Milchwirtschaft: Hoffest als Aufklärungsarbeit

Borchers-Rohde will Kontakt mit Endverbraucher

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Cord Borchers-Rohde vor dem Anbau, der die Milchtankstelle beherbergt.

Klein Lessen - Cord Borchers-Rohde ist Milchbauer – aus Leidenschaft. Die Diskussionen um die Milchpreise sind dem Klein Lessener nicht fremd. „Ich bin überzeugt davon, dass der Verbraucher bereit ist, einen angemessenen Preis zu bezahlen; vorausgesetzt, er weiß, woher die Milch kommt und welcher Aufwand für uns und unsere Berufskollegen hinter den Produkten steht.“ Der 45-Jährige und dessen Ehefrau Ina Roth, Diplom-Ökotrophologin und Berufsschullehrerin in Stade, wollen aufklären. Sie suchen den direkten Kontakt zu den Verbrauchern.

Donnerstag stellte Borchers-Rohde die auf dem Hof Tegge auf dem Anwesen Klein Lessen sechs neu installierte Milchtankstelle und die Planungen für das für Sonntag, 4. September, angekündigte Hoffest vor. „Unsere ersten Maßnahmen“, erklärt der Vollerwerbslandwirt.

„Wir setzen auf die Ehrlichkeit der Leute“

„Milchtankstellen gibt es in der Region bereits mehrere“, weiß Borchers-Rohde. „Neben der in Maasen welche in Rehden, Eydelstedt und Diepholz. Wir haben uns zwei Jahre Gedanken gemacht, wie wir am besten mit dem Endverbraucher in Kontakt kommen. Jetzt haben wir uns für diesen Weg entschieden.“ Neben der Milch, die aus einem Automaten abgegeben wird, bieten er und seine Ehefrau zukünftig auch selbst gemachte Konfitüren, Eier, Honig eines ortsansässigen Imkers, Äpfel aus der Region Stade, Kartoffeln und Kartoffelchips an. „An sieben Tagen die Woche, 24 Stunden am Tag“, sagt der Landwirt. 

Während der Milchautomat mit Geldmünzen und -scheinen gefüttert werden will, wird für die anderen Produkte und die Milchgefäße (PET- und / oder Glasflaschen) eine Kasse aufgestellt, in der der Kunde Bargeld hinterlassen soll. „Wir setzen auf die Ehrlichkeit der Leute“, sagt der Landwirt. „Außerdem ist der Bereich videoüberwacht.“ Apropos Milchgefäße: „Natürlich kann man auch seine eigenen mitbringen.“

Milchreste werden an die Kälber verfüttert

Dass sich die Investitionen für Automaten und („Tankstellen“-)Anbau lohnen, davon ist der Klein Lessener überzeugt: „Wir müssen am Tag etwa 30 Liter abgeben, damit sich das rechnet.“ Was zu schaffen sein sollte: „Frischer geht nicht“, wirbt Ina Roth. Der Automat werde täglich neu aus dem Tank befüllt, in dem die Milch der hofeigenen Kühe aufgenommen und gekühlt wird. Etwaige Milchreste werden an die Kälber verfüttert. Cord Borchers-Rohde: „Die Milchtankstelle ist der Anfang. Mal sehen, wie wir dann weitermachen.“

Den Ausbau der Kontakte zu den Endverbrauchern will das Klein Lessener Ehepaar auch durch das Hoffest am Sonntag (13 bis 17 Uhr) forcieren. Ina Roth: „Auf groß Tamtam verzichten wir. Vielmehr geht es darum, dass wir alle Facetten unseres Betriebes vorstellen.“ Für Verpflegung der Gäste sei gesorgt; unter anderem mit Kaffee und Kuchen. „Viele unserer Nachbarn helfen mit Kuchenspenden. Der Erlös aus dem Verkauf geht an die Kindertagesstätte hier in Klein Lessen.“ 

oti

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