Torben Kuhlmann und sein neuestes Mäuseabenteuer „Armstrong“

Der Mond ist ein Käse – oder?

„Armstrong“ heißt das neue Werk von Torben Kuhlmann. - Fotos: Nord-Südverlag, Torben Kuhlmann

Sulingen - Von Sylvia Wendt. Mit Löchern wie ein großer Käse, das ist der Mond. Zumindest aus Mäusesicht. Eine kleine Maus aber erkundet per Teleskop und mit viel wissenschaftlichem Interesse dieses Gebilde am Himmel. „So fasst die Maus eine tollkühne Entscheidung: Sie wird die erste Maus auf dem Mond! Und somit wird sie allen beweisen, was der Mond in Wirklichkeit ist“, erklärt Torben Kuhlmann die Geschichte seines neuen Buches. „Armstrong“ steht seit Montag druckfrisch in den Regalen.

Der gebürtige Sulinger ist mit seinen Büchern („Lindbergh“ und „Maulwurfstadt“) nicht nur den Kindern ein Begriff, sondern auch vielen Erwachsenen. Die Illustrationen, die Geschichte – das Erstlingswerk „Lindbergh“ hat weltweit renommierte Preise gewonnen. Der Kulturverein Sulingen begrüßt den 34-Jährigen mit seinem neusten Abenteuer am Freitag, 9. September, um 20 Uhr, zur Lesung in der Alten Bürgermeisterei. Zum Start von „Armstrong“ nahm sich Torben Kuhlmann die Zeit für ein kurzes Interview mit der Sulinger Kreiszeitung.

Armstrong - das zweite Mäuseabenteuer aus der Feder von Torben Kuhlmann. Jetzt geht es zum Mond, hält ihn nichts mehr am Boden? Oder ist es rein wissenschaftliche Neugier, die die Maus in ihr neues Abenteurer aufbrechen lässt?

Torben Kuhlmann: Ja, die Geschichte der Mauseluftfahrt geht weiter. Die Motivation der kleinen Maus zum Mond zu reisen, beruht in der Tat zu einem Großteil auf einem wissenschaftlichen Interesse. In gewisser Weise war dies ja auch der Hauptgrund der Menschheit, dorthin aufzubrechen. Das und natürlich das Wettrennen zwischen den beiden Weltmächten. Aber die Faszination für den Mond hat eine noch viel ältere Tradition. Galileo richtete als einer der ersten sein Teleskop auf diesen Himmelskörper, wie auf die anderen sichtbaren Planeten.

Und mit seinen Erkenntnissen untermauerte er das Modell eines Sonnensystems nach Kopernikus mit der Sonne als Mittelpunkt. Das erschütterte das kirchliche Weltbild. Diese neue Mausegeschichte beginnt auch mit einem Teleskop. In „Armstrong“ ist es eine Maus, die den Himmel beobachtet. Ihre Berichte und Hypothesen stoßen jedoch auf taube Ohren. Im Weltbild der Mäuse hängt nachts nämlich der „Big Cheese“ am Himmel, keine plumpe Steinkugel. Wie ketzerisch, etwas anderes zu behaupten! Nach einer kleinen Geschichtsstunde in der Mauseluftfahrt hält nichts den kleinen Sternengucker am Boden. Mäuse können fliegen und bestimmt auch den Mond erreichen.

Armstrong startet in Deutsch und Englisch gleichzeitig, begleitet von mehreren Werbeartikeln wie dem Adventskalender, einem Hörbuch (Sprecher: Bastian Pastewka), Postkarten und Co. – das sieht nach einem richtig großen Start aus. Gibt es Kriterien, die Sie festgelegt haben, was geht – und was nicht?

Zunächst einmal bin ich begeistert, dass es neben dem Buch wieder ein von Bastian Pastewka gesprochenes Hörbuch gibt. Und da diesmal alles recht zeitgleich erscheint, kann man wirklich fast von einem „großen Start“ sprechen.

Es ist spannend, wenn das Erscheinungsdatum heranrückt und nach und nach die verschiedenen Belegexemplare ankommen. Man fiebert doch dem Tag etwas entgegen und die Nervosität steigt. Ich bin sehr froh, dass mein Verlag NordSüd von Anfang an so großes Vertrauen in mein Buch zeigte – schon nachdem ich erste Bilder und die Geschichte vorgestellt hatte, kamen viele Vorschläge, was man alles an Drumherum machen könnte.

So gibt es zum Beispiel eine Spezialausgabe des Verlagsmagazins, mit Einblicken in die Entstehung des Buches und einem Poster. Bei allem was entsteht, war und bin ich eng involviert. Die Kommunikation klappt bestens. Und so kann ich sagen, dass ich sehr stolz auf dieses Armstrong-Startpaket bin. Am wichtigsten ist natürlich das Buch. Ich hoffe, dass die kleinen und großen Leser auch an diesem neuen Kapitel der Mauseluftfahrt wieder ihre Freude haben werden.

Das dritte Buch aus Ihrer Feder – die Mäuseabenteuer begeistern Leser auf der ganzen Welt. Wie aufgeregt sind Sie, wie die Resonanz ausfallen wird?

In der Tat ist das ein sehr spannender Moment. Man arbeitet ja viele Monate sehr zurückgezogen. Wenn man wie in meinem Fall sowohl für die Illustrationen, den Text und die Gestaltung zuständig ist, dringen nur wenige Stimmen von außen herein. Bei Lindbergh war dies ja ebenfalls so.

Diesmal hatte ich von Anfang an meinen Verleger und meine Lektorin mit im Boot. Aber dennoch: Wie die Leute reagieren, ist doch die große Frage. Eine, die einem etwas Kopfzerbrechen bereiten kann. Aber spätestens nachdem erste sehr positive Rückmeldungen kamen, insbesondere von meinem Patenkind, war ich beruhigt. Das Schöne an einer Kinderzielgruppe ist ja, dass Rückmeldung stets ungeschönt und direkt ist. Nun bin ich auf die ersten Buchbesprechungen gespannt. Und natürlich fiebere ich dem Release der ersten Lizenzausgaben entgegen. Neben Amerika sind die Niederlande, Italien oder Japan schon mit an Bord.

Gibt es bereits Anfragen für einen Kino- oder TV-Film?

Das ist noch eine große offene Frage. Es gab – insbesondere für Lindbergh – schon die eine oder andere dezente Anfrage. Weiterführende Gespräche allerdings noch nicht, da ziemlich schnell klar war, dass die Umsetzungsideen zu weit auseinander lagen. Ich bin gespannt, wie es sich mit Armstrong verhalten wird.

Im Prinzip würde sich hier eine Filmadaption noch mehr anbieten. Es gibt mehr Handlungsstränge, sprechende Charaktere und die Backstory in Form der alten Lindbergh-Maus-Legende. Und Bastian Pastewka könnte die schlaue Maus sprechen. Mal schauen, was noch kommt! Für einen passionierten Filmfan wie mich wäre das die Krönung.

www.torben-kuhlmann.com

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