Rathlosen: Ortsrat feiert das Dofgemeinschaftshaus

Umzug per Radlader

Vorbesprechung für die Einweihungsfete des Dorfgemeinschaftshauses während der Ortsratssitzung am Mittwoch: Helga Bönsch, Wilfried Traemann, Ingrid Jantzon und Gerhard Bönsch. - Foto: Schlotmann

Rathlosen - Von wegen unendliche Geschichte: Seit 2009 hatten sich Mitarbeiter der Sulinger Stadtverwaltung und dann auch die Mitglieder des Ortsrates Rathlosen mit der Zukunft des einst als Backhaus genutzten Dorfgemeinschaftshauses im alten Kern des Ortsteiles Stadt beschäftigt. Der jüngste Beschluss des Ortsrates ist inzwischen umgesetzt – und damit tatsächlich auch das Gebäude. Mittwoch wollen die Ortsratsmitglieder den Abschluss des Projektes vorstellen; im Zuge einer öffentlichen Ortsratssitzung (Beginn 18 Uhr), dort wo die Kreisstraße 2 aus Richtung B 61 auf die Ortsgrenze Stadt trifft.

Ortsbürgermeisterin Ingrid Jantzon spendiert Getränke und Bratwürste; aus Dankbarkeit für das ehrenamtliche Engagement der Mitbüger und mit Blick auf ihr anstehendes Ausscheiden aus dem Ortsrat, dessen Wahlperiode am 31. Oktober endet. Mit ihr scheiden drei weitere Ratsmitglieder aus dem Rat aus; unter anderem Wilfried Traemann, der wie Helga und Gerhard Bönsch von der Sulinger Freiland Ei GbR nicht unwesentlich am Gelingen der Umsetzung des Backhauses beteiligt war. „Umzug per Radlader und Anhänger“, lacht Traemann und schildert die Arbeiten vor Monatsfrist.

Das Ehepaar Bönsch hatte den Grund und Boden am neuen Standort zur Verfügung gestellt, auf dem das Backhaus jetzt eine neue Heimat gefunden hat. Die Stadt und der Ortsrat stellten Geld für das Fundament zur Verfügung, die Umsetzung und die Pflasterung des Vorplatzes erfolgte in Eigenleistung. Die Feinarbeiten übernehmen Helga und Gerhard Bönsch, „spätestens Mittwoch ist alles fertig“, sagt der Landwirt.

Bänke im Inneren des Gebäudes hat er bereits fest installiert. Helga Bönsch strich Tür, Fensterrahmen und Fachwerkbalken. „Die Farbe an den Tischen muss noch trocknen“, sagt sie. Gerhard Bönsch verrät Details: „Helga war extra bei einem Antiquitätenhändler – und hat passende Lampen besorgt. Die werden jetzt noch installiert.“ Strom- und Wasserleitungen seien bereits „bis ans Haus“ verlegt.

Gerhard und Helga Bönsch haben sich verpflichtet, die Pflege des Dorfgemeinschaftshauses zu übernehmen, legen aber Wert auf die Feststellung, das es weiterhin im Eigentum der Stadt Sulingen bleibt. „Es soll für alle und jeden sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen. Abgeschlossen wird das Haus am neuen Standort nicht.“

1993 war das Backhaus am alten Standort im Zuge der Dorferneuerung errichtet worden. Bauherr war der Dorfverein. Der Verein ist inzwischen liquidiert, das Eigentum und damit das Dorfgemeinschaftshaus selbst ging an die Stadt Sulingen über.

Das Backhaus galt lange Zeit als Treffpunkt. Mit der Auflösung des Vereins ließ auch das Interesse an dem Gebäude als Aufenthaltsort nach. 2009 waren Anlieger bei der Stadt Sulingen vorstellig geworden mit dem Begehr, das Haus zu übernehmen. Ein Gedanke, mit dem sich laut Jantzon schon damals kein einziges Ortsratsmitglied anfreunden konnte.

Viel mehr wolle man die Einrichtung am neuen Standort beleben. Ingrid Jantzon: „Der Pavillon auf der anderen Straßenseite gilt als beliebter Treffpunkt. Erst letzte Woche haben Kinder der Ortschaft da gepicknickt. Fahrradfahrer machen dort oft Station. Die können jetzt auch das Dorfgemeinschaftshaus mit nutzen.“ Mit der Wahl des Backhauses als Tagungsort für die Ortsratssitzung am Mittwoch wolle man ein Zeichen setzen. - oti

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