Re-Zertifizierung durch Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie

Klinik weiter „Regionales Traumazentrum“

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„Regionales Traumazentrum“: Eleftherios Ebel-Koutoulaki (l.) und Dr. Jens Peters melden die Re-Zertifizierung der Klinik Sulingen. 

Sulingen - „Für Kliniken unserer Größenordnung sicherlich nicht üblich“, sagt Eleftherios Ebel-Koutoulakis, Sektionsleiter Unfallchirurgie an der Klinik Sulingen der Alexianer im Landkreis Diepholz. Dr. Jens Peters, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie mit Sektion Wirbelsäulenchirurgie in Sulingen, nickt: „Ein absoluter Pluspunkt für unser Haus.“ Im Oktober 2010 war die Klinik Sulingen erstmals von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) als „Regionales Traumazentrum“ zertifiziert worden. Jetzt melden Peters und Ebel-Koutoulakis die erfolgreiche Re-Zertifizierung; nach der im Jahr 2013 die zweite.

Die Klinik Sulingen ist Bestandteil des Traumanetzwerkes Hannover, in dem vier überregionale Traumazentren, neben der Klinik Sulingen zwei weitere regionale und etwa 20 lokale Zentren angesiedelt sind.

Die lokalen Zentren übernehmen die Grund- und Regelversorgung von Schwerverletzten. Aktuell gibt es in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, in Belgien und Luxemburg gut 600 Kliniken, die sich zu 52 Traumanetzwerken zusammengeschlossen haben.

„Die Vernetzung im Traumazentrum ermöglicht es, Patienten, die nicht komplett vor Ort behandelt werden können, umgehend mit Notarztbegleitung in ein Krankenhaus mit Maximalversorgung zu verlegen“, melden die Alexianer. „Wie etwa die Medizinische Hochschule in Hannover“, erklärt Jens Peters. Der Chefarzt mit Blick auf die Zertifizierung als Regionales Traumazentrum: „Wir profitieren sicherlich von unserer Größe, davon, dass wir hier alles abdecken können, vom kleinen Finger bis zum Fuß, aber auch von den Neurochirurgen, die wir vor Ort haben.“

„Wir haben die fachliche Qualität“

Verletzungen am Kopf seien etwa bei Verkehrsunfällen keine Seltenheit: „Der Rettungsdienst fährt in diesen Fällen die Häuser ohne Neurochirurgie kaum noch an.“ Zugute komme der Klinik Sulingen im Landkreis Diepholz, „dass wir tatsächlich etwas vorweisen können in der Versorgung von Schwerstverletzten.“

Eleftherios Ebel-Koutoulakis: „Wichtig ist vor allem, dass wir die fachliche Qualität haben. Es geht nicht darum, dass wir Patienten weiterleiten, wir müssen auch schwere Verletzungen vor Ort versorgen können. Dazu gehört sicherlich die Neurochirurgie, aber auch Wirbelsäulenverletzungen, Beckenbrüche und auch innere Verletzungen im Brust- und Bauchraum. Das muss alles gewährleistet sein.“

Ebel-Koutoulakis, nicht nur ständiger Chefarztvertreter, sondern auch so genannter Traumazentrum-Administrator, habe laut Jens Peters erheblichen Anteil an der Re-Zertifizierung: Jeder Zugang müsste im Detail protokollarisch erfasst und dokumentiert werden; mit an die 100 verschiedenen Parametern. „Auch um Abläufe zu optimieren. Das macht Sinn“, erklärt der Chefarzt.

Viele Kliniken würden den Aufwand scheuen, Personal doppelt und dreifach vorhalten zu müssen. Eleftherios Ebel-Koutoulakis: „Und lassen sich dann lieber als lokale Zentren einstufen.“

Initiiert nach einem Vorfall in Frankfurt

Initiiert wurden die Traumanetzwerke 2007 nach einem Vorfall in Frankfurt: Nach einem Verkehrsunfall war ein Schwerverletzter von zehn Kliniken abgelehnt worden und musste 250 Kilometer weit transportiert werden. Ziel des Netzwerkes ist, dass jeder Schwerstverletzte innerhalb von 20 bis 30 Minuten in einem zertifizierten Traumazentrum versorgt werden kann. „Damit einher geht die Verpflichtung aller Kliniken, alles Erdenkliche dafür zu tun, jeden Schwerverletzten aufzunehmen.“ Neben Grundvoraussetzungen der Infrastruktur wie Hubschrauberlandeplatz und für die Erstversorgung von Schwerstverletzten erforderlichen Apparaturen im Schockraum eben auch personelle Ressourcen.

Dr. Jens Peters: „Wenn man hier als ,Regionales Traumzentrum‘ weitermachen will, dann ist das nicht ohne eine 24-Stunden-Bedienstung möglich. Das ist eine Vorlage, vielleicht auch ein Signal.“

oti

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