (1906 bis 1944), der im Haus Hachedamm 13 sein Atelier hatte. Die Werner-Kühl-Stiftung und das Kreismuseum haben die Gemälde für diese Ausstellung aus ihrem Besitz zusammengestellt. Beim Betrachten werden die Veränderungen bewusst, die Syke im Lauf der Jahrzehnte prägten. Als Beispiel dient da Werner Kühls Bild, das etwa um 1932 Dr. Lohrigs Licht- und Luftbad mit der kurvenden Hache im Vordergrund zeigt. So romantisch, wie es der Künstler als Aquarell auf Papier erfasst hat, ist es dort längst nicht mehr. Das zeigen auch Kühls Werke vom Mühlendamm mit Mühlenteich und dem Blick auf die Christuskirche oder der Hachedamm im Winter. Zu sehen sind dazu Landschaften aus Franken und die von Kühl bemalten Möbelstücke.

Der Syker Heinrich Hoyer war eng mit Kühl verbunden. Er erlernte das Malerhandwerk, besuchte die Kunstgewerbeschule in Bremen und verdiente sich als Dekorationsmaler seinen Lebensunterhalt. Von ihm ist in der Ausstellung unter anderem ein Bild zu sehen, das den Mühlendamm mit der Christuskirche in der Nachkriegszeit zeigt (1946, Öl auf Holz). Beeindruckend auch sein Werk, das den Mühlenteich mit den weißen Schwänen, die alte Kreissparkasse und daneben das frühere Gebäude der Kreiszeitung zeigt. Der Teich befand sich damals noch unmittelbar am Mühlendamm.

Ebenso einen Blick in die Vergangenheit gewährt sein Gemälde von der alten Tonkuhle in Clues (Öl auf Leinwand, 1932). Es zeigt die Arbeiter und Gerätschaften und lässt den Betrachter erahnen, wie schwer die Arbeit damals war.

Mit Carl Rau (1880 bis 1957) ist in der Ausstellung ein Maler aus der Worpsweder Szene vertreten. Er bestritt seinen Lebensunterhalt unter anderem mit Dekorationsmalerei von Überseeschiffen in Bremen. Sein Bild „Blick auf Syke“ (Öl auf Leinwand, 1931) gibt aus der Richtung Finkenburg die Sicht auf die Christuskirche mit dem Friedeholz im Hintergrund frei.

Der Vierte im Bunde ist Hans Schein (1896 bis 1962), ein Volksschullehrer der nach dem Zweiten Weltkrieg keine Anstellung bekam, ab 1949 als Pensionär nach Syke zog und seine künstlerische Begabung in Bildern ausdrückte. Seine Werke wie „Blick auf die Wiesenstraße“ (Aquarell auf Zeichenkarton, 1951) oder „Blick auf Syke“ von der Wiesenstraße aus (Öl auf Hartfaser, 1950) machen seine schnell wachsende Verbundenheit zu seinem neuen Wohnort deutlich. Schein malte nach dem Krieg für Bauern deren Häuser und bekam als Bezahlung dafür Lebensmittel, um seine Familie zu ernähren.

Die Ausstellung ist bis zum 14. August im Kreismuseum zu sehen.

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