Versorgung erkrankter Kinder und Jugendlicher: Witte Projektkoordinatorin

Konzept soll Netz verdichten

Heike Witte, Geschäftsführerin des Ambulanten Kinderkrankenpflegedienstes „Krank und Klein – bleib daheim“ mit Sitz in Sulingen.

Sulingen - Mit einem neuen Konzept soll die Versorgung erkrankter Kinder und Jugendlicher in den ländlichen Regionen Niedersachsens verbessert werden. „Es geht darum, die Überleitung von Kindern aus der Klinik in die ambulante Pflege an ihrem Wohnort sicherzustellen“, erklärt Heike Witte, Geschäftsführerin des Ambulanten Kinderkrankenpflegedienstes „Krank und Klein – bleib daheim“ mit Sitz in Sulingen.

Da es im Flächenland Niedersachsen nur einige spezialisierte ambulante Kinderkranken-Pflegedienste gebe, haben fünf von ihnen am „Runden Tisch“ in Hannover die Idee entwickelt, Mitarbeiter von Erwachsenen-Pflegediensten für die Versorgung von Kindern zu schulen. „Wenn es beispielsweise in einem Dorf Bedarf gibt und ein Kind oder ein Jugendlicher nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zuhause versorgt werden muss, versuchen wir die nötigen Strukturen zu schaffen und einen Pflegedienst vor Ort einzubinden. Wir ermitteln den Unterstützungsbedarf und schulen dann die Mitarbeiter, damit sie sicherer werden und mit Hilfe eines spezialisierten Kinderkrankenpflege-Dienstes das Kind übernehmen können“, erklärt Witte.

Mitarbeiter von Pflegediensten für Erwachsene würden sich nicht selten unsicher fühlen, wenn sie Kinder versorgen müssen. „Die Vernetzung ist bei dem neuen Projekt Dreh- und Angelpunkt.“

Witte versteht das neue Konzept auch als Reaktion auf den immer größer werdenden Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal – vor allem in den ländlich strukturierten Bereichen. Die Idee: „Wenn keiner der spezialisierten ambulanten Kinderkrankenpflege-Dienste Kapazitäten frei hat oder die Entfernungen zu groß sind, ist es für die Familie hilfreicher, wenn eine geschulte Mitarbeiterin eines Erwachsenen-Pflegedienstes das Kind versorgt.“

Das Projekt wird getragen vom Verein „Versorgungsnetz für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher“ (Hannover) und der „Qualitätsgemeinschaft Häusliche Kinderkrankenpflege Niedersachsen“. Die Projektleitung liegt bei Heike Witte.

Das Sozialministerium in Niedersachsen fördert das Vorhaben in den nächsten drei Jahren mit insgesamt 300 000 Euro.

Auch die Bad Laer Stiftung unterstützt das Projekt finanziell.

„Krank und Klein – bleib daheim“ ist der erste Kinderkrankenpflegedienst in Niedersachsen und einer der größten des Landes.

Die mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versorgen im Kreis Diepholz und in der Region zwischen Bremen, Verden, Nienburg, Herford, Minden und Bad Oeynhausen erkrankte Kinder und Jugendliche zuhause.

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