Kabarettist Horst Schroth bei Benefizveranstaltung des Lions Clubs Sulinger Land

Nachhilfe mit „Lehrer Laux“

Horst Schroth überzeugte mit seinem Programm um „Lehrer Laux“ beim Benefizabend des Lions Clubs Sulinger Land. - Foto: Kropf

Sulingen - Lehrer Olaf Laux (alias Horst Schroth) ist unter Zeitdruck, kommt auf die letzte Sekunde durch den bis auf den letzten Platz besetzten Zuschauerraum auf die Bühne des Stadttheaters Sulingen, mit Mütze und Mantel, das Telefon am Ohr. Auftakt zur achten Benefizveranstaltung des Lions Clubs Sulinger Land.

Dessen Präsidentin Sinje Landwehr begrüßte das Publikum, erklärte, dass der Erlös dem Verein für Schülerhilfen im Landkreis Diepholz – Schülerhilfsfonds zugedacht ist, der im Foyer einen Informationsstand aufgebaut hat.

Kabarettist Horst Schroth gastiert mit seinem neuen Programm „Null Fehler. Lehrer Laux. Das Comeback“. Lehrer Laux telefoniert mit seiner Schulleiterin, Dr. Stephanie von Strahl. Die ruft ihn auch in seiner unterrichtsfreien Zeit an.

Laux’ Freund Willi ist mit 51 Jahren wegen Burnout frühpensioniert worden, hat dann auf Teneriffa eine Surfschule eröffnet. Laux selber hat durchgehalten, steht kurz vor seiner Pensionierung und blickt zurück auf eine lange Dienstzeit als Lehrer: Manches hat sich verändert. Geduzt werden wie früher möchte er nicht mehr, nicht von den jungen Kollegen und auch nicht von Wahlplakaten und anderen Werbeträgern.

Aber Laux macht sich Gedanken, wie er die neue Schulleiterin ansprechen soll: Mit Doktortitel oder ohne, Frau von Strahl oder einfach nur Strahl? Den „Genderquatsch“ jedoch, der von ihm verlangt, immer die männliche und die weibliche Form zu verwenden, den macht er nicht mit.

Er regt sich jetzt nicht mehr so stark über die Vorurteile gegenüber Lehrern auf wie früher. Die hat er in zehn Thesen verpackt, und er beginnt, sie der Reihe nach abzuarbeiten.

Unter anderem: Lehrer sind an allem schuld, sie sind ihrer Aufgabe nicht gewachsen. Sie wissen alles besser, können aber nichts, sind liebes- und beziehungsunfähig.

„Wie sollte ein Lehrer denn sein?“ Mit dieser Frage schickt er das Publikum in die Pause, nicht ohne vorher Zettel für die Antworten zu verteilen, eine Urne für die Antworten aufzustellen und zwei Damen aus der ersten Reihe mit der Aufsicht für den Pausenraum und die Toiletten zu beauftragen.

Die Antwortzettel liest Laux später vor. „Authentisch, humorvoll, gerecht“, so soll der Lehrer sein. Mehrere Zettel enthalten Beschwerden zu Unterrichtsausfällen, gehen genauso am gestellten Thema vorbei wie die Frage, wie viele Lehrer wohl im Publikum seien. Die Frage wird beantwortet, indem sich alle anwesenden Lehrer erheben: Sie sind zahlreich vertreten.

Wie sollte ein Lehrer denn sein?

Lehrer arbeiten nicht, schreibt ein anderer Zuschauer, sie verteilen heute nur noch Referate. Auch Lehrer Laux verschließt sich modernen Unterrichtsformen nicht, denn die Vermittlung von Wissen ist heute nicht mehr so wichtig, wie die von sozialer und emotionaler Kompetenz. So berichtet er von einem Rollenspiel zum Thema „Wem gehört die Stadt“, das aber völlig aus dem Ruder läuft und auch die Eltern auf den Plan ruft, die gemeinhin „Helikopter-Eltern“ genannt werden. Schroth unterteilt die Gruppe noch in „Transporthubschrauber-Eltern“, die ihren Kindern alles hinterhertragen, und „Rettungshubschrauber-Eltern“, die bei jeder Kleinigkeit in der Schule aufkreuzen. Zu dieser „dummen Bande“ gehören aber auch die Sponsoren, die mit ihren Zuwendungen helfen, die Schule überhaupt möglich zu machen.

Beim Erzählen seiner Geschichten steigt Horst Schroth auf den Stuhl und sogar auf den Tisch, redet mit Händen und Füßen. Das Publikum hat viel zu lachen und der Schlussbeifall will gar nicht enden, so dass Schroth als Zugabe aus seinem Programm „Wenn Frauen fragen“ noch vier für Männer verfängliche Fragen stellt und die Antwort gibt, die den Mann möglicherweise unbeschadet aus dieser Nummer herauskommen lässt.

Im Foyer gibt Schroth Autogramme, gerne auch auf einem seiner Bücher, während Mitglieder des Lions Clubs Sulinger Land nebenan Apfelsaft von selbst gepflückten Äpfeln verkaufen.

Auch das dient einem guten Zweck, denn der Reinerlös aus dem Verkauf kommt der Jugendarbeit im Sulinger Land zugute. - gk

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