Neubau der BBZ-Außenstelle Sulingen mit ganz besonderer Architektur

Ellipsen-Herz für die Bildung

So soll es einmal aussehen, das ellipsen-förmige Gebäude der neuen BBZ-Außenstelle in Sulingen. Rund 700 Schüler sollen den neuen Baukomplex im Sommer kommenden Jahres nutzen. Die Skizze zeigt, wie das Schulleben aussehen könnte. - Fotos: Seidel

Sulingen - Von Anke Seidel. Auf der Baustelle herrschen schweißtreibende Temperaturen. Viel Beton und Technik prägen den Platz, auf dem ab Sommer 2017 bis zu 700 Berufsschüler Unterricht erhalten sollen: Für beachtliche rund elf Millionen Euro entsteht an der Bogenstraße in Sulingen die neue Außenstelle des Berufsbildungszentrums Dr. Ulderup (BBZ). Ein ungewöhnliches Projekt – das gilt sowohl für die Gestaltung als auch die Planung.

Denn Grundlage war „ein ziemlich dickes Buch“, wie Mario Schurbohm, Geschäftsführer der BKS Architekten aus Lübbecke, es formuliert. Gemeint ist damit das pädagogische Konzept, das Schulleiterin Birgitt Kathmann mit ihren Kollegen erarbeitet hat – ein außergewöhnliches Stück Schulgeschichte im Landkreis Diepholz. Denn Mario Schurbohm und seine Kollegen haben die Gedanken der Lehrkräfte architektonisch umgesetzt. Nach ihren Plänen realisieren Bau- und Handwerksunternehmen jetzt einen zweiteiligen Schulkomplex, in den ein Teil des Altbaus integriert ist.

„Das ist ein klares Bekenntnis zu Sulingen und ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis“, betont Landrat Cord Bockhop, der an diesem Nachmittag gemeinsam mit den Architekten sowie den Fachdienstleitern Mischa Flaspöhler und Oliver Netzband, Vertretern der bauausführenden Unternehmen und der Schulleiterin die Baustelle besucht. Schmunzelnd bekennt Bockhop: „Ich habe bisher nicht viel von dieser Baustelle gehört. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Bau im Zeitplan liegt und es keine Probleme gibt.“

Sichtlich erfreut nimmt BBZ-Direktorin Birgit Kathmann das zur Kenntnis. Denn es bedeutet, dass sie mit ihren rund 700 Schülern und 40 Lehrkräften pünktlich einziehen kann.

Längst Geschichte ist ein großer Teil der alten Sulinger Berufsschule. Sie ist der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Und genau das ist für einen zweiten Alttrakt ebenso geplant. Nur das alte Lehrerzimmer und die Klassenräume darüber bleiben erhalten. Sie liegen aber künftig hinter der neuen, lichtdurchfluteten Mehrzweckhalle. Viel Glas und Metall prägen diesen Bereich, den angehende Landwirte und Gärtner künftig ganz flexibel nutzen können – genauso wie den Hof davor.

Ungewöhnlich an diesem Baukörper: der Haupteingang liegt seitlich, aber das hat seinen Grund. Denn genau gegenüber – nur durch eine schmale Gasse getrennt – entsteht der Haupteingang zum zweiten Baukörper der BBZ-Außenstelle.

Inmitten des zukünftigen, noch von Baugerüsten umstandenen Foyers informiert Mario Schurbohm (2.v.l) Landrat Cord Bockhop (l.), Schulleiterin Birgitt Kathmann (3.v.r.) sowie die Fachdienstleiter Oliver Netzband (2.v.r.) und Mischa Flaspöhler (r.) über den aktuellen Sachstand. Mit im Bild: Vertreter verschiedener Firmen.

Auch wenn er noch längst nicht fertiggestellt ist: Die eigenwillige, charakteristische Form ist schon jetzt deulich zu erkennen. Wie eine „Insel“ in Ellipsen-Form schmiegt er sich in den von alten Eichen umsäumten Bereich. Genau das war eine der Vorgaben, aber nicht leicht zu realisieren bei der Größe des Gebäudes. „Wir haben aber nur einen Baum fällen müssen“, sagt Mario Schurbohm nicht ohne Stolz – und führt die Gruppe an einen eindrucksvollen Ort: Zwischen Rohren, Betonwänden und Gerüsten liegt ein ellipsen-förmiger Raum, der nach Fertigstellung des Gebäudes das Herzstück sein wird. Das ist schon jetzt deutlich zu erkennen. An der Hauptseite dieses Herzstückes führt eine gewaltige Treppe nach oben. „Dort ist eine offene Galerie geplant“, berichtet Schurbohm. An diese Galerie reiht sich später Klassenraum an Klassenraum – so wie im Erdgeschoss um das Herzstück, das Foyer. Es ist ein Konzept, wie man es aus amerikanischen Universitäten kennt. Viel Licht und viel Glas, verbunden mit viel Funktionalität – das sind die prägenden Faktoren des Neubaus.

Nutzen sollen ihn ab dem Schuljahr 2017/2018 angehende Einzelhandels-, Groß- und Außenhandelskaufleute ebenso wie angehende Landwirte, Gärtner, Schuhfertiger, Tierpfleger und Verkäufer. Die Berufseinstiegsschule (mit Sprachförderklasse sowie Bau- und Holztechnik) zieht ebenso ein wie die Berufsfachschulen Wirtschaft, Agrarwirtschaft und Pflegeassistenz wie Altenpflege und Heilerziehungspflege.

Schulleiterin Birgitt Kathmann freut sich auf ihre neue Schule: „Sie hat ein tolles Ambiente!“

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