Grundschule: Fachausschüsse sehen noch Beratungsbedarf / Ratssitzung abgesagt

Keine Beschlussempfehlung

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Das Gebäude der ehemaligen Realschule an der Straße „Am Deepenpool“ in Sulingen. Der Einzug der Grundschule, ursprünglich geplant für den Beginn des Schuljahres 2019 / 2020, scheint sich weiter zu verzögern. 

Sulingen - Der Plan von Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb, mit Blick auf den Umbau des ehemaligen Realschulgebäudes an der Straße „Am Deepenpool“ zur Aufnahme der Grundschule beziehungsweise den Neubau der Grundschule schnelle Entscheidungen herbeizuführen, geht nicht auf. Die ursprünglich für Montag, 21. November, angesetzte Sitzung des Rates ist abgesagt. Die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Ordnung und Verkehr sowie die des Ausschusses für Soziales, Schule und Jugend, die am Mittwoch gemeinsam tagten, konnten sich nicht zu einer Empfehlung für das weitere Vorgehen durchringen.

Rauschkolb hatte erneute Beratungen über die Planungen auf die Agenda genommen, nachdem sich mit Abschluss der Vorplanungen durch das Archichtektenbüro Hayner Salgert (Düsseldorf) für die Stadt Sulingen ein Investitionskostenvolumen in Höhe von knapp 10,8 Millionen Euro abgezeichnet hatte. Zuletzt war ein angenommenes Investitionsvolumen in Höhe von nahezu zehn Millionen Euro öffentlich geworden. In der Wettbewerbsausschreibung war ein Baukostenvolumen in Höhe von 7,5 Millionen Euro genannt; Planungskosten nicht mit inbegriffen (wir berichteten).

„Wenn man alle möglichen Optionen berücksichtigt, bewegen wir uns am Ende in einem Investitionskostenbereich von weit über zwölf Millionen Euro“, formulierte Rauschkolb am Mittwochabend während der gut dreistündigen Sitzung der beiden Fachausschüsse. „Wir sind schon jetzt bei einer Kostensteigerung von 20 bis 30 Prozent. Da muss die Frage gestellt werden, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist.“

Fragen stellten am Mittwoch die Ratsmitglieder primär dem Architekten Michael Hayner, der einleitend der Beratungen den Stand der Vorplanungen darlegte. Dabei nannte er auch Ursachen für die Mehrkosten.

Kritik am Informationsfluss

Hayner sprach in der öffentlichen Sitzung unter anderem von üblichen Preissteigerungen, unerwarteten Mehrkosten im Bereich Haustechnik und zusätzlichen Aufwendungen für Maßnahmen, die aufgrund der Erkenntnisse aus dem aktuellen Bodengutachten erforderlich werden würden. Des Weiteren wies der Architekt darauf hin, dass seitens der Stadt Sulingen noch Entscheidungen in der Ausstattung einzelner Gewerke ausstehen würden, deren Kosten in der aktuellen Vorplanung noch nicht berücksichtigt worden seien.

Hayner sagte, dass der Wettbewerbsausschreibung Durchschnittsbaukosten zugrunde gelegt waren, die im Jahr 2012 gängig gewesen sind. „Bauen wird nicht billiger“, sagte der Architekt. Berücksichtigt habe man in der Ausschreibung genauso wenig die erforderliche Neukonzeption der Haustechnik. Die Hausanschlüsse, etwa, befinden sich in Gebäudeteilen, die dem Erdboden gleich gemacht werden. „Die komplette Infrastruktur wird gekappt“, bestätigte Wiebke Blohm, Leiterin des Fachbereiches Bauen, Wohnen und Wirtschaft der Stadtverwaltung auf Anfrage.

Infrage stellten die Ratsmitglieder am Mittwochabend weniger die Darstellungen des Architekten, viel mehr den Informationsfluss durch die Verwaltung. Kritik, der sich Fachbereichsleiterin Blohm nicht stellen wollte: „Wir haben die Ratsmitglieder ständig per Newsletter über den Fortschritt der Planungen informiert. Alle Informationen, die wir von den Architekten erhalten haben, liegen dem Rat vor.“

Kein Ratsbeschluss vor Weihnachten

Dirk Rauschkolb verdeutlichte die Auffassung der Verwaltungsmitarbeiter, an den Planungen für den Bau einer modernen Schule festzuhalten; dabei auch am Standort „Am Deepenpool“. „Die Frage ist aber, was können wir uns leisten, um als Stadt handlungsfähig zu bleiben.“

Anregungen aus den Reihen der Fraktion der Freien Wähler (Uwe Overhoff, Tammo Schulze), über die Reduzierung des Raumprogrammes nachzudenken, verwarf die Mehrheit der Mitglieder der Fachausschüsse. Wohl nicht zuletzt auf Intervention von Schulleiter Heiko Reese, der auf die Anforderungen an eine Schwerpunktschule Inklusion verwies. Einig scheinen sich die Fraktionen und Gruppen, im Grundsatz nicht an der Qualität der Ausstattung der Schule sparen zu wollen, wie insbesondere Rita Mohrmann (CDU) und Elisabeth Wamhoff (SPD) verdeutlichten. Man spreche nicht über einen Mercedes, sondern über einen Golf III.

Bürgermeister Dirk Rauschkolb geht indes nicht davon aus, dass ein Ratsbeschluss noch vor Weihnachten getroffen wird. Ihm und den Mitarbeiter der Verwaltung haben die Ratsmitglieder für ihre weiteren, internen Beratungen Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben. Kämmerer Andreas Nordloh soll ermitteln, welche finanziellen Möglichkeiten der Stadt überhaupt zur Verfügung stehen.

Der geplante Einzugstermin, ursprünglich von der Verwaltung angedacht für den Beginn des Schuljahres 2019 / 2020, rückt weiter in die Ferne. - oti

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