Betriebsrat informiert Mitarbeiter

Lebenshilfen und „Delme“ kurz vor der Fusion?

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Blick auf den Hauptsitz der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz am Standort in Sulingen: Werden die Schilder an den Zufahrten zu dem Gelände Lindenstraße 1 bald ausgetauscht? 

Sulingen - Von Carsten Schlotmann. Der Vorstand des Vereins Lebenshilfe Grafschaft Diepholz diskutiert einen Zusammenschluss der gleichnamigen Gesellschaft mit der in Syke und den Delme-Werkstätten mit Sitz in Bassum. Das bestätigte Freitag Vorsitzender Claus Wilhelm Vocke im Nachgang einer nicht öffentlichen Betriebsversammlung am Donnerstag in Varrel. Der Betriebsrat soll die Versammlung ohne Beteiligung des Vorstandes des Trägervereins anberaumt haben. Mario Enders, Vorsitzender des Betriebsrates, wollte gestern auf Anfrage der Redaktion keine Stellungnahme zum Prozess und zu den Inhalten der Versammlung abgeben.

Laut Claus Wilhelm Vocke basieren die Diskussionen im Vorstand auf Überlegeungen von Arbeitsgruppen, die die Lebenshilfen im Landkreis Diepholz gemeinsam mit den Delme-Werkstätten im November vergangenen Jahres ins Leben gerufen hatten, um Möglichkeiten einer „Trägerübergreifenden Zusammenarbeit“ zu erörtern. „Wir haben die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen zusammengetragen. Das ist richtig“, räumte Vocke am Freitag ein. „Diskutiert worden sind sie zwischen den Vorständen noch nicht. Eine Entscheidung über das Arbeitspapier ist also bisher nicht getroffen worden.“

Wie aus Mitarbeiterkreisen kommuniziert wurde, hätten die Vertreter des Betriebsrates die Erkenntnisse an die Belegschaft weitergegeben, die Mario Enders als ehrenamtlicher Beirat im Vorstand des Vereins gewonnen habe.

Annette Lüneburg, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz, spricht von einem Prozess, in dem sich Vorstand und Geschäftsführung derzeit befänden. „Es ist noch nichts zu Ende gedacht. Fakt ist allerdings, dass wir uns den Herausforderungen der Zeit stellen und gegebenenfalls auch in Teilbereichen neu orintieren müssen.“ Nicht zuletzt wohl mit Blick auf die Auswirkungen, die das neue Bundesteilhabe- und das neue Pflegestärkungsgesetz mit sich bringen werden: „Manchmal muss man alte Zöpfe abschneiden, auch wenn es weh tut“, formulierte die Geschäftsführerin. Zu konkreten Planungen einer möglichen Fusion äußerten sich am Freitag weder Vocke noch Lüneburg.

Der Verein Lebenshilfe Grafschaft Diepholz ist alleiniger Gesellschafter der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz GmbH und hält 50 Prozent der Anteile der Delme-Werkstätten gemeinnützige GmbH.

Angedacht gewesen sei nach Informationen aus Mitarbeiterkreisen auch, die Lebenshilfe Delmenhorst in die Überlegungen mit in die Planungen einzubeziehen. Doch die solle eine Beteiligung abgelehnt haben.

Aktuell sind 400 Mitarbeiter für die Lebenshilfe im Südkreis Diepholz tätig. Knapp 300 von ihnen nahmen an der Zusammenkunft am Donnerstag in Varrel teil.

Nächste Veränderung innerhalb eines Jahres?

Kommt es zu einem Zusammenschluss der Lebenshilfe-Gesellschaften im Landkreis Diepholz, stehen den Mitarbeitern der Gesellschaft mit Sitz in Sulingen zum zweiten Mal binnen Frist eines Jahres Veränderungen ins Haus. Erst mit Jahresbeginn hatte Annette Lüneburg von Michael Lensing die Geschäftsführung übernommen und Ressourcen aus dem Overhead zugunsten der Arbeit am Menschen in den Einrichtungen umgeleitet. „Die Hände der Basis stärken“, hatte Lüneburg im April gegenüber der Redaktion formuliert. Die Diplomkauffrau war vom Hamburger Lebenshilfe-Werk nach Sulingen gewechselt.

Laut Mitteilung von Teilnehmern der Versammlung am Donnerstag befürchten Mitarbeiter nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch den der Identifikation der Menschen vor Ort mit den Einrichtungen.

Kritisiert wird von den Mitarbeitern insbesondere die Informationspolitik des Vorstandes der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz: „Für uns kamen die Informationen überraschend“, heißt es aus dem Teilnehmerkreis. „Wir sind zu keinem Zeitpunkt an dem Prozess beteiligt worden.“

Claus Wilhelm Vocke: „Es gibt ein Arbeitspapier, das noch nicht weiter diskutiert worden ist. Für mich wird hier bewusst Unruhe und Unzufriedenheit getreut.“ 

oti

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