Filmemacher auf Streifzug durch zehn Jahrhunderte

„Sulingen“ als Filmprojekt

Frank Wenker und Martin Hermann gehören zum Team, das das „Sulingen Projekt“ stemmt. - Foto: S. Wendt

Sulingen - „Du kennst doch das Sulinger Wunder, oder?“, fragt Martin Hermann. Nö, nie gehört. „Als der Kirchturm schwarz wurde?“ Ich überlege, welche Farbe der überhaupt aktuell hat – und tappe immer noch im Dunkeln. Hermann ist „Filmemoker“, Kulturpreisträger, Plattschnacker – und Teil des Teams, das das neue „Sulingen Projekt“ stemmt.

Das Team findet Sulingen toll. Wie aber vermittelt man dieses tolle Lebensgefühl filmisch? Seelenlose Imagefilmchen – zu beliebig. Gesucht wird eine Idee, die erklärt, warum es hier so ist, wie es ist. Mit Frank Wenker, Werner Focke und Kerstin Melloh sitzen dann fröhliche Personen in der Hermannschen Kreativschmiede an der Nienburger Straße. Man taucht ein in die Sulinger Historie – und entdeckt „so unglaublich viele schöne Geschichten“ (O-Ton Wenker), viele davon visuell bestens umsetzbar für Filmemacher Hermann.

Es entsteht die Idee einer filmischen Zeitreise durch die zehn Jahrhunderte, die Sulingen bereits existiert. „Wir wollen allerdings keine lapidare historische Dokumentation“, erklärt Hermann.

Mit Leben gefüllt werden die Geschichten aus Sulingen von Menschen, etwa Interviews mit Zeitzeugen zur jüngeren Geschichte. Zur Auflockerung sind zudem nachgespielte Szenen geplant. Hermann, auch am PC ein Könner, hat zum großen Brand bereits mit Arbeiten an einem 3D-Modell der Stadt angefangen, das zeigt, wie sie vor dem Feuer aussah. Das, so eine Quelle, durch einen unachtsamen Pfeifenraucher ausgelöst worden sei. „Weshalb der König per Dekret erlassen hat, dass Pfeifen einen Deckel haben sollen“, sagt Wenker. Immer wieder stoßen die Macher des „Sulinger Projektes“ auf Namen und Geschichten. Etwa den von Margarethe Susewind und ihrem Ende im Blutgericht in Ehrenburg. Kleine Geschichten einmal neu kennenlernen, das wollen die Projektler ihrem Publikum ermöglichen. Sie freuen sich auf viele weitere Kontakte, Menschen, die ihnen die Anekdoten „vertellen“, die ihnen Bilder zur Verfügung stellen, die mithelfen wollen, die Szenen nachspielen möchten – denen Sulingen vielleicht genauso am Herzen liegt. Und die ebenfalls finden, „das darf nicht vergessen werden“.

Die bisher gedrehten Interviews sind Herzensangelegenheit, die nicht in Rechnung gestellt wird. Müssten Szenen nachgespielt werden, werden Kosten anfallen. „Dafür werden wir wohl Geld und Unterstützung brauchen“, sagen Wenker und Hermann. Ihr Ziel: 2019 soll der Film fertig sein, 90 Minuten Zeitreise durch zehn Jahrhunderte. Warum 2019? Dann jährt sich der große Brand zum 300. Mal.

Bis dahin stehen noch so manche Jahrestage von Sulinger Ereignissen im Kalender (etwa 35 Jahre Sulinger Festivals oder Liesel Westermann, ihr Sportlehrer Vogt und der 60. Jahrestag des Gold-Diskuswurfes) – am 2. August aber der des „Sulinger Wunders“ (Video siehe unten).

Hier die Geschichte: Am 2. August 1966 kommt es zu einem Zwischenfall bei der Erdgasförderung an der Bohrstätte Siedenburg Z20. Schwefelwasserstoff strömt aus, der Wind aus Südost trägt das giftige Zeugs in hoher Konzentration nach Sulingen. Die Menschen sollen die Fenster geschlossen halten. Das Kupferdach des Kirchturms läuft schwarz an. Man sucht mit Hochdruck nach einer Lösung, denn wenn es nicht schnell gelingt, das Ausströmen zu stoppen, muss ganz Sulingen evakuiert werden...

Es gelingt den Fachleuten, die Bohrung zu flicken, Menschen werden nicht verletzt. Etliche Gallonen allerdings haben die Milchbauern weggeschüttet, deren Vieh auf den Weiden in der Windschneise graste.

Wer Lust hat mitzumachen, wende sich an die Gruppe, persönlich, per Telefon, per Facebook („Das Sulingen Projekt“). 

sis

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