Spiel-Räume – Doppelte Vernissage mit Musik in der Barrier Sparkasse und in der Wassermühle

Abtauchen in eigene Bilderwelten

Silvia Lauer-Schulz vor einem ihrer Werke. - Foto: Jantje Ehlers

Barrien - Von Dagmar Voss. Malerei und Musik verbanden sich am Donnerstagabend zu einer harmonischen Einheit, als die Kulturinitiative Rüttelschuh und die Kreissparkasse zur alljährlichen Vernissage geladen hatten. Bilder von Silvia Lauer-Schulz und jazzige Klänge der neu gegründeten Band Nëst luden zum Schauen, Hören und Verweilen, spätestens in der Mühle. Doch zunächst eröffnete der Hausherr der KSK Ulrich Meyer die Ausstellung „Spiel-Räume“.

Das Trio Nëst mit Sören Tesch (Piano), Matthias Pique (Bass) und Lars Brockob (Schlagzeug). - Foto: privat

„Es ist ein bisschen wie neu tapezieren, wenn wieder eine Ausstellung hier stattfindet“, freute er sich über das bunte Farbenspiel der zwei Dutzend meist großformatigen Bilder, die nun die Wände zieren. „Wir freuen uns immer, dass wir hier die eher großen Bilder einer gemeinsamen Ausstellung präsentieren können“, fuhr Meyer fort. Und die Rüttelschuh-Vorsitzende Christiane Palm-Hoffmeister betonte: „Wo hat man das schon auf einem kleinen Dorf, dass man eine große Galerie an zwei Orten ganz unkompliziert anbieten kann?“

In dieser besagten Galerie, der KSK, lenkt das 120 auf 100 Zentimeter große „Darüber hinaus denken“ gleich den Blick der Eintretenden auf sich, denn hier hat die Malerin ausnahmsweise gegenständliche Motive auf die Leinwand gebracht. Ein grünes Gesicht und eine Hand scheinen aus einem Gewässer aufzutauchen, durch die Augen geht eine Horizontlinie.

Viel Spielraum zum Abtauchen in eigene Bilderwelten bleiben dem Betrachter von vielfältigen Kreisvariationen, Ballonmodifikationen, Blasentupfen, Blütenansätzen, von abstrakten Formen in mannigfachen Variationen und zurückhaltend gegenständlichen Darstellungen – sowohl in dem Bankhaus als auch in der Mühle. Dort gesellen sich sich noch ein paar Fotografien dazu.

Laudator Dieter Begemann – der ursprünglich dafür vorgesehene Rainer Beßling war erkrankt – nahm Stellung zur nicht gegenständlichen Malerei. „Da sind die Aussagen von der Funktion der Abbildung befreit, seit diese Art der Malerei Ende des 19. Jahrhunderts von der Fotografie abgelöst wurde.“ Allerdings sah er bei manchem Werk eine Anknüpfung an die Wirklichkeit: abstrahierende Darstellungen mit vertikalen Strichen, die horizontale Bildschichten oder saubere Tonwertgrenzen verankern. Der Martfelder Kunstwissenschaftler erkannte bei dem Spiel der Möglichkeiten von Silvia Lauer-Schulz die Variationen einer Grundidee. Wobei durch die Verwendung von Acryl schnelles spontanes Arbeiten ermöglicht wird.

Betrachterin Heidrun Siebeneicker gefiel besonders das „Grenzen-los“ betitelte Acrylbild: „Ich habe angefangen, mich durch die Tupfer zu bewegen, am liebsten möchte ich hineingehen.“

Richtig voll und auch klangvoll wurde es in der Mühle, als das Trio Nëst zu seinen Instrumenten griff.

Da spielten Sören Tesch (Piano), Matthias Pique (Bass) und Lars Brockob (Schlagzeug) jazzig-bluesig, sanft und melancholisch oder auch schon mal leidenschaftlich-temperamentvoll. „Zu dieser ganz anderen Art der Vernissage kam es, als die Künstlerin und ihr Schwiegersohn Matthias Pique hereinschneiten und das vorschlugen“, sagte Palm-Hoffmeister. Begeisterte Zuhörer dankten es, denn die Stilrichtung des Ensembles hat sich durch den Weggang des ehemaligen Drummers nicht wesentlich geändert.

Die Ausstellung ist noch bis zum 18. November zu sehen; in der Mühle immer mittwochs und samstags zwischen 15 bis 18 Uhr, in der KSK zu den regulären Öffnungszeiten.

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