750 Jahre Groß Lessen: Festakt der Jubiläumsfeier

Ein Ort mit Gemeinschaftssinn

Der Chor Sonett bei seinem Aufritt beim Festakt der großen Jubiläumsfeier in der Turnhalle. - Foto: Kurth-Schumacher

Gross Lessen - „15 Vereine bringen sich in unterschiedlicher Weise an diesem Wochenende ein. Ohne ihr Engagement wäre eine Veranstaltung wie diese nicht zu stemmen“, stellte Ortsbürgermeister Friedhelm Hartkamp bei seiner Eröffnung des Festakts zum 750-jährigen Bestehen der Ortschaft Groß Lessen fest.

„Echten Gemeinschaftssinn“ hatte die Kreiszeitung den Lessenern bereits zum 700-jährigen Jubiläum bescheinigt, erinnerte Hartkamp: „Schön, dass wir uns den bewahrt haben.“ Das Organisationsteam habe das Festwochenende anderthalb Jahre lang geplant, auf das Ergebnis könne man stolz sein. Er dankte insbesondere dem Heimatpflegeverein und dem Förderverein der Schule sowie den 150 Helferinnen und Helfern – und zahlreichen Einwohnern, die das Jubiläum zur gemeinsamen Sache erklärt hatten. Sein Appell an die 300 Gäste des Festakts: „Schauen Sie sich im Dorf um. Es lohnt sich.“

Frank Becker gab einen kurzen Einblick in die Historie. Die Geschichte sei weit älter als 750 Jahre: Nachweise früher Besiedlung sind die in Lessen gefundenen 4000 bis 5000 Jahre alten Steinäxte oder die Urne vom Börfelsberg, die das Nienburger Museum anlässlich des Jubiläums als Leihgabe zur Verfügung stellte. Heinfried Melloh verlas die vor 40 Jahren von Heinrich Kukemüller „op Platt“ zusammengefasste „Dörpgeschichte“. 

Sie gab einen lebendigen Eindruck vom Leben Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts. Becker verwies auf die umfangreiche Ausstellung von Fotos und Dokumenten in der Schule und auf die druckfrisch vorliegende Dorfchronik der Geschichtswerkstatt. Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb nannte Groß Lessen das „Epizentrum diverser Großveranstaltungen“. Dass die Einwohner seit Monaten „alles“ gäben, zeige, wie sehr sich die Lessener mit ihrem Ort identifizieren. 

Ihr bürgerschaftliches Engagement sei vorbildlich und ein starker Pfeiler der funktionierenden Dorfgemeinschaft. Befürchtungen von Friedhelm Hartkamp, dass die Schule auf dem „Prüfstand“ stehe, zerstreute er: „Die Schulleiterstelle ist neu besetzt worden – wir stehen also zu der Einrichtung in Lessen.

Landrat Cord Bockhop zollte den Lessenern Respekt für ihre dreivierteljahrtausend alte Geschichte. 30 Generationen hätten das dörfliche Leben in Lessen mitgestaltet. „Wie es sich in Zukunft entwickelt, hängt davon ab, ob es weiterhin Menschen gibt, die gemeinsam etwas schaffen wollen“, sagte Bockhop. 

750 Jahre Groß Lessen - der Auftakt 

Lessen habe allen Grund zu Optimismus. Die Ortschaft habe zwar weder eine weiterführende Schule noch Post- oder Polizeistelle, könne aber werben mit Gemeinschaft und Lebensqualität. Ähnliche Worte fand MdB Axel Knoerig in seinem Grußwort.

750 Jahre Groß Lessen - Tag des offenen Dorfes

Den musikalischen Rahmen des Festakts steckten Torsten Wolle (Klavier) und der Chor Sonett unter der Leitung von Ludmilla Powelkin. 950 ehemalige Einwohner hatten persönliche Einladungen zum Jubiläumswochenende erhalten. Rund 50 Ex-Schüler, die im Laufe der letzten 50 Jahre die Lessener Schule besucht hatten, waren bereits zum offiziellen Festakt gekommen. - mks

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