Christian Caselitz ist Ansprechpartner für den südlichen Landkreis Diepholz

Hilfe bei Mediensucht

Christian Caselitz und Monika Jahnke freuen sich auf die Zusammenarbeit in Sachen Mediensucht.
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Christian Caselitz und Monika Jahnke freuen sich auf die Zusammenarbeit in Sachen Mediensucht.

Sulingen - Gehört Ihr Kind dazu? In Niedersachsen sind 23000 junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren internetabhängig und etwa 135000 von ihnen weisen einen problematischen Internetgebrauch auf. Das belegen die PINTA-Studien des Bundesgesundheitsministeriums. Wie dringend Suchtpräventionarbeit geleistet werden muss, haben drei in Sachen Sucht und Prävention versierte Institutionen im Landkreis Diepholz erkannt. Ab dem kommenden Mittwoch, 20. Januar, wird eine neue Sprechstunde in Sulingen angeboten.

Christian Caselitz von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werkes wird an jedem dritten Mittwoch in der Zeit von 15 bis 16.30 Uhr im Familiengesundsindheitszentrum Sulinger land an der Bassumer Straße für Ratsuchende aus dem südlichen Landkreis Diepholz zur Sprechstunde bitten.

Caselitz möchte hier eine diskrete Anlaufstelle bieten, für Eltern und Jugendliche gleichermaßen. Gedacht als offene Sprechstunde soll dann Zeit sein, Fragen zu stellen.

Fragen, die FGZ-Leiterin Monika Jahnke bereits öfters von Erziehungsberechtigten gestellt wurden. Die waren Grund, Caselitz zu einem Infoabend einzuladen, der nun in einem ständigen Angebot mündet.

Ist das schon Sucht oder noch Hobby? Eine Antwort darauf könne keine reine Stundenzahl sein, erklärt Diplom-Pädagoge Christian Caselitz. Vielmehr interessiere ihn, wie das Kind integriert sei, ob es Freunde habe, diese treffe.

Das landkreisweite Angebot „Netcrash“ solle präventiv wirken, die geschulten Mitarbeiter der drei Institutionen (siehe Infokasten) sind buchbar für die Schulen, kämen kostenlos mit einem passgenau gefertigten Konzept für die Klassenstufen 5/6 sowie 7/8, man erreiche im Idealfall so die Schüler zweimal. Ziel: Nachhaltigkeit. Das Angebot beginnt indes bereits in der Grundschule, über Elternabenden möchte man Mütter und Väter informieren.

Denn ihr Verhalten, so Caselitz, sei richtungsweisend: „Eltern haben Vorbildfunktion.“ Doch viele Eltern seien überfordert. Zum einen angesichts der Optionen, die Technik heute biete, oder es ist ihnen einfach egal, was Kinder mit internetfähigen Endgeräten anstellen. Caselitz weiß von Achtjährigen, die täglich Pornos gucken und PC-Spiele aus dem Netz heruntergeladen haben, die eigentlich erst ab 18 Jahren freigegeben sind.

„Wir stellen keine Facebookporofile her, sondern beraten im gesunden Umgang mit Medien“, stellt Caselitz klar. Auch Cyber-Mobbing sei nicht sein Thema, da sei die Polizei Ansprechpartner.

Die offene Sprechstunde im Familiengesundheitszentrum Sulinger Land biete die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Es könne sich auch ein Gesprächskreis für Eltern ergeben, in dem Erfahrungen ausgetauscht werden, Fragen zur Sprache kommen könnten. Das FGZ möge als „Türöffner“ dienen für hilfesuchende Eltern, die nicht in die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention gehen mögen, die auch weiterhin Ansprechpartner im Amselweg 6 in Sulingen aufbietet.

Zwar gäbe es keine „Checkliste“ für Eltern, um herauszufinden, ob ein Kind mediensüchtig sei. Aber „sobald man sich Sorgen mache“, sei es richtig, Rat zu suchen, empfiehlt Christian Caselitz.

sis

Ansprechpartner: In Sachen „Netcrash“ sind die Ansprechpartner für Mediensucht-Prävention im Landkreis Diepholz unter folgenden Adressen erreichbar: Für den südlichen Landkreis Diepholz (Diepholz, Sulingen, Barnstorf, Lemförde, Wagenfeld, Schwaförden, Siedenburg, Kirchdorf und Rehden) ist es die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werkes , Amselweg 6, Sulingen (Christian Caselitz), Tel. 05441/987920 und 04271/ 1400, E-Mail: suchtberatung.dw.diepholz@evlka.de; für den nördlichen Landkreis Diepholz (Bassum, Bruchhausen-Vilsen, Stuhr, Syke und Weyhe) ist es „release“, Netzwerk sozialer Hilfen (Michael Elsner), Tel. 0421/893233, E-Mail: m.elsner@release-netz.de; in Twistringen ist Johannes Kaluza bei der Caritas (Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation) unter Tel. 04243/933423, E-Mail jkaluza@caritas-os.de zu erreichen. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich. Neben den Unterrichtseinheiten und Elternabenden bietet „Netcrash“ auch eine mehrstündige Multiplikatorenschulung an.

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