Frag doch mal den Bauern

Angehende Landwirte aufgeschlossen auch gegenüber Ökolandbau

Eindrücke vor Ort sammelten die Auszubildenden und Lehrkräfte des BBZ Dr. Jürgen Ulderup in Sulingen, v.l., Marc Erlenburg, Lukas Wöpking, Niklas Hacke, Christina Johanning, Renholt Wildfang, Helke Nordmeyer, Tammo Warnken, Justus Häsemeyer, Andrea Möller, Robin Meyer, Torben Gäbe, Maximilian Horstmann, Gerrit Buchholz, Christoph Meier-Oetjen, Tim Kunze, Marius Brümmer, Nils Enders, René Rödenbeck, Tobias Saß, Felix Meyer-Hullmann, Jan-Hauke Rode, Niko Dröge, Fabian Borchers, Nils Böse, Torben Schmöe, Marc Raven, Jan-Steffen Grünhagen und Carsten Bliefernicht. Vorne: Lukas Winkler, Erik Siedenberg, Michael Wohlking, Marco Emker, Julian Streit, Luca Beuke, Johannes Gehrke und Alexander Gresshoff.

Sulingen - Wie ein Bio-Betrieb arbeitet, welche Aufgaben zu meistern sind – das können zukünftige Landwirtinnen und landwirte in der Theorie erarbeiten – oder aber einfach mal Bio-Bauern vor Ort besuchen. Künftige Landwirte, aktuell im zweiten und dritten Ausbildungsjahr, besuchten den Betrieb Junggebauer in Döhrel sowie Bliefernicht in Wesenstedt.

Die Informationen, die bei der Exkursion gewonnen wurden, dienen der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung. Für die sind seit kurzem nicht nur umfangreiche Kenntnisse im Bereich Tier- und Pflanzenproduktion in der konventionellen Landwirtschaft, sondern auch Fachwissen im Bereich „Ökologischer Landbau“ gefragt.

„Um dem Rechnung zu tragen und sich auch mit dem wachsenden Markt von ökologisch produzierten Lebensmitteln zu beschäftigen, hatten sich die Lehrkräfte Karen Backhaus, Friederike Schierholz und Jochen Kinne des Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup am Standort Sulingen diesen besonderen Crashkurs ausgedacht“, teilt Ulrich Woydt vom BBZ mit.

Nach Bioland-Kriterien wirtschaftet der Betrieb Junggebauer in Döhrel mit seinen 95 Milchziegen und der weiblichen Nachzucht. Da Ziegenhaltung für die 40 Auszubildenden gänzlich neu war, musste das Betriebsleiterehepaar zahlreiche Fragen beantworten: „Wie lange dauert die Trächtigkeit einer Ziege?“ „Welche Rasse eignet sich für die Milchproduktion?“ und „Wohin liefert man eigentlich Ziegenmilch?“. Mit viel Engagement berichtete Nadine Junggebauer von den Anfängen ihrer Ziegenhaltung, dem Umbau der Maschinenhalle zum Ziegenstall und der speziellen Melktechnik. Sie berichtete, wie die Umstellungsphase auf den ökologischen Anbau abläuft und dass die Regeln der Ökoverbände – in ihrem Fall des Bioland-Verbands – zum Teil über die EU-Ökorichtlinien hinausgehen, sodass für Betriebe wichtig ist, ob und welchem Ökoverband sie sich anschließen, heißt es in der Pressemitteilung der BBZ.

Fasziniert vom Melkroboter

Nächstes Ziel der Gruppe war der Betrieb von Carsten Bliefernicht in Wesenstedt. Mitschüler Luca Beuke, der auf dem Betrieb ausgebildet wird, übernahm einen Teil der Führung. Bliefernicht hat den Betrieb bereits im Jahr 2003 auf ökologische Landwirtschaft umgestellt. Fasziniert habe die Auszubildenden nicht nur der Ökolandbau, sondern vor allem der Melkroboter, den Betriebsleiter Carsten Bliefernicht geduldig erläuterte. Besonders wichtig sei die Qualität des Grundfutters, das fast ausschließlich aus Gras bestehe, erklärte Bliefernicht. Die Schüler verglichen Kleegrassilage mit der Grassilage von Dauergrünland – mit Händen und Nasen.

Eine Besonderheit sei die eigene Herstellung des Kraftfutters, das aus betriebseigenem Getreide sowie zugekauften Lupinen, Lein- und Rapskuchen bestehe, erklärte Luca Beuke gerade in dem Moment, als die mobile Mahl- und Mischanlage auf den Hof fuhr, um die Futterkomponenten aus den Silos zu Kraftfutter zu verarbeiten.

Die Auszubildenden zeigten sich beeindruckt davon, dass der Betrieb auch als ökologisch wirtschaftender Betrieb eine sehr gute Milchleistung von über 9000 Kilogramm pro Kuh und Jahr erziele, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Die neu gewonnenen Kenntnisse würden nun am nächsten regulären Berufsschultag aufgegriffen und in einem Thementag Ökolandbau aufgearbeitet, dessen Konzept die drei Lehrkräfte für die Fachbereiche Tierproduktion, Pflanzenproduktion und Betriebswirtschaft gemeinschaftlich entwickelt haben. 

sis/r.

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