„Sulingen trifft Wolle“: Zweite Ausgabe der Messe

„Die Nachfrage ist einfach da“

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Aussteller und Gäste wissen die Atmosphäre des Wollfestes zu schätzen. 

Sulingen - „Ich stricke selbst nicht, aber ich besorge meiner Frau immer die Anleitungen“, sagte Karlheinz Kirchhoff aus Minden lachend. Beim Wollfest in Sulingen fand er seinen Lieblingsort am Stand von Steffi Dobbertin: „Die Puppen sind eine tolle Alternative zu Kinderspielzeug aus China-Plastik“. Die Hamburgerin, eine von 34 Ausstellerinnen des zweiten Sulinger Wollfestes am Samstag und Sonntag, entwirft Kuscheltiere, Handpuppen und Amigurumis. „Die Arbeit macht Spaß und bringt gute Laune“, erklärte Steffi Dobbertin. Sie lud die Standbesucher zum Selbstversuch ein: „Stricken Sie sich ein Andenken an das Wollfest – ich helfe gern dabei.“

„Sulingen trifft Wolle“: Unter diesem Motto hatte Regina Hoier in Kooperation mit Dörte Knake (Café am Stadtsee) zum zweiten Mal zu einer Messe geladen, die sich zu einer festen Adresse in der Szene gemausert hat. „Die Aussteller kommen aus dem ganzen Bundesgebiet“, sagte Regina Hoier, „im Nordwesten Deutschlands gibt es nichts Vergleichbares.“ Dörte Knake war nicht die einzige, die sich über den Zulauf der zum Teil weit gereisten Besucher wunderte. Die Zeichen für eine Neuauflage der Veranstaltung im nächsten Jahr stehen gut: „Die Nachfrage ist einfach da.“

Die „Woll-Hex“ aus Staffhorst demonstrierte das Handspinnen.

Fachgeschäfte wie der Laden von Ursel Nuttelmann aus Groß Lessen – sie vertreibt hochwertige Handstrickgarne in Ökoqualität – haben inzwischen Seltenheitswert. Viele Kunden decken ihren Bedarf im Internet. Strickkünstler fanden beim Wollfest edle Garne in allen Farben und Qualitäten, Anfassen war erlaubt und gewünscht. „Das Problem: Man könnte viel Geld ausgeben, aber man muss sich entscheiden“, sagte eine Besucherin aus Ostercappeln.

Überall auf dem Ausstellungsgelände wurde gefachsimpelt und probegestrickt. Anregungen gab es unter anderem am Stand der Strick-Designerin Regina Satta aus Groß Gerau. Im vergangenen Jahr hatte sie für das Wollfest die „Sulingen-Socke“ kreiert, am Wochenende brachte sie das Muster „Sulinger Backstein“ mit, eine Hommage an die Sulestadt und ihre historischen Gebäude.

Als Vertreterin des „Ur-Handwerks“ demonstrierte die „Woll-Hex“ aus Staffhorst das Handspinnen, ihre Kollegin Heidi Winkler bot mit dem Filzen eine weitere „bestrickende“ Variante der Wollbearbeitung. Anbieter von Zubehör wie Wollschalen oder Nadeltaschen rundeten das Angebot der zweitägigen Veranstaltung ab.

Wollfest in Sulingen

Dass sich am Wochenende die Termine im Sulinger Land häuften, sah Regina Hoier weniger als Konkurrenz, sondern vielmehr als Bereicherung: Bereits am Freitag waren etliche Strick-Freunde beim Abendpicknick dabei, rund die Hälfte der Aussteller hatte sich vorgenommen, am Samstagabend das Altstadtfest zu besuchen. Viele Anbieter unterstrichen die Einschätzung von Ute von Cappeln aus Kempen bei Düsseldorf: „Die Messen in Köln, Hamburg und Leipzig sind größer, aber in Sulingen ist es besonders nett“. 

mks

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