Projekt kostet 2,4 Millionen Euro / Wunscheröffnungstermin: Frühjahr 2018

Im Modell steht Hospiz schon

So soll es aussehen, das neue Hospiz in Sulingen: Ein eingeschossiger Bau mit rund 760 Quadratmeter Fläche und einem Innenhof zwischen dem Versorgungstrakt (vorn) und dem großzügigen, halbrunden Aufenthalts- und Kommunikationsraum. - Foto: Seidel

SULINGEN - „Wir wollen den Tagen mehr Leben geben“, so formuliert Annegret Stieglitz als Vorsitzende des Trägervereins für den Palliativstützpunkt im Landkreis Diepholz das Ziel, Menschen in ihrer letzten Lebensphase mehr Lebensqualität zu ermöglichen. Forum dafür: Das neue Hospiz, das mit einem Investitionsvolumen von 2,4 Millionen Euro am Sulinger Wiesenweg entstehen soll. Das Modell steht bereits.

Entworfen hat es der Architekt Lars Stürmer. Acht Gästezimmer umfasst das markante Gebäude, das Menschen in der letzten Lebensphase ein Rückzugsraum sein soll. Für die Betreuung der Sterbenden ist ein Personalschlüssel von 14 Vollzeitstellen vorgesehen – ebenso eine ärztliche Versorgung rund um die Uhr.

Die Leitung des Hauses soll Petra Brackmann übernehmen, die zurzeit noch die Intensivstation am Sulinger Krankenhaus leitet.

Die Trägerschaft des Hauses übernimmt eine gemeinnützige Gesellschaft, die „Hospiz- und Palliativkompetenzzentrum gemeinnützige GmbH“. Wunscheröffnungstermin für das Hospiz: Frühjahr 2018. „Dann“, so Erika Thoben als Leiterin des Palliativstützpunktes, „wenn wir unsere zweite Hospizfachtagung anbieten.“ Die ist für den 20. und 21. April geplant.

Doch bis dahin müssen die Verantwortlichen im Trägerverein des Palliativstützpunktes noch einige Hürden nehmen. Allen voran: die Finanzierung.

Denn ohne Kredite lässt sich das Hospiz nicht realisieren. Gleichwohl ist Joachim von der Osten, Finanzexperte im Vorstand, durchaus zuversichtlich: Die Finanzierung lasse sich regeln. Unterstützung wünscht sich der Vorstand von den drei Landkreisen, aus denen die Hospiz-Gäste künftig nach Sulingen kommen sollen: Diepholz, Verden und Nienburg.

Dass in diesem Raum ein Hospiz dringend notwendig ist, davon hatten Erika Thoben und Rieke Rohlfs die Kostenträger mit einer Machbarkeitsstudie überzeugt. Bisher war politisch kein Bedarf gesehen worden. „Es gibt in Niedersachsen 26 Hospize, davon zwei Kinderhospize“, so Erika Thoben, „der Gesetzgeber hält diese Zahl für ausreichend“.

Weil aber die Machbarkeitsstudie einen weißen Fleck in der Drei-Landkreise-Region entlarvt hat, gab es grünes Licht für das Projekt in Sulingen. „Es kommt auch nur Sulingen in Frage, weil wir Gäste oder Patienten aus drei Landkreisen versorgen müssen“, betont Annegret Stieglitz, „das Hospiz muss für alle erreichbar sein“.

Zurzeit, so wissen die Mitglieder des Vorstands, beträgt die Wartezeit auf einen Hospiz-Platz drei Wochen – für Sterbende. Zu welch dramatischen Situationen das führen kann, berichtet Silke Stecker: „Die 50-jährige Tochter einer 90-jährigen Mutter war an einem Hirntumor erkrankt.“ Nur mit Palliativkräften und ehrenamtlichen Hospizhelfern sei es gelungen, für eine Lösung zu sorgen: „Sonst hätten die beiden Frauen in ein Pflegeheim gemusst.“

Menschen eine würdige letzte Lebensphase zu ermöglichen, das ist das Herzstück des Projektes in Sulingen. 95 Prozent der laufenden Kosten tragen die Krankenkassen. Fünf Prozent müssen aus Spenden finanziert werden. Deshalb hoffen die Verantwortlichen schon jetzt, dass viele Menschen in den drei Landkreisen ihr Projekt unterstützen werden.

Hinter sich wissen sie im Landkreis Diepholz aber auch 150 ehrenamtliche Hospizhelfer, die in zwölf ambulanten Hospizdiensten organisiert sind. „Wir sind gut vernetzt“, blickt Annegret Stieglitz auch auf die Anbindung an den Palliativstützpunkt.

Die Nachbarn des Hospizes am Wiesenweg will der Vorstand in Kürze in die Alte Bürgermeisterei einladen, um ihnen das Konzept und das Modell vorzustellen.

Der Bau wirkt in seinem Halbrund beschützend. In den beiden Schenkeln sind die Gästezimmer angeordnet – alle mit Terrasse und mit Blick ins Grüne. Außerdem gibt es einen großzügigen Aufenthalts- und Kommunikationsraum – und sogar einen Spielplatz.

Von Anke Seidel

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