"Wahnsinnshilfe"

FSJ: 18-Jährige bringt im Sportunterricht Schüler auf Trab

Arbeiten an der Carl-Prüter-Oberschule in Sulingen Hand in Hand: Fachobmann Sport Bastian Siemering und Hanna Wegner, die seit Juli an der Edenstraße ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sport absolviert. - Foto: Schlotmann

Sulingen - Die Sulingerin Hanna Wegner gehört zu den 107 Schülerinnen und Schülern, die im Juni das Gymnasium Sulingen mit dem Abitur in der Tasche verlassen haben. Möglich, dass sie ein Studium auf Lehramt anstrebt. Aber: „So ganz sicher bin ich mir noch nicht.“

Aufschluss soll das Freiwillige Soziale Jahr geben, das die 18-Jährige seit dem 15. Juli absolviert. Einsatzstelle ist die Carl-Prüter-Oberschule in Sulingen. Rektor Christopher Axmann nach zwei Monaten Zusammenarbeit: „Schon heute ist klar, dass Hanna ein Gewinn für die Schule ist.“

Die Abiturientin hat sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sport entschieden. Träger der Maßnahme ist der ASC Göttingen, der inzwischen seit zwölf Jahren mit der Sportjugend Niedersachsen kooperiert.

Ideengeber des Projektes FSJ an der Carl-Prüter-Oberschule ist Rektor Axmann selbst. „Ich kenne solche Modelle aus anderen Schulen; überwiegend allerdings in der Form von Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen, die dann beide von dem Engagement profitieren; vormittags die Schule und nachmittags beziehungsweise am Abend der Verein.“

Dass die Carl-Prüter-Oberschule, die sich erst im März als Einsatzstelle hatte registrieren lassen, auf eine Kooperation mit einem Verein verzichtet, sei darin begründet, dass das Kultusministerium Anfang des Jahres entsprechende Modelle noch in Frage gestellt hatte. Erst im April verständigten sich Ministerium und Landessportbund Niedersachsen (LSB) darauf, in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe die Ausgestaltung der vertraglichen Regelungen zum Einsatz von FSJ-lern der Sportvereine in Schulen neu auszuarbeiten. 

Bis die Kooperationen neu geregelt sind, solle die bisherige Praxis zum Einsatz junger Menschen in Schulen, deren Einsatzstelle im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres ein Sportverein ist, aufrechterhalten bleiben, ließen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und Reinhard Rawe, Vorstandsvorsitzender des LSB, im April verlauten. Axmann: „Da hatte sich unser Ursprungsgedanke schon zerschlagen. Heute sind wir gar nicht böse, dass wir nicht teilen müssen.“

Hanna Wegner unterstützt nicht nur die Lehrkräfte im Sportunterricht, sondern ist fest in die Planung und Durchführung sowie Auswertung von Sportveranstaltungen involviert. Sie entwickelt Pausenangebote und betreut Teile des Internetauftrittes der Schule. Bastian Siemering, Fachobmann Sport der Carl-Prüter-Oberschule: „Unsere Beteiligung am Sulinger Citylauf am Freitag hat Hanna weitgehend alleine organisiert.“ An die 100 Schülerinnen und Schüler hatte die Oberschule zu der Veranstaltung entsandt.

Siemering und Rektor Axmann koordinieren den Einsatz von Hanna Wegner. „Die Kollegen sind dankbar für die Unterstützung“, erklärt der Fachobmann Sport. „Hanna kümmert sich mit um die Schülerinnen und Schüler, bei denen ein Förderbedarf erkennbar ist, wird auch anerkannt. Sie bringt neue Ideen in der Sportunterricht ein.“

Ideen, die die 18-Jährige, die seit ihrem sechsten Lebensjahr Handball spielt, bei ihrem eigenen Training aufschnappt, aber auch Ideen, die ihr im Zuge der Ausbildung zur Trainerin-C-Lizenz Breitensport, die sie derzeit in der Form von Blockunterricht absolviert, mit auf den Weg gegeben worden sind. „Eine Wahnsinnshilfe“, sagt Siemering.

Und auch die FSJ-lerin selbst gibt sich zufrieden. 39,5 Arbeitsstunden in der Woche steht sie der Schule zur Verfügung. „Lehrgänge abgerechnet“, erklärt Christopher Axmann. Hanna Wegner: „Ich werde total involviert. Das, was ich tue, wird akzeptiert. Meine Vorschläge nehmen die Lehrer an. Hier mein FSJ zu absolvieren, war genau die richtige Entscheidung.“

Der Rektor hört das gerne. „Für uns steht heute schon fest, dass wir für das Schuljahr 2017 / 2018 wieder eine Stelle anbieten werden, vielleicht auch eine zweite. Neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr gibt es ja auch noch das Freiwillige Ökologische Jahr.“ - oti

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